Fortuna Köln – ETB Schwarz-Weiß Essen 1-1

Seit der Niederlage gegen RWE klafft beim SC Fortuna eine seltsame Lücke zwischen Spiel und Ertrag. In den letzten Spielen hatte ich oft den Eindruck, dass die Gegner unter Wert geschlagen wurden, am Sonntag war es dafür genau umgekehrt: Fortuna hätte den Sieg gegen schwache  Essener unbedingt verdient gehabt, aber sie vergab in diesem Spiel all die Chancen, die sie in den vergangenen Partien noch mit fast unheimlicher Sicherheit reingemacht hatte.

Die Aufstellung war gegenüber letzter Woche unverändert: Sela – Bartsch, Schroden, Schäfer, Caspers – Dahmani, Ende – Glaser, Maouel, Canizalez – Montabell. Hamdi Dahmani spielte wieder einen deutlich offensiveren Part als Alex Ende, im Vergleich zum letzten Heimspiel wich er aber nicht mehr so oft auf die Flügel aus, sondern blieb zentraler.

Fortuna Köln - ETB SW Essen

Gedenkminute für Japan

Die Fortuna begann schwach, und es sah so aus, als würde das Spiel laufen wie so oft gegen starke Gegner aus der Liga: Wenn die sich nämlich auf die Defensive konzentrierten, sah die Fortuna meist schlecht aus. So auch am Sonntag in der ersten Halbzeit: Essen verteidigte ab der Mittellinie giftig und einsatzfreudig, umzingelte den ballführenden Kölner Spieler und erkämpfte sich mit fairem körperlichem Einsatz immer wieder den Ball. Nach Balleroberungen spielte Essen sich dann mit feinem, technisch anspruchsvollem Kurzpassspiel nach vorne. In der Mitte der Kölner Hälfte war jedoch abrupt Schluss mit dem Zauber: In die Spitze gelang Essen kein einziges Anspiel.

So war das Spiel bis zur Pause sehr unansehnlich: Die Fortuna rannte sich immer wieder in der Essener Defensive fest, Essen gelangen keine Konter. Das Bemühen war auf beiden Seiten erkennbar, die Umsetzung ließ aber zu wünschen übrig. Das 0-0 war der einzig gerechte Pausenstand.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild. Der Fortuna gelang früh und sehenswert der Führungstreffer: Ein schöner Steilpass von Hamdi Dahmani auf Fabian Montabell, der auf halblinks die Ruhe behielt, eine butterweiche Flanke über den herausgeeilten Torwart schlug, die Abdelkader Maouel nur noch ins Tor köpfen musste.

Fortuna Köln - ETB SW Essen

Fortuna Köln - ETB SW Essen

In der Folge erspielte sich die Fortuna zahlreiche, teilweise allerbeste Chancen, die sie aber mit Pech und fehlender Präzision vergab. Noch in den letzten Minuten vergaben Fabian Montabell und der eingewechselte Tibor Heber Gelegenheiten, bei denen sie frei vor dem Tor zum Schuss oder Kopfball kamen. Dazu kamen die Spielzüge, die Stephan Glaser unfreiwillig abwürgte, indem er zu lange mit der Flanke zögerte: Kein guter Tag für den Fortuna-Kapitän, der in der 77. Minute deutlich zu spät ausgewechselt wurde. Zu allem Überfluss wurde der Kölner Mannschaft noch ein klarer Elfmeter verweigert, als Alassane Ouedraogo im griechisch-römischen Stil niedergerungen wurde, bevor er eine Flanke am langen Pfosten verwandeln konnte.

Das einzige weitere Tor in der zweiten Halbzeit erzielte so ETB Essen mit einer Freistoßflanke, die von der Torauslinie an Freund und Feind vorbei den Weg mitten ins Tor fand. Ein Fehler von Jonas Sela, der diesen Ball trotz des Betriebs vor ihm hätte halten müssen, anstatt auf den ausbleibenden Kopfball zu spekulieren. Es war gefühlt der einzige Essener Torschuss während der gesamten Partie – und selbst der war nicht als solcher gedacht.

Das Unentschieden war am Ende eine Farce, über ein 1-3 oder 1-4 hätte sich Essen nicht beklagen können.

Da Germania Windeck zeitgleich gewann, ist der Abstand der Fortuna auf einen Aufstiegsplatz jetzt wieder bei neun Punkten, zehn Spiele liegen noch vor den Mannschaften. An diesem Sonntag geht es nach Aachen zur U23 der Alemannia, wo es für die Fortuna in den letzten Jahren nie viel zu holen gab. Es wird das letzte Spiel der Fortuna im ruhmreichen alten Tivoli sein, der in der Sommerpause abgerissen werden wird.

Fortuna Köln - ETB SW Essen

Fortuna Köln - ETB SW Essen

Alle meine Fotos vom Spiel: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-taken/2011/03/20/detail/

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