Unitymedia im Wildwest-Stil: Erst abrechnen, dann fragen

Ich habe bei Unitymedia das kleine Digital-TV-Paket abonniert, außerdem läuft Sky ebenfalls über die Unitymedia-Smartcard und -Box. Der Kabelanschluss, auf dessen Basis diese Zusatzpakete erst funktionieren, lief in meiner letzten Wohnung über den Vermieter und wurde über die Nebenkosten berechnet. In meiner neuen Wohnung läuft der Kabelanschluss über meine Freundin.

Nach meinem Umzug informierte ich Unitymedia über meine neue Adresse. Ich bekam zur Antwort, dass die Änderung vermerkt sei, dass man mir die Unitymedia-Leistungen auch unter der neuen Adresse anbieten werde und dass ich „bitte beachten“ solle, dass „der Kabelanschluss im Einzelnutzervertrag für 17,90 €/Monat als Grundversorgung erforderlich“ sei. Danke für den Hinweis, dachte ich mir, habe ich berücksichtigt, der Kabelanschluss existiert schon.

Wie ich ein paar Tage später im Telefonat mit einer patzigen Hotlinemitarbeiterin feststellte, wollte Unitymedia diesen Satz allerdings nicht als freundlichen Tipp verstanden wissen – sondern als Ankündigung, dass man mir in Zukunft 17,90 €/Monat zusätzlich berechnen werde. (Das ist schon sprachlich zu bemängeln, was einer Hotlinemitarbeiterin aber kaum zu vermitteln ist.) Ich hatte in der Zwischenzeit nämlich eine Rechnung erhalten, in der mir Unitymedia einen Kabelanschluss in Rechnung stellt – wohlgemerkt ohne dass Unitymedia wissen konnte, ob ich diese Leistung noch benötige bzw. ob sie überhaupt erbracht wird.

Auf diese Weise verschiebt Unitymedia das Risiko elegant auf Kundenseite: Falls man die Leistung nicht benötigt, muss man sich erst mal melden, soll dann nachweisen (!), dass ein Kabelanschluss schon existiert und bekommt dann sein Geld zurückerstattet.

Schlussendlich ist noch interessant, dass Unitymedia zum Nachweis die Nennung einer Kundennummer im gleichen Mehrparteien-Haus genügt. Ob ich aber tatsächlich in der Wohnung wohne, zu der die Kundennummer gehört, kann ohne Privatdetektiv kaum überprüft werden. Ob es hingegen unter meiner neue Adresse überhaupt bereits Kabelkunden gibt, das hätte man bei Unitymedia wohl auch ohne mich feststellen können.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass Unitymedia mir pauschal unterstellt, Kabelschwarzgucker zu sein, mir deshalb erst mal eine Rechnung stellt und sich nur nach Beweis des Gegenteils dazu erbarmen will, mir den zu Unrecht vom Konto eingezogenen Betrag zu erstatten. (Und ich vermute mal: Ohne die für Sofortkredite üblichen Zinsen.)

Als Einzelkunde ist man in so einer Angelegenheit ja erst mal recht hilflos, kann bestenfalls drüber bloggen. Aber ich werde mal austesten, ob sich die Verbraucherzentrale NRW nicht für solches Geschäftsgebaren interessiert.

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5 Gedanken zu “Unitymedia im Wildwest-Stil: Erst abrechnen, dann fragen

  1. Unitymedia wird mir wohl die Kohle erstatten und damit hat es sich dann. Ob die Verbraucherzentrale etwas unternimmt, werde ich posten, wenn ich es erfahre.

  2. Sieh es mal so:
    mit Deinem Blogposting hast Du es mir leicht gemacht, NICHT zu Unitymedia zu wechseln.
    Ich habe schon mit deren interessanten Angebot bzgl. 3play geliebäugelt, aber gut, bleib ich halt bei der T3rror-Com :-)

  3. vonjott schreibt:

    „Schlussendlich ist noch interessant, dass Unitymedia zum Nachweis die Nennung einer Kundennummer im gleichen Mehrparteien-Haus genügt.“

    Ganz so leicht haben die es dann ja doch nicht gemacht. Das Problem mit diesen Unternehmen, die nur am Telefon existieren und schlecht informierte bzw kaum motivierte Call-Center-Mitarbeiter beschäftigen ist ja leider, dass sie es nicht nötig haben, kundenorientiert zu entscheiden. Eine Frechheit, der man frech begegnen muss. Anders verstehen die das nicht.

    Und man sollte zB sofort die Einzugsermächtigung kündigen. Abstellen können sie Deinen Kabelanschluss ja nicht, denn Du hast ja gar keinen eigenen, sondern nur meinen, und mit mir legen die sich nach leidvoller Bekanntschaft mit meiner auf Abruf verfügbaren Zickigkeit nicht mehr an. ;-)

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