Kölnpfad, Etappe 3: Von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven

Das war mal ein schöner Sonntagsausflug: Einmal rund um Köln führt der „Kölnpfad„, 171 km lang. Zum Einstieg des Projekts nahmen wir die Etappe, die von uns aus mit der kürzesten Anreise erreichbar ist, nach offizieller Zählung die Etappe 3, über 16 km von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven.

Dom in der Ferne

Zum Glück knubbelte sich das ganze Pech dieses Ausflugs gleich zu Beginn. Kaum an der Endstation aus der Stadtbahn-Linie 4 ausgestiegen, erwischte uns in Downtown Bocklemünd erst mal ein ordentlicher Regenschauer. An der dritten Kreuzung, als unsere Sinne noch nicht auf die Wegmarkierungen kalibriert waren, verpassten wir dann auch noch eine Abzweigung, bemerkten unseren Irrtum, kehrten um, nur um auf dem rechten Weg zu bemerken, dass eine Überquerung des Militärrings, zu dem wir parallel gelaufen waren, auch genügt hätte.

Das ganze kostete uns aber nur 10 Minuten Zeit, und in der Folge entsponn sich eine schöne Wanderung, entlang Industriegebieten, durch alte Wäldchen, durch Vororte, an Seen entlang und über Felder. Die Idee des Kölnpfads ist es nicht, die schönsten Stellen Kölns zu zeigen, sondern den Wanderer durch Stellen der Kölner Peripherie zu führen, die er sonst wohl nie entdecken würde.

So beginnt der Weg mit einem Schlenker durch das alte Bocklemünd, der alles andere als buchstäblich zielführend ist, sondern der nur das Dörfliche dieses Vororts zeigen soll. Weiter geht es durch junge Wäldchen vorbei am Industriegebiet Ossendorf, durch Mengenich hindurch, an den Escher und Pescher Seen vorbei, mitten durch ein Escher Wohngebiet.

Kölnpfad-Markierung

Es geht nicht nur durch romantische Gegenden

Chorweiler am Horizont

Man verlässt Esch mit einem bedrohlichen Blick auf die Chorweiler Hochhäuser, biegt aber weit vorher links ab, schlägt sich über Felder und durch schöne, alte Wälder bis zum Wasserwerk Weiler.

Wasserwerk Weiler

Von dort aus geht es über ein endlos weites Feld bis zum Zielort Roggendorf/Thenhoven. Am Ende der Etappe verlässt man den Kölnpfad, um von der wenige hundert Meter entfernt gelegenen S-Bahnstation Worringen den Heimweg anzutreten.

Die 16 km schafften wir in gemäßigtem, aber nicht trödeligem Tempo in vier Stunden plus zwei Pausen. Mit An- und Abreise (die S-Bahn fuhr uns vor der Nase weg) waren wir sechs Stunden unterwegs.

Das Schöne an der Kölnpfad-Wanderung sind nicht die großen Dinge, sondern gerade die kleinen: Ein exotisch aussehender Vogel auf einem Ast an den Escher Seen. Zwei exotisch aussehende Ureinwohner, die in einen Smart in der Escher Suburbia steigen. Eine Serie von Banken, gestiftet vom lokalen Bürgerverein. Ein Wasserspender am Wasserwerk. Ein paar aztekisch aussehende Ruinen in einem Mengenicher Waldstück. Die alte Buche, die im Kölnpfad-Führer noch als Markierungspunkt ausgegeben wird, die nun aber gefällt und zerlegt am Wegesrand liegt und ihre aufgemalten Markierungspfeile ins Leere zeigen lässt.

Exotischer Vogel am Wegrand

Escher Eingeborene

Wasserwerk Weiler

Für alle Fälle gerüstet

Unterm Strich ein sehr schönes Erlebnis. Voraussichtlich am Vatertag geht’s auf Etappe 4.

Zivilisationsspuren

Walk on!

Alle Kölnpfad-Fotos in meinem Flickr-Set.

Mein kleiner Führer zu den restlichen Etappen.

Advertisements

5 Gedanken zu “Kölnpfad, Etappe 3: Von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven

  1. percolator schreibt:

    Ich bin Abschnitt 2-5 mal am Stück geradelt. Das geht größtenteils ganz gut. Zum laufen fand ich Abschnitt 7 (Dünnwald => Dellbrück) am schönsten.

  2. Robin schreibt:

    Falls du (oder andere Leser) eine bessere Karte für den Kölnpfad suchst, solltet ihr die „Reit- und Wanderkarte“ basiered auf OpenStreetMap-Daten anschauen. Dort sind auch alle Fußwege drin und der Kölnpfad ist markiert – und wenn nicht kann man aushelfen und Fehler direkt bei OpenStreetMap korrigieren werden:

    http://www.wanderreitkarte.de/index.php?lon=6.8751&lat=50.9756&zoom=15

    Infos zu OpenStreetMap: OpenStreetMap.org oder OpenStreetMap.de

  3. vonjott schreibt:

    der baumbestand des kleinen laubwalds namens „nüssenberger busch“ ist jahrhundertealt, ganz wunderschön! :-)
    die ruinen im nüssenberger busch sind weder aztekisch, noch waren’s die maya, hunnen, oder römer!
    das werden wohl überreste des äußeren preußischen festungsrings sein. der militärring ist ja gleich um die ecke.

  4. @Percolator: Längere Etappen zu radeln statt zu wandern hatten wir uns auch schon überlegt.

    @Robin: Danke für den Tipp!

    @vonjott: Für mich als Nicht-Historiker wär’s natürlich schöner, wenn man dem Ganzen ein bisschen Däniken beimischen könnte. Oder wenigstens ein paar Nazis.

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s