VfL Alfter – Fortuna Köln 0-2

Was soll man nach so einem Spiel groß schreiben? Erste Pokalrunde beim VfL Alfter, dem aktuellen Achten der Verbandsliga Mittelrhein, also einem zwei Spielklassen schlechteren Gegner. Ein anfangs sonniger, später bedeckt-regnerischer Nachmittag kurz vor Bonn, enger Kunstrasenplatz, ein defensiv gut eingestellter, konterstarker Gegner. Und dass in der Mittelrheinliga auch Fußball gespielt wird, davon konnte sich die Fortuna noch bis in den Sommer 2008 hinein aus nächster Nähe überzeugen – als der Aufstieg am Ende nur am grünen Tisch gelang.

Waldstadion

Fortuna-Kurve

Also ging es vor rund 250 mitgereisten Fortuna-Fans letztlich nur um eins: Verletzungsfrei weiterkommen. Dass das gelang, war am Ende aber nicht so selbstverständlich, wie man es zuvor hätte erwarten dürfen. Denn auch wenn Dieter Paucken und Mitja Schäfer geschont wurden und Kevin Kruth und Alex Ende mal eine Chance in der Startelf bekamen, so muss man einen klassentieferen Gegner natürlich deutlicher beherrschen, als das der Fortuna gelang – gerade zu Beginn nämlich genau gar nicht. Im Spiel der Kölner war kein Zusammenhalt erkennbar, es fehlten Anspielstationen, vor allem aber fehlten schnelle Kombinationen, weil kurze Pässe regelmäßig misslangen, mit denen man sich mal durch die gut gestaffelte Abwehr hätte spielen können.

VfL Alfter - Fortuna Köln

VfL Alfter - Fortuna Köln

Dazu kamen ein paar recht haarsträubende, grobe Fehler, so dass sich Alfter eine Konterchance nach der anderen eröffnete. Am Ende der ersten Halbzeit stand es nach Großchancen sogar 2-1 für Alfter, die einen Lattentreffer verbuchen konnten und einen von Sela zu läppsch zur Seite abgewehrten Ball fast noch im Tor untergebracht hätten. Für Köln hatte nur Silvio Pagano eine nennenswerte Gelegenheit zum Torerfolg, als er nach der einzigen schönen Kölner Kombination mit einem Lupfer am Torwart hängen blieb.

In der zweiten Halbzeit war Fortuna dann zwar etwas feldüberlegener, aber die guten Möglichkeiten ergaben sich wieder zunächst für Alfter. Bei einigen der durchweg gefährlich in den Strafraum gebrachten Standardsituationen fehlte nicht viel, und ein weißer Spieler wäre zu einem vielversprechenden Abschluss gekommen. Einmal musste Jonas Sela den Ball mit einem Reflex noch über die Latte lenken, und ein Versuch zum Tor des Monats ging vorbei, als ein Alfterer Spieler nach einem Eckball vom Eck des Sechzehners einen Scherenschlag versuchte und den Schuss nur knapp am langen Pfosten vorbei zog.

Schließlich war es dann doch die Klasse des vorher gewohnt eifrigen Fabian Montabell, die den Ausschlag gab: Seine erste Hundertprozentige machte er rein, als er frei vor dem Tor zum Kopfball kam und sicher neben den Pfosten einnickte. Danach war der Keks gekrümelt und der eingewechselte Steffen Moritz erhöhte noch zum unverdienten 2-0.

VfL Alfter - Fortuna Köln

VfL Alfter - Fortuna Köln

Ein typisches Pokalspiel: Die klassenschlechtere Mannschaft hält lange gut mit, spielt die Vorteile aus, die der schmale Platz ihr bietet, geht auch mit der notwendigen Härte in das Spiel (wirklich hässlich wurde es nie), scheitert aber letztlich an der fehlenden Abgezocktheit.

Fragt morgen keiner mehr nach.

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die nächste Runde, wenn es im November, voraussichtlich unter der Woche abends bei bitterer Kälte, jedenfalls hoffentlich wieder auf einem kleinen Dorfplatz gegen den nächsten Gegner geht. Denn was man von einer Sportanlage wie der des VfL Alfter erwartet, das bekam man auch heute geboten: Freundliche Gastgeber und ein tolles Catering mit zwei verschiedenen Wurstsorten und dem Highlight, das wir im Südstadion möglicherweise nie mehr erleben werden: Pommes! (Über Sion-Kölsch betten wir den Mantel des Schweigens ebenso wie über die Weigerung, Kölsch-Cola abzufüllen.) Danke, Alfter!

VfL Alfter - Fortuna Köln

VfL Alfter - Fortuna Köln

Alle Fotos auf Flickr: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-posted/2011/10/09/?view=lg

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2 Gedanken zu “VfL Alfter – Fortuna Köln 0-2

  1. Gustavo schreibt:

    Danke für den Spielbericht! Ein wie gewohnt souveräner Pokalauftritt von Fortuna. „Willst du dich mit Alfter messen, musst du Dieters Würstchen essen“ – Das hat wohl nur Steffen Moritz beherzigt.

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