1. FC Köln II – Fortuna Köln 0-0

Das erste torlose Unentschieden dieser Saison für die Fortuna, aber immerhin auch dritte Spiel, in dem die Null stand, was bisher nur gegen Idar-Oberstein und beim Heimauftakt gegen Wuppertal gelungen war, gestern aber auch mal gegen eine Spitzenmannschaft der Liga: Die Fortuna musste beim Tabellen-Dritten antreten, der U21 des 1. FC Köln. Angeblich waren 1.600 Zuschauer vor Ort,  was mir angesichts der offziellen Stadionkapazität von 5.500 Zuschauern aber etwa zu hoch vorkam.

1. FC Köln U21 - Fortuna Köln

Laut DFC-Ticker stellte Uwe Koschinat wieder ein 3-5-2 auf den Platz. Mir kam die Defensivformation aber viel mehr wie ein 4-4-2 vor. Zum einen, weil hinten einfach regelmäßig vier Spieler auf einer Reihe standen, siehe auch das folgende Foto, und zum anderen, weil Silvio Pagano auf der rechten Außenbahn gestern wenig nach hinten arbeitete, was bei einer Dreierkette unvermeidlich gewesen wäre. Stattdessen sicherte Alex Ende auf einer für ihn ungewohnten Position rechts außen hinter Pagano ab. Eine ungewöhnliche Maßnahme, denn auch wenn Ende seine Sache gut machte: Was war mit Daniel Bartsch, was ist mit Sven Theißen?

1. FC Köln U21 - Fortuna Köln

Jedenfalls lautete die Aufstellung in der offiziellen taktischen Notation: Paucken- Ende, Schäfer, Caspers – Pagano, Laux, Kühn, Yilmaz, Nottbeck – Moritz, Montabell.

Auflaufen der Mannschaften

Das Spiel begann für die Fortuna mit einem Schock: Ozan Yilmaz, in den letzten Partien bester Spieler der Südstadttruppe, verletzte sich schon nach fünf Minuten und musste gegen Hamdi Dahmani ausgewechselt werden. Wie das Spiel mit Yilmaz gelaufen wäre, ist natürlich müßig zu spekulieren. Ohne ihn konnte die Fortuna nach vorne jedenfalls zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährlich werden, was aber auch an der laufstarken und eng markierenden Verteidigung des FC lag. Lediglich zwei wirklich gute Chancen konnte sich die Offensive in 90 Minuten erarbeiten.

Der FC-Nachwuchs hingegen war zwar auch nicht viel druckvoller, aber feldüberlegen und konnte sich insgesamt mehr Chancen erarbeiten, so dass das Unentschieden am Ende zwar in Ordnung ging, man sich aber auch über einen knappen Sieg des FC nicht hätte beschweren können. Dennoch stand die Defensive der Fortuna gestern merklich besser als in den letzten Partien, der Shoot-out war keineswegs nur dem Glück zu verdanken.

Sehr wohl beschweren kann man sich aber über die larmoyanten Jungstürmer, die Dirk Lottner auf den Platz geschickt hatte. Insbesondere die 9 und 10 fielen bei jeder leichten Brise, die sie an diesem sonnigen Herbsttag zu spüren vermeinten. Wenn man den Jungs außer Taktik noch etwas beibringen muss, denn technisch sind sie natürlich top geschult, dann dass Fußballspiele gewonnen werden, indem man sich durchsetzt, auf den Beinen bleibt und einen guten Pass spielt, nicht über geschundene Freistöße.

Aua

Eine andere Randnotiz muss Silvio Pagano und den Fortuna-Fans gelten: Da zeigt sich eine schlimme Abwärtsspirale.

Pagano, der mit herausragenden technischen Fähigkeiten gesegnet ist, macht aus seinem Können regelmäßig zu wenig. Insbesondere unterlaufen ihm in jedem Spiel haarsträubende Abspielfehler, lange Bälle ins Nichts und andere läppsch verlorene Bälle. Sein Spiel wirkt dann lustlos und unkonzentriert. Den zwei, drei Highlights, die er in jedem Spiel parat hat, stehen lange Minuten entgegen, in denen er Bälle in Serie vertändelt. Da er das Pech hat, auf der rechten Außenbahn direkt vor dem Fanblock aufspielen zu müssen, so auch gestern, bekommt er die Enttäuschung und Empörung der Fans über seine Fehleistungen hautnah mit.

Die Fans ihrerseits haben Pagano inzwischen aber auch so auf dem Kieker, dass selbst dann, wenn ein Rückpass angesichts fehlender Anspielstationen und einer Überzahl von Gegnern die richtige Entscheidung war, Schmährufe laut werden. In so einer Situation reagierte Pagano gestern, nachdem der Ball im Aus war, mit einer dämpfenden Geste in Richtung Fanblock, was dort aber mehr als Provokation empfunden wurde – schließlich ist die Forderung an Pagano, eben gerade mal weniger ruhig zu machen, sich mehr reinzuhängen, zu kämpfen.

Alex Ende wirkte in dieser Situation auf Pagano ein, forderte ihn scheinbar auf, keine Konfrontation zu suchen und sich auf sein Spiel zu konzentrieren, weil man an den Fanreaktionen nichts ändern könne. So sah es jedenfalls aus.

Den Fans sollte ebenso klar sein, dass ein verunsicherter Pagano der Fortuna nicht helfen wird. Trainer Koschinat sollte allerdings auch mal darüber nachdenken, Pagano eine Auszeit zu gönnen. So steuert die Situation jedenfalls auf einen Crash zu, an dessen Ende es keine Gewinner geben kann.

Ende beruhigt Pagano

Ende beruhigt Pagano

Am nächsten Wochenende ist jedenfalls erst mal spielfrei, danach kommt der SV Elversberg ins Südstadion.

Nach dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff

Uwe Koschinat

Nach dem Schlusspfiff

Advertisements

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s