Kurz reingeschaut: „Lebensmittel“ von Michael Schmidt in Leverkusen

Wahrscheinlich verstehe ich die Kunst von Michael Schmidt einfach nicht. Einer, der an der Ausbildung von Andreas Gursky beteiligt war, kann ja eigentlich nicht so viel falsch machen., aber Schmidts Leverkusener Ausstellung „Lebensmittel“ hat mich dann doch sehr unterwältigt.

Seine Fotografie ist realitätsbezogen und stilistisch sachlich-nüchtern„, schreibt die Wikipedia. Den Unterschied zu „langweilig“ konnte ich ehrlich gesagt nicht erkennen, obwohl ich beispielsweise die Künstler der New Colour Photography sehr schätze, die ebenfalls sachlich-nüchterne Düsseldorfer Schule sowieso. Vielleicht oute ich mich damit genauso als Banause wie einer, der zeitgenössische Popmusik geringschätzt, obwohl er die Beatles doch so sehr mag.

Jedenfalls waren mir die Lebensmittel-Motive Schmidts zu nüchtern, fast durchweg zu belanglos und auch in der Reihung nicht besonders aussagekräftig. Muss man Lebensmittel wirklich entglorifizieren, wie die Welt meint?

Schmidts Blick aber ist alles andere als barock. Er pflegt einen Realismus, der sich fortwährend selbst problematisiert. Nie stellt sich eine inhaltliche Aussage vor die Motive, die so ganz von selbst die ihnen innewohnende Monströsität entfalten können: die Stapelung, die Zerteilung, die Verschickung, die Quetschung.

Ich habe nichts Monströses gesehen, nur Banales. Das mit der fehlenden inhaltlichen Aussage kann ich jedenfalls unterschreiben.

Es muss jeder für sich entscheiden, ob er sich diese Ausstellung ansieht, ich warne allerdings vor zwei Punkten:

1. Wenn man sich vorab im Web Bilder ansieht, bekommt man keinen guten Eindruck von der Wirkung, die die Ausstellung dann tatsächlich hat.

2. Schmidts Bilder sind unter Glas gerahmt. Und obwohl die Fenster im Schloss Morsbroich mit hellen Tüchern abgehangen sind, spiegeln diese Gläser wie verrückt. Es ist oft wirklich schwierig, einen Blick auf das Motiv zu bekommen, und nicht sich selbst oder das Fenster hinter einem zu sehen. Das ist mehr als ärgerlich, es ist nämlich auch dem Künstler und seiner Kunst gegenüber geringschätzend. Hier hätte sich der Kurator einfach mehr Mühe geben müssen.

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