Fortuna Köln – 1. FC Köln II 1-1 (1-0)

Endlich mal wieder was los im Südstadion: Knapp 2.000 Besucher wollten bei kühlem, aber trockenem Aprilwetter das höchstklassige Stadtderby sehen, das der Kölsche Fußball zu bieten hat, darunter auch Oberbürgermeister Roters, Alt-OB Schramma und die Frau des erkrankten Alt-OB Burger.

Südstadion

Fortuna Köln - 1. FC Köln U21

OB Jürgen Roters

Der Trainerwechsel beim FC in dieser Woche brachte die Zuschauer leider darum, einen alten Fortunen im Südstadion begrüßen zu dürfen: Dirk Lottner musste seinen neuen Assistenzpflichten für die erste Mannschaft nachkommen. Und Milivoje Novakovic, über dessen Einsatz im Forum vorab spekuliert worden war, ist nun ja ebenfalls wieder begnadigt, war aber auch letzte Woche nicht mit der Zweiten gegen Düsseldorf II angetreten.

Bei der Fortuna war die Aufstellung durcheinander gewirbelt worden: Ozan Yilmaz stand nicht mal im Kader, vermutlich noch als Auswirkung seiner Erkältung, die auch einen Einsatz unter der Woche in Mainz verhindert hatte. Für ihn verteidigte Daniel Bartsch hinten rechts. Auf der linken Seite wurde Michael Lejan in die Verteidigung zurück gezogen. Steffen Moritz rückte dafür wieder in die Sturmspitze, wo Fabian Montabell eine Pause bekam. Linksaußen war endlich mal von Anfang an Michael Kessel. Und im defensiven Mittelfeld durfte Christian Pospischil den Platz einnehmen, den lange Maurice Kühn abonniert hatte. Die komplette Aufstellung: Paucken – Bartsch, Laux, Schäfer, Lejan – Pospischil, Nottbeck – Pagano, Dahmani, Kessel – Moritz. Das von Uwe Koschinat vorab angekündigte 4-3-3 ist während der Saison endgültig zu einem 4-2-3-1 mutiert.

Auflaufen der Mannschaften

Abmarsch der Ballkinder

Ein Freund, ein guter Freund...

Es entwickelte sich vom Anstoß weg eine ganz andere Partie, als das noch im Hinspiel der Fall gewesen war. Die Fortuna war so aggressiv, wie sich Uwe Koschinat das wohl immer wünscht, übte bereits beim Spielaufbau Druck auf den Gegner aus und konnte so zahlreiche Bälle gewinnen. Aus den Angriffen über die Flügel, wo regelmäßig schöne Steilpässe kombiniert wurden, ergaben sich dann sogar mehrere gute Gelegenheiten, von denen die beste Hamdi Dahmani bereits nach 10 Minuten frei vor dem Tor vergab. Unfassbar!

Fortuna Köln - 1. FC Köln U21

Fortuna Köln - 1. FC Köln U21

Fortuna Köln - 1. FC Köln U21

Die Fortuna war insgesamt hoch überlegen und belohnte sich nach 40 Minuten endlich durch Steffen Moritz, der einen Querpass ins leere Tor schoss – auch wenn er ihn fast noch gomezianisch drüber gesetzt hätte.

1-0 durch Steffen Moritz

1-0 durch Steffen Moritz

Steffen Moritz

Mit dem um mindestens ein Tor zu niedrigen Stand von 1-0 ging es in die Pause.

Halbzeit

Danach war das Spiel dann schnell vorbei. Oliver Laux hatte in der 47. Minute alle Zeit der Welt, einen zu langen Angriffsball zu klären, ließ ihn aber aufspringen, versuchte ihn zu Torwart Paucken zurück zu köpfen, traf den Ball aber dabei nur so schwach, dass der inzwischen herangeeilte FC-Stürmer keine Mühe hatte, zum Ausgleich zu verwandeln.

0-1

Sua culpa

Effzeh-Jubel

In der Folge passierte auf dem Spielfeld nicht mehr viel Sehenswertes. Zunächste plätscherte das Spiel ohne große Torchancen ein bisschen hin und her, Michael Lejan bekam in einem Zweikampf eine übel aussehende Gesichtsverletzung ab, und erst kurz vor Schluss, als die Fortuna noch einmal die Feldhoheit gewonnen hatte, wurde Silvio Pagano, auf den gegnerischen Keeper zulaufend, von der Seite gelegt, was der Schiedsrichter als faire Aktion auslegte. Silvio Pagano sah das wohl anders, was er dem Mann in Gelb aus vergleichsweise kurzer Distanz bei der nächsten Spielunterbrechung auch persönlich mitteilte und für diesen Protest erstaunlicherweise keine gelbe Karte sah.

Pagano kurz vorm Kopfstoß gegen den Schiri

Fortuna Köln - 1. FC Köln U21

Ein Highlight wenige Minuten vorher hätte ebenfalls noch fast zum verdienten Sieg geführt, als Michael Lejan einen abgewehrten Ball 30 Meter vom gegnerischen Tor entfernt mit einem seitlich angesetzten Schuss volley nahm und nur ganz knapp am Winkel vorbeisetzte. Schade, das wäre das Tor des Monats geworden!

Fortuna-Trainer Koschinat wechselte erst sehr spät. Dass die Mannschaft neuen Schwung brauchte, war spätestens Mitte der zweiten Hälfte unübersehbar, aber erst in der 77. Minute kam (positionstreu) Heber für Dahmani, und erst fünf Minuten später Montabell für Kessel. Beide Wechsel verpufften allerdings komplett, und wenn Uwe Koschinat das genau so befürchtet hatte, dann verstehe ich seine Zurückhaltung.

Am Ende stand also ein 1-1, das dem Gast nach der ersten Halbzeit schmeichelte, in der die Fortuna das Spiel hätte entscheiden können und auch müssen. Der FC-Nachwuchs konnte sich über die gesamte Partie hinweg nicht eine einzige gute Tormöglichkeit erarbeiten, nur das Geschenk von Oliver Laux nahm er dankend an.

Eine aus meiner Sicht zwielichtige und unerfreuliche Aktion muss aber noch erwähnt werden: Eine Viertelstunde vor Spielschluss ging eine Gesandtschaft der Red Eagles/Eagles (wohl unter den Pfiffen anderer Fanclubs) zum gut gefüllten Gästeblock und präsentierte dort ein Plakat „Pro WH und Pyro“.

Verbrüderung der Red Eagles mit der WH

Verbrüderung der Red Eagles mit der WH

Verbrüderung der Red Eagles mit der WH

Teile der Gästefans waren kurz vorher negativ aufgefallen. Die Kurve hatte Wechselgesänge mit ein paar Stadionverbotlern angestimmt, die sich an der Umzäunung der Nordkurve versammelt hatten und auch auf das Tor geklettert waren. Als sich zwei Polizisten zusammen mit zwei Securityleuten die Situation ansahen, um zu entscheiden, ob sie einschreiten würden oder nicht, wurden in der Kurve sehr, sehr üble Hassgesänge angestimmt, in denen es darum ging, Polizisten zu töten.

Stadionverbot

Ich will es ganz deutlich sagen: Man darf sich mit Leuten, aus deren Mitte solche Gesänge kommen, aus deren Mitte ein Gladbacher Fanbus kriminell überfallen wurde, aus deren Mitte nach dem Spiel gegen Bayern ein Polizist zusammengeschlagen wurde und aus deren Mitte auch sonst immer wieder Gewalt und andere inakzeptablen Aktionen verübt wurden, nicht so undifferenziert gemein machen, wie das die Red Eagles mit ihrem Plakat „Pro WH“ getan haben. So solidarisiert man sich auch mit den Schlägern. Ich finde das einfach nur verachtenswert.

2 Gedanken zu “Fortuna Köln – 1. FC Köln II 1-1 (1-0)

  1. Damit muss ich wohl leben. Kann ich auch ganz gut. Ich habe mich da nicht ohne vorherige, sorgfältige Überlegung sehr eindeutig positioniert.

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