Fortuna Köln – MSV Duisburg II 4-2

Ich werde echt nicht schlau aus dieser Mannschaft. Sie gewinnt und gewinnt und gewinnt, jetzt schon zum sechsten Mal im siebten Spiel. Aber mir wird nicht klar, ob das nun wirklich immer die eigene Stärke war, oder die Schwäche der Gegner, oder Glück, oder abwechselnd mal das eine und mal das andere?

Angesichts der Tatsache, dass es vielleicht einer der letzten Sommertage des Jahres sein würde und mit dem MSV Duisburg II nicht gerade der attraktivste Gegner der Liga zu Gast war, stellte ich mich heute mal in die Sükurve. Deshalb kann ich über das Spiel nicht so viel sagen wie sonst, weil man aus der Kurve einfach nicht so gut sieht. Immerhin fielen fünf von sechs Toren vor unserer Nase.

Südstadion

Koschinat hatte zum inzwischen dritten Mal dieselbe Startformation ins Rennen geschickt, obwohl ich nach der schwachen Partie in Velbert Änderungen erwartet hätte. Aber die Mannschaft rechtfertigte das Vertrauen und dominierte die Partie gegen schwache Duisburger vom Anpfiff weg nach Belieben. Die kleinen Zebras, gerade erst aufgestiegen, haben anscheinend nicht ohne Grund erst einen Sieg und ein Unentschieden auf dem Konto, beide Erfolge wurden mit Hüls und Bayer II gegen Nachbarn aus dem Tabellenkeller erzielt.

Der Führungstreffer nach 11 Minuten durch Nottbeck war überfällig, und als fünf Minuten später ein Duisburger Spieler überraschend glatt Rot sah, schien die Kiste gelaufen… …hatte man wenigstens gedacht, bis in der 30. Minute Duisburg mit dem ersten Angriff den Ausgleich erzielte.

Jubel über Nottbecks 1-0

Verwunderung über die rote Karte

Duisburg bejubelt den Ausgleich

Der Pausenstand von 1-1 war einerseits für die Zebras glücklich, andererseits war er die gerechte Strafe für die Fortuna, nicht mehr aus ihrer Überlegenheit gemacht zu haben. In einer Szene lief Thomas Kraus frei auf den Torwart zu, und aus der Südkurvenperspektive konnte man wunderbar sehen, wie breit das Tor ist: Den Ball in die linke oder rechte Ecke schieben, sichere Bude. Aber nein, Kraus wollte den Keeper tunneln, doch der war nicht so doof. Peinlich vergeben.

Nach der Pause stellte Lejan dann aber sehr schnell die Führung wieder her, und mit dem 3-1 durch Flottmann (mit einem abgefälschten Ball aus kurzer Distanz) hätte der Sieg endgültig sicher sein müssen.

Jubel über Lejans 2-1

Das 3-1 fällt

Doch wiederum mit der nächsten guten Torchance gelang Duisburg noch einmal der Anschluss, bevor Silvio Pagano, rotzfrech und abgezockt, einen Steilpass aus zehn Metern nicht mit Kraft auf’s Tor hieb, sondern mit viel Gefühl ins kurze Eck schob.

Man freut sich über Paganos 4-2

Der Sieg war unbedingt verdient, aber gegen so eine Truppe darfst du in Überzahl niemals zwei Tore kassieren. Das ist nur durch das Traumwetter zu entschuldigen und dadurch, dass die Duisburger so harmlos waren, dass man meinte, es könne sowieso nichts passieren.

Diese Fortuna-Mannschaft macht auf mich den Eindruck eines Schwergewichtsboxers: Er lauert, er kassiert auch mal einen Treffer, bleibt aber stehen. Er wirkt manchmal langsam und sogar unbeholfen, doch du weißt, dass er jederzeit ausholen und zuschlagen kann. Und wenn er dich trifft, dann bist du k.o.

Es bleiben nach diesem torreichen Sommerkick noch ein paar Anmerkungen:

  • Es war interessant, das Spiel mal von hinten zu sehen. So wurde deutlich, dass die Fortuna das Spiel bei Ballbesitz sehr breit macht, die Außenlinien immer besetzt hält. Wenn ein Spieler auf dem Flügel dann in aussichtsreiche Position kommt, um den Ball nach innen zu bringen, dann ziehen die gegenüberliegenden Außenspieler nach innen, um für den Abschluss bereit zu stehen.  Genau so fiel das 2-1 durch Lejan.
  • Die Mannschaft hängt stark von der Form Silvio Paganos ab – und das ist kein Vorwurf, denn von einem der stärksten Ligaspieler darf man schon mal abhängen. In der ersten Hälfte gelang Pagano wenig: ein Tor. In der zweiten Hälfte hatte er zahlreiche gute Aktionen, konnte sich viel besser durchsetzen und bekam bessere Zuspiele: drei Tore.
  • Dominique Ndjeng ist ein Gigant. Er antizipiert perfekt, steht immer richtig zu Ball und Gegner, trifft defensiv immer die richtige Entscheidung und bringt seine offensiven Bälle mit hoher Quote an den eigenen Mann.
  • Laut allen offiziellen Statistiken stand Massimo Cannizzaro auf dem Feld. (Nachtrag: Ich muss ihn leicht exkulpieren: Er leitete den Ball weiter, aus dem Lejan dann das 2-1 machte, hat also einen Scorerpunkt gesammelt.)
  • Dass es in der Südkurve keine Bratwurst gibt, ist eine weitere schlechte Note auf dem Armutszeugnis unseres Caterers.

Nach dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff

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2 Gedanken zu “Fortuna Köln – MSV Duisburg II 4-2

  1. Dietmar Broicher schreibt:

    gut dass Du in der Südkurve auch einmal die Bockwurst probieren durftest – so etwas bekommt man als Tribünenzuschauer gar nicht erst mit…

  2. Clemens Reiter schreibt:

    Für mich war dieses Spiel trotz der unnötigen Gegentore und der damit verbundenen Spannung das beste in dieser Saison. Dass man sich gegen einen dezimierten Gegner schwerer tut als gegen 11 Spieler, haben wir ja selbst schon eindrucksvoll bewiesen, als wir zu zehnt schon zwei Spiele gewonnen haben.

    Was schmerzt, ist lediglich unser desolates Abwehrverhalten, das immer wieder zu unnötigen Gegentoren führt. Bis auf Ndjeng hat in unserer Mannschaft offensichtlich noch keiner etwas von Manndeckung gehört.

    So lassen sich unsere Defensivspieler in zuverlässiger Regelmäßigkeit von aufrückenden Gegenspielern einfach überlaufen und dann wundern sie sich, dass diese plötzlich freistehenden Spieler ein Tor erzielen. So geschehen ja nicht nur in diesem Spiel.

    Erfreulich ist der Umstand, dass bei uns viele Spieler Tore erzielen können, wenn die Stürmer mal eine Flaute haben (obwohl diese trotz Torlosigkeit sehr aktiv und an den Spielzügen sehr oft beteiligt waren).

    Sollte unsere Elf dieses Manko noch in den Griff bekommen, dann wird sie in dieser Saison sicherlich immer auf den vorderen Plätzen zu finden sein.

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