1. FC Köln U21 – Fortuna Köln 1-2

Soll ich heute von den zwei Gesichtern der Mannschaft reden? Soll ich von den vergebenen Chancen reden? Von den läppschen ersten 25 Minuten? Von den Fehlpässen? Ich sollte wahrscheinlich, aber ich will nicht – weil das gestern am Ende einfach nur ein geiler Sieg war! Ein Sieg, den die Mannschaft erzwungen und erkämpft und erspielt und sich deshalb am Ende hoch verdient hat!

Nach dem Schlusspfiff

Es begann katastrophal: Schon nach ein paar Minuten bekam Lucas Musculus den Ball kurz in den Lauf gespielt, umkurvte Poggenborg und schob ins leere Tor ein. Uwe Koschinat bemängelte nach dem Spiel, dass in dieser Szene nahezu alles schief gelaufen war, was man vorher besprochen hatte. Und nach rund zwanzig Minuten hätte es auch gut und gerne 2-0 für den Effzeh stehen können, denn ein Kopfball auf’s kurze Eck ging nur Zentimeter am Winkel vorbei, und ein selten desaströser Rückpasslupfer von Ndjeng landete auf dem Tornetz. Poggenborg hätte in beiden Szenen keine Chance gehabt.

Der Effzeh jubelt über das 1-0

Im Anschluss fing sich die Mannschaft jedoch, erarbeitete sich eine Feldüberlegenheit, fand aber nicht zur nötigen Präzision, so dass Schüsse am Ziel und Zuspiele am Mitspieler vorbei gingen. Der Ausgleich wäre zwar schon vor der Pause möglich, aber letztlich nicht verdient gewesen.

Nach dem Seitenwechsel jedoch zeigte die Mannschaft dann über eine halbe Stunde lang Fußball aus dem Koschinat-Lehrbuch: Sie baute hohen Druck auf den Gegner auf, indem sie die Bälle schnell steil aber auch gezielt nach vorne spielte und mit Tempo auf die Abwehr zulief. Insbesondere Silvio Pagano müsste nach diesem Spiel Muskelkater im rechten Oberarm haben – so oft hob er ihn nämlich, um den Diagonalpass auf seinen Flügel zu fordern. Ein Tor bereitete er am Ende vor, bei einem weiteren Zuspiel hätte Lukas Nottbeck den klug flach hereingegebenen Ball aus sechs Metern nur ebenso flach auf’s Tor bringen müssen, und überhaupt veransteltete Pagano zusammen mit Ozan Yilmaz auf rechts einen Wirbel, den die FC-Verteidiger letztlich nicht stoppen konnten.

Die Tore für die Fortuna fielen so fast zwangsläufig und waren genau deshalb noch befriedigender. Erst passte Fabian Montabell auf Lukas Nottbeck, dessen Schuss der Keeper noch halten konnte, um dann gegen den Abstauber von Kraus machtlos zu sein. Anschließend hätte wieder Kraus, frei vor dem Tor, schon die Führung herstellen müssen, ließ aber am Ende Montabell den Vortritt, der eine Hereingabe von Pagano unsauber traf und so letztlich glücklich verwandelte.

Jubel über Montabells 2-1-Siegtreffer

Jubel über Montabells 2-1-Siegtreffer

Die letzten zehn Minuten und die Nachspielzeit gehörten noch einmal dem FC, der alles nach vorne warf, aber nur deswegen bis zum Schluss hoffen durfte, weil der Schiedsrichter einen Kontertreffer von Lukas Nottbeck aus unersichtlichen Gründen zurückpfiff. Überhaupt hätte der Schiri der Fortuna auch schon früher helfen müssen, doch der Elfmeterpfiff unterblieb, obwohl Thomas Kraus im Strafraum mit dem Rücken zum Tor stehend klar getreten worden war.

Kraus verletzt

Der Sieg war sehr verdient und nicht nur deswegen so schön, weil er in einem Derby erzielt wurde, sondern weil die Dramaturgie dieses Spiels alles bot: Rückstand, Druckphase, Wende, Wut auf den Schiri und Zittern bis zuletzt. Außerdem war die Stimmung gestern sagenhaft, der neue Fankurventrommler gab alles und der Support war das ganze Spiel über so laut wie nach dem Schlusspfiff, als Uwe Koschinat höchstpersönlich das Mailand-Lied anstimmte.

Danke für dieses Erlebnis! Und auf eine Steigerung am Montag bei RWO!

Spielerkreis nach der Partie

Nach dem Schlusspfiff

Dramatische Stimmung

Alle Fotos vom Spiel auf Flickr.

TV-Tipp: RWO – Fortuna Köln am Montag

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