Fortuna Köln – FC Kray 1-1 (0-1)

Wie glücklich ich mit unserem immer noch etwas neuen Trainer bin, das wurde mir gerade gestern wieder klar, als ich die Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Kray auf YouTube sah: Trotz verständlichen Frusts war Uwe Koschinat bereit zu erklären, was er sich vor dem Spiel bei der ungewohnte Aufstellung im 3-5-2 gedacht hatte. Und er war vor allem bereit zuzugestehen, dass seine Idee nicht funktioniert hatte, durch die nur einfache Besetzung der Flügel die gegnerischen Außenverteidiger aus der Kette zu ziehen und so Platz für die eigene Doppelspitze zu schaffen.

Die Mannschaften kommen

Lediglich einen wichtigen Aspekt ließ Koschinat unerwähnt: Eine Aufstellung mit einfach besetzten Flügeln ist natürlich empfindlich von der Qualität der Außenspieler abhängig. Und während Silvio Pagano auf rechts eine von ihm gewohnte, also gute Leistung abrief, kam die Auswechslung seines linken Pendants Eric Schaaf in der Pause ungefähr 45 Minuten zu spät. Regelmäßig ist während dieser Saison auffällig, dass die linke Seite der Fortuna gegen die rechte abfällt. Aber gestern brachte Eric Schaaf so wenige Flanken vernünftig vor das Tor oder in den Rücken der Abwehr, dass die Zuschauer gegen Ende der ersten Hälfte schon aufstöhnten, wenn er den Ball zugespielt bekam, nur um ihn absehbar wieder hinter das Tor oder in die Füße des erstbesten Gegenspielers zu schlagen. Sebastian Zinke, der ihm von der linken Position der Dreierkette oft zu Hilfe eilte, stellte sich nicht besser an.

Auf rechts funktionierte das Konzept schon besser, aber auch Pagano, in der zweiten Hälfte im Verbund mit Yilmaz, brachte den letzten Ball nicht zum Mitspieler.

Relativ gut funktionierte dagegen das sehr fluide Spiel mit vielen Positionswechseln, das Nottbeck, Pospischil und Kessel im Zentrum aufzogen. Vor unlösbare Probleme stellten aber auch sie die Krayer Abwehr nicht.

Wenn man jedoch nur nach vorne spielt, wird man hinten oft zu leichtsinnig – und so genügte den Krayern der erste Angriff zum Treffer, wobei die Fortuna-Abwehr zudem mehrfach die Chance hatte, den Ball zu erobern oder abzuwehren. Doch weder konnte Zinke die Flanke verhindern, noch Poggenborg den Ball festhalten, der dann wieder vor einen Krayer Fuß fiel, und auch am langen Pfosten war der grüne Spieler eigentlich hinter einem Fortunen schlechter positioniert.

Kray jubelt über die Führung

Nur mit großem Glück fiel nicht vor der Pause noch das 0-2, als ein Krayer Spieler nach einem Eckball das Tor frei vor sich hatte, aber seinen Kopfball zu hoch ansetzte.

Die zweite Hälfte war dann ein einziges Anrennen gegen das Tor der Gäste, doch der reine Wille genügt eben nicht immer – manchmal müsste auch mehr spielerische Qualität hinzu kommen.

Pech hatte die Fortuna nur in einer Szene, als Thomas Kraus seinen Ruf als Chancentod untermauerte, als er ausnahmsweise mal nicht frei vor dem Torwart vergab, sondern einem Schuss von Oliver Laux im Weg stand, der sonst unzweifelhaft ins Netz eingeschlagen wäre.

Das Tor von Silvio Pagano, ein trockener Schuss ins kurze Eck, reichte somit nur zu einem Punkt, zwei waren verloren. Wenn am Ende der Saison Punkte fehlen sollten, dann wird man sich an Verl, F95 II, Oberhausen und Kray erinnern müssen. Die tollen Siege gegen Wuppertal, RWE oder Lotte waren die Butter, aber man braucht auch das Brot, auf das man sie schmieren kann.

Jubel über Paganos Ausgleich

Fortuna Köln - FC Kray

Nach dem Abpfiff

Alle meine Fotos vom Spiel auf Flickr.

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