Viktoria Köln – Fortuna Köln 1-3 (ein Bericht aus der Ferne)

Ausgerechnet Kraus! Ausgerechnet Pospischil! Ausgerechnet die beiden Spieler, die zuletzt mit am meisten in der Kritik standen, entschieden dieses Stadtderby. Chancentod Kraus hatte schon am letzten Wochenende eiskalt eine 100%ige versenkt, und auch gestern gelang es ihm wieder, im direkten Duell mit dem Torwart das Richtige zu tun.

Aber dass Thomas Kraus überhaupt in diese Situation geriet, das war ganz großer Sport. In allen Berichten, die ich gesehen habe, wurde der „Zauberpass“ von Pospischil gelobt. Ganz ehrlich: Das war ein ganz einfacher, unbedrängter, unverstellter Pass auf einen Mitspieler, der mit beiden Armen signalisiert, wie frei er steht. Wie dann aber Kraus den Pass mit dem Rücken zum Tor annahm, ihn in einer fließenden Drehbewegung mitnahm und dann sofort mit links gezielt neben den Pfosten einschoss – das war Weltklasse! Und wenn ich Weltklasse sage, dann meine ich Weltklasse, und jeder wird mir zustimmen müssen, der auch dieses Gomez-Tor für Weltklasse hielt, dessen nahezu exakte, lediglich spiegelverkehrte Kopie Pospischil und Kraus auf den Höhenberger Rasen zirkelten: http://www.youtube.com/watch?v=d7EtgscxOGQ.

Einen weiteren Assist sammelte Pospischil: Er schlug den guten Freistoß, in den Flottmann zum 2-0 nur noch den Kopf halten musste.

Ich konnte tragischerweise nicht im Stadion sein, weil meine einzige verpflichtende Samstagsarbeit in diesem Jahr natürlich genau auf denselben Tag fiel wie das Spiel des Jahres. Insofern kann ich nicht viel mehr zum Spiel berichten, außer dass alle Fortuna-Fans und auch der KStA-Ticker ein anderes Spiel gesehen haben der WDR in seinem Bericht.

In der Tabelle liegt die Fortuna jetzt an der Spitze, allerdings hatte sie das Spiel gegen Duisburg vorgezogen und muss übermorgen zusehen, ob Viktoria beim Tabellenletzten F95 II gewinnen und wieder um einen Punkt vorbeiziehen kann. RWE könnte nach Punkten am Dienstag gleichziehen (wenn auch nicht in der Tordifferenz) , hat es immerhin mit den SF Lotte zu tun, die sich in dieser Saison auswärts aber nicht durchweg mit Ruhm bekleckerten.

Die Schlussbemerkung muss Viktorias neuem Trainer Wolfgang Jerat gelten. Sein Auftritt in der Pressekonferenz lässt nur zwei Schlüsse zu: Entweder, er steht nach nur einem, auch noch glücklichen Punkt aus zwei Spielen unter ihm schon sehr unter Druck. Oder er ist ein arroganter Schnösel. Oder natürlich beides. Aber so tritt man als verdienter Verlierer einfach nicht auf – außer man will das Unsympathen-Image des eigenen Clubs stärken.

Derbysieger! Spitzenreiter! Fortuna!

Nachtrag. Sehr schöner Bericht von Arnd Zeigler über die Fortuna-Fans beim Derby.

2 Gedanken zu “Viktoria Köln – Fortuna Köln 1-3 (ein Bericht aus der Ferne)

  1. Campbell schreibt:

    Der Kommentar des WDR-Berichtes war wirklich sehr eigentümlich. Ich habe den WDR um Stellungnahme gebeten! Mal sehen…;-)

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s