Die Umzugsfalle der Stadt Köln

Ich ziehe dieser Tage um, und wie die meisten Menschen, mache ich das mit einem großen Auto, das am Umzugstag vor der Tür parken muss.

Die Stadt Köln bietet dafür Unterstützung an, wie wahrscheinlich die meisten anderen Gemeinden auch: Man kann eine Ausnahmegenehmigung beantragen, wenn der Umzugswagen nicht problemlos vor dem Haus abgestellt werden kann. Explizit aufgeführt sind diese möglichen „Genehmigungsinhalte“:

  • Das Umzugsfahrzeug soll im Haltverbot, im Fußgängerbereich oder Ähnlichem abgestellt werden.
  • Das Umzugsfahrzeug könnte zwar grundsätzlich ohne Ausnahmegenehmigung abgestellt werden … Tatsächlich ist dies wegen ständig parkender Fahrzeuge oder anderer Ladetätigkeiten aber nicht möglich. Daher soll eine mobile Haltverbotszone eingerichtet werden.

(Hervorhebung von mir)

Unmittelbar vor dem Haus, in dem ich jetzt noch wohne, steht ein Haltverbotsschild. Das haben zwar Besucher des Hauses in der Vergangenheit schon einmal beim Ausparken umgeflext, die Stadt bestand aber darauf, es wieder zu errichten, auch wenn sich wenigstens mir der Sinn eines Halteverbots an dieser Stelle nicht erschließt. Ein eingeschränktes Haltverbot, im Volksmund Parkverbot, ist wegen der Garagenausfahrten unbedingt notwendig, ein Haltverbot nicht unbedingt. Selbst LKW können an haltenden Fahrzeugen problemlos vorbeifahren, eine besondere Gefahrenstelle gibt es auch nicht.

Der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für den Umzugswagen sollte nichts im Weg stehen, dachte ich.

Ich füllte den entsprechenden Antrag (PDF) der Stadt Köln aus und kreuzte ordnungsgemäß an, dass sich vor dem Haus ein „absolutes Haltverbot“ befindet, von dem für einen Tag ausgenommen zu werden ich also beantragte.

Ausnahmegenehmigung Halteverbot
Ausnahmegenehmigung Halteverbot

Den Antrag faxte ich an die Stadt – und hörte nichts mehr davon. Gestern rief ich an, fragte nach, erwischte eine wirklich sehr freundliche Sachbearbeiterin, die meinen Antrag nicht finden konnte und sogar ins Nachbarbüro rannte, um den Kollegen zu fragen. Kein Ergebnis.

Also sollte ich den Antrag einfach noch einmal faxen, meinte sie, bis ihr die Idee kam: Was für eine Ausnahmegenehmigung ich denn erteilt bekommen wolle? Ich: Von einem absoluten Halteverbot. Sie: Ja, das *können* wir ja gar nicht. Dazu müsse ein anderes Amt gefragt werden, was aber anscheinend auch binnen einer Frist von mehreren Wochen oder gar überhaupt nicht denkbar ist.

Ich fasse also zusammen:
Die Stadt Köln bietet an, Ausnahmegenehmigungen zum Parken von Umzugswagen zu erteilen. Wenn ein Antragsteller die vorgesehene Option ankreuzt, eine Ausnahme von einem absoluten Halteverbot erteilt zu bekommen, dann wird sein Antrag vom Sachbearbeiter weggeworfen. Der Antragsteller erhält keine Rückmeldung, warum auch, schließlich kann sein Antrag gar nicht bewilligt werden.

Eine erstaunlich perfekte Falle.

Ein Gedanke zu “Die Umzugsfalle der Stadt Köln

  1. Das ist der Beweis, dass kölsche Beamte jeck sind. Offenbar bilden die sich ein, sie könnten so den Fortzug von Bürgern verhindern. Könnte doch sein, dass Du nach Düsseldorf ziehen willst und kein ebenbürtiger Steuerzahler nachrückt.

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