Rot-Weiss Essen – Fortuna Köln 0-1 (0-1)

Mit fast jedem Spiel werde ich glücklicher, dass die sportlich Verantwortlichen der Fortuna Uwe Koschinat als Trainer zu unserem Verein geholt haben. Nicht nur, dass er eine Mannschaft geformt hat, die Gesicht und Charakter hat und dabei das Spielen nicht vergisst. Nein, er nimmt mir auch fast noch das Bloggen ab, wenn er nach den Partien in den Pressekonferenzen seine perfekten, gut verständlichen Spielanalysen abgibt. Auch die von gestern kann ich in nahezu allen Punkten unterschreiben.

Lediglich das Glück der Fortuna habe ich in Halbzeit 1 nicht so strapaziert gesehen wie Koschinat. So lief das Spiel aus meiner Sicht:
Die Aufstellung war minimal defensiver als sonst. Im 4-3-3 stand im Mittelfeld kein nominell offensiv orientierter Akteur: Poggenborg – Sievers, Flottmann, Laux, Fink – Zinke, Nottbeck, Kühn – Kraus, Kialka, Schaaf. Im Auswärtsspiel beim RWE, der seinen letzten drei Gegnern jeweils vier Tore eingeschenkt hatte, war diese Maßnahme aber nur verständlich – und sollte sich im Rückblick als komplett richtig erweisen.

Vor dem Anpfiff

Die erste Hälfte der ersten Halbzeit dominierte die Fortuna vollständig. Der Gegner wurde früh gepresst, es gelangen zahlreiche Ballgewinne und nach vorne einige gute Kombinationen. Schon Eric Schaaf hätte nach acht Minuten das 1-0 machen können, als er alleine auf den Torwart zulief, aber das Beckenbauersche Veto nicht beachtete: Keine Lupfer! Der Versuch ging nämlich über das Tor genauso hoch hinweg wie über den Torwart. Nur ein paar Minuten später aber spielte sich die Fortuna auf rechts traumhaft direkt den Ball zu, dann ein langer Pass an die Strafraumgrenze, kurzer Pass auf Kialka, der zieht zwischen zwei Verteidigern auf halbrechts in den Strafraum und schließt sicher ins lange Eck ab. 1-0!

Jubel nach dem Tor

In der Folge verlor die Fortuna dann langsam ihre drückende Überlegenheit. Essen kombinierte im Mittelfeld gefällig, aber nach vorne zu unpräzise. Vor allem aber stand die Verteidigung der Fortuna gestern bombensicher: Das war eine höchst konzentrierte Leistung der kompletten Mannschaft, die sehr geschlossen den Gegner attackierte und in der jede doch mal entstehende Lücke sofort von einem Kameraden geschlossen wurde.

Zwei gute Gelegenheiten ergaben sich für Essen dennoch: Nach einem Rückpass gab es indirekten Freistoß aus zehn Metern seitlich vor dem Tor, den Essen jedoch etwas kläglich in die Mauer drosch. Und ein Fernschuss landete an der Latte. Mit Kombinationen allerdings brachte sich RWE gegen diese Fortuna nie in eine gefährliche Abschlussposition, der Ball konnte immer rechtzeitig geklärt werden.

Indirekter Freistoß im Strafraum

Genauso lief das Spiel dann auch in der zweiten Hälfte weiter, nur dass Essen jetzt noch weniger Chancen zustande bekam. Zu bemängeln war bei der Fortuna einzig und allein, dass nach vorne viel zu lange keine Entlastung geschaffen oder gar ein wirklich guter Konter gesetzt werden konnte. Die Bälle gingen meist schon an der Mittellinie wieder verloren.

Erst ab der etwa 80. Minute schien Essen etwas die Luft auszugehen und die Fortuna konnte das Spiel wieder für längere Zeit in die gegnerische Hälfte verlagern. Auch die Einwechslungen von Koschinat fruchteten, Pospischil und Montabell konnten den Ball gut halten, viel Zeit von der Uhr nehmen und die Essener Defensive beschäftigen. Kraus hätte kurz vor Schluss dann endgültig für die Entscheidung sorgen können, doch sein Versuch, den Ball über den Scheitel des Essener Schlussmanns zu ziehen, scheiterte.

So wäre es am Ende fast noch zum Punktverlust gekommen, doch ein Abpraller strich knapp am Kölner Tor vorbei, und der letzte Essener Schwalbenversuch wurde vom ansonsten recht einseitig für das Heimteam pfeifenden Bundesliga-Schiri Winkmann durchschaut. Seine Gestik schien aus der Distanz der gegenüberliegenden Kurve zunächst Elfmeter zu sagen, aber es war dann doch nur der Wink an den Essener Spieler, wieder aufzustehen.

Am Ende stand ein verdienter Sieg der Fortuna, die sich als das robustere, besser organisierte und willensstärkere Team gezeigt hatte. Essen fand nie die Mittel, weder die spielerischen noch die körperlichen, sich gegen die tief stehende Kölner Defensive durchzusetzen, und trotz eines deutlich geringeren Anteils am Ballbesitz konnte die Fortuna die Mehrzahl von Großchancen auf ihr Konto buchen.

Dieser Sieg war sehr wichtig für die weitere Spielzeit, denn nun ist Essen erst einmal abgeschüttelt und nach oben geht bei acht Punkten Rückstand und zwei Spielen weniger noch alles. Das kann noch eine sehr, sehr spannende Saison werden. Aber damit das passiert, muss Fortuna jetzt erst einmal in Düsseldorf aufpassen, dass sie nicht im Vorgefühl eines Pflichtsieges die Zügel schleifen lässt.

Was diese Mannschaft nämlich leisten kann, wenn sie mit vollem Engagement zu Werk geht, das zeigte sie gestern: Sie kann jeden Gegner in dieser Liga schlagen.

Kurz vor Sieg

RWE - Fortuna Köln

Die Mannschaft dankt den Fans

Uwe Koschinat feiert mit dem Gästeblock

Neue Hafenstraße

2 Gedanken zu “Rot-Weiss Essen – Fortuna Köln 0-1 (0-1)

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