Fortuna Düsseldorf U23 – Fortuna Köln 2-0 (0-0)

So glücklich, wie ich am Dienstag war, so sauer bin ich heute. Das war genau das Spiel, das ich befürchtet hatte: Zu locker angegangen, zu selbstverständlich den Sieg erwartet.

Es begann mit der Aufstellung: Uwe Koschinat sah, laut Fortuna-Facebook-Channel, „keinen Anlass, die Aufstellung zu ändern“. Mir würde da mindestens zwei Gründe einfallen: Der Gegner und der zu erwartende Verlauf des Spiels. Gegen Essen in Essen defensiv anzutreten ist richtig. Bei einer Mannschaft aus dem Tabellenkeller keinen kreativen Aufbauspieler auf dem Feld zu haben, verstehe ich nicht.

F95 U23 - Fortuna Köln

Das Spiel fing zerfahren an. Fortuna (natürlich Köln) fand nicht so recht ins Spiel, die Pässe kamen nicht an. Nach zehn Minuten jedoch schien sich die Mannschaft gefangen zu haben, sie dominierte die Partie jetzt wie zu Beginn in Essen – allerdings ohne sich große Chancen herauszuspielen.

Diese zwanzig Minuten blieben dennoch die besten des Spiels. Denn bis zur Pause und auch danach blieb das Spiel der Fortuna unpräzise und larifari: Die Bälle wurden nicht in den Fuß gespielt, dafür sollten sie dann aber gerne mit dem Außenrist weitergeleitet werden. Das ist einfach nicht das Spiel dieser Truppe, die sonst mit klaren und druckvollen Spielzügen agiert, nicht mit künstlerisch wertvollem Kleinklein.

Sinnbildlich für die falsche Ein- und Aufstellung heute war Maurice Kühn. Gegen Essen war er noch einer der besten, denn das ist sein Spiel: Wenn der Ball auf ihn zukommt, er den Turm in der Schlacht geben und seine Gegenspieler bekämpfen kann. Heute dagegen, mit meist zehn gegnerischen Spielern vor sich, war er fehlplatziert, verschleppte das Spiel ein ums andere Mal, wie weiland Ballack bei den Bayern, nur mit mehr Fehlpässen. Dass er bis zum Schluss auf dem Feld bleiben durfte und nicht einem Pospischil oder Kessel weichen musste, war mir nicht verständlich.

Nach vorne strahlte die Fortuna also keine Gefahr aus, und so geschah dsa Unvermeidliche: Ein Düsseldorfer setzt sich auf links durch, passt in die Mitte vors Tor, der Ball wird zu kurz abgewehrt und schlägt dann, gegen die Laufrichtung von Poggenborg geschossen, ein.

Anschließend waren immerhin die Wut und der Wille zu erkennen, die sich anbahnende Niederlage nicht einfach hinzunehmen. Allein, die Mittel genügten immer noch nicht, und so war das 0-2 prototypisch: Ein schlimmer Fehlpass von Schaaf über drei Meter, als er dem gegner nicht zutraute, den Fuß in den schwach gespielten Ball zu bekommen. Der Konter wird gut und steil gespielt, 1:1 gegen Poggenborg, der sich dem Angreifer entgegenwirft, der Ball wird an ihm vorbei gespitzelt, er kann dem Gegner nicht mehr ausweichen und sieht Rot. Eine aus meiner Sicht sehr harte Entscheidung. Den anschließenden Elfmeter verwandelt der Düsseldorfer sehr sicher gegen Ersatzkeeper Kühn, Fortuna hatte schon drei Mal gewechselt.

Abgang Poggenborg

F95 U23 - Fortuna Köln

Das war eine unter dem Strich schwache Leistung, die zurecht nicht mit Punkten belohnt wurde. Fortuna konnte den Gegner nie in echte Verlegenheit bringen, dafür spielte sie vor allem zu langsam. Und darüber bin ich heue einfach mal sehr, sehr sauer.

Die Niederlage ist übrigens noch einmal extra schmerzhaft, weil Lotte und Viktoria gewinnen konnten – Lotte in den letzten vier Minuten gegen die zuletzt 9-aus-10-Sieger von Wiedenbrück.

Ersatzkeeper Kühn beim Kopfball

F95 U23 - Fortuna Köln

P.S.: Und heute bin ich auch mal überhaupt nicht einverstanden mit der Spielbewertung von Uwe Koschinat. Angeblich war’s ein grandioses Spiel der Fortuna, bloß dass wir keine Tore geschossen haben. Finde den Widerspruch…

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