Kurz reingeschaut: „Männer“ im Schauspielhaus Köln

Ich muss mein Klagelied wiederholen, und hätte das gerne in der Kommentarspalte des Schauspielhauses getan, das meinen Text jedoch mit der Fehlermeldung „Botcheck error“ zurückweist. Nein, hier schreibt ein Mensch, wohingegen ich mir nicht sicher bin, dass „Männer“ nicht dem automatischen Playlistgenerator eines Privatradios entsprungen sein könnte.

Denn was hat so eine Aufführung an einem städtischen Theater zu suchen? Warum müssen wir so etwas subventionieren? Ich bin als Bürger und als Abonnent sehr verärgert.

„Männer“ ist nichts als eine platte, völlig willkürliche Aneinanderreihung von Schlagern, die dann auch noch an die wirklich simpelsten Instinkte des Publikums apellieren. Das ist viel zu selten witzig, immerhin gut gesungen, hat aber an keiner Stelle irgendeine Tiefe. Die Ironie ist nur vorgegeben, letztlich sitzen doch Menschen im Publikum, die den FC geil finden, in populären Melodien schwelgen und sich einfach ein bisschen amüsieren wollen. Und das Kölner Schauspielhaus bietet ihnen den Rahmen für den Selbstbetrug, das nicht unter dem Niveau zu tun, das die Aufführung doch nie erreicht.

Ich bin entsetzt, dass so etwas während der Intendanz von Karin Beier möglich ist, die uns, ohne dass sie jemand genötigt hatte, einst versprach, Singspiele gehörten nicht an ihr Theater. Und jetzt gibt es das platteste von allen, gegen das Radio Ro oder Werner Schlaffhorst, ganz zu schweigen von „Erdbeerfelder für immer“, geradezu Feste der Hochkultur waren.

Diese Aufführung, die auch noch das zweite Singspiel im diesjährigen, ohnehin kurzen Aboprogramm war, lässt mich ernsthaft überlegen, ob ich nächstes Jahr wieder Abonnent werden soll.

Was für ein Frechheit.

3 Gedanken zu “Kurz reingeschaut: „Männer“ im Schauspielhaus Köln

  1. Meine Einstellung zu Kultursubventionen hat kaum etwas damit zu tun, ob mir ein Stück gefällt oder nicht. Ich denke, dass Singspiele keine Subventionen brauchen, möglicherweise andere Genres auch nicht. Da wird mit Steuergeld einem privaten Theater ein möglicher kommerzieller Erfolg weggeschnappt.

    Ob wir überhaupt subventionierte Schauspielhäuser brauchen, ist eine andere Diskussion, ich neige da aber eher zu einem Ja. Ich bin auch für öffentlich-rechtliches Fernsehen, ärgere mich aber zu Tode, wenn dort Formate laufen, die private Sender mit demselben Erfolg senden könnten.

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