Fortuna Köln – Viktoria Köln 3-1

Dieses Spiel zeigte wie unter der Lupe auf, warum Fortuna und Viktoria in der Tabelle zum Ende der Saison jeweils dort stehen , wo sie stehen, nämlich Fortuna auf Platz 2, mit Restchancen auf den Aufstieg, und Viktoria, der erklärte Aufstiegskandidat, auf Platz 6, mit 16 Punkten Rückstand auf Platz eins bei einem Spiel mehr. Den Unterschied in dieser Partie machte eine wesentliche Qualität aus: Herz.

Nach dem Schlusspfiff

Denn nach Tormöglichkeiten war die Partie ausgeglichener, als es das Endergebnis vermuten lässt. Gerade in der ersten Halbzeit hatte Viktoria gleich eine ganze Reihe von guten Chancen, sogar einen Pfostenschuss, als Fortuna in der Defensive noch nicht so kompakt stand wie ab Mitte der ersten Hälfte und Viktoria zu viel Platz ließ. Aber von der ersten Minute an sah es so aus, als würden die Spieler von der Schäl Sick sich die Zeit bei einem Freizeitkick vertreiben, während Fortuna engagiert kämpfte. Viktoria spielte sich den Ball locker und drucklos zu, kam nur wegen der großen individuellen Qualität ihrer Spieler dennoch zu Tormöglichkeiten. Wenn Engagement bei Viktoria zu erkennen war, dann in Form von Frust und Übermotivation: Alex Voigt bekam sich nach seiner gelben Karte nach einer halben Stunde gerade noch in den Griff, vorher hatte er wie eine Rotkandidat mit Ansage ausgesehen, nahm eine Entschuldigung nach harmlosem Mittelfeldfoul an ihm nicht an und grätsche Sievers schließlich unnötig an der Außenlinie um. Eine Viertelstunde vor Ende keilte Gardawski an der Eckfahne gegen Lukas Nottbeck aus wie ein zorniger Ackergaul. Warum der ansonsten sehr gut leitenden Schiedsrichter Storks hier nicht mindestens Gelb zeigte, war unerklärlich. Und nach dem Spiel ließ Voigt seinen Frust angeblich noch an den eigenen Fans aus, jedenfalls gab es eine Auseinandersetzung, bei der Voigt von einem Mannschaftskameraden zurückgehalten wurde.

Nach dem Schlusspfiff

Gelb für Voigt

Fortuna im Gegensatz ackerte und rackerte das ganze Spiel über. Prototypisch eine Szene beim Stand von 2-0, als der Ball bei einem Konter über die Seitenauslinie zu gehen drohte und Thomas Kraus im Kung-Fu-Stil absprang, um die Szene am Leben zu halen. Und selbst, wenn nicht immer alles gelang und der Fortuna zwei Tore geschenkt wurden, war nur beim Team in rot-weiß der klare Wille erkennbar, als Sieger vom Platz zu gehen.

Zu den Toren der Fortuna: Das erste, schon nach neun Minuten, war eine Standardsituation. Lejan tritt einen guten Freistoß von halblinks in den Strafraum, im Strafraum rutscht ein Fortunaspieler weg und geht nicht zum Kopfball, so dass der Ball bis kurz vor’s Tor durchkommt, wo Oliver Laux nur noch den Fuß hinhalten muss. Nach dem 2-0 wollte der Viktorianer Tschumakow im Boden versinken, vielleicht auch schon vorher, denn am Fünfmeterraum bekam er den Ball zugespielt, verstolperte ihn aber peinlich, und der kurz zuvor eingewechselte Fabian Montabell, der gut Druck gemacht hatte, musste nur noch einschießen. Strafauswechslung für Tschumakow fünf Minuten später. Und beim 3-0 erlief Michael Lejan einen abgefälschten Schuss und vollendete selbst.

Untröstlicher Torverursacher

Zeigte sich also die ETL-Truppe auf dem Feld desolat unengagiert, so kann man das von den Fans der Viktoria nicht sagen: Die trommelten das ganze Spiel hindurch und brachten Sprechchöre, wenn auch zu 99% völlig einfallslose („Scheiß Fortuna“), und sogar eine Choreo beim Einlaufen der Mannschaften zustande. Das muss das Mitleid ihnen lassen. Denn ein Verein, der zu einem Stadtderby mit Straßenbahnanreise beim absoluten Hassgegner keine hundert Mann in seine Kurve bringt, entlarvt sich als das, was er unbestreitbar ist: Ein aufgeblasenes und von niemandem geliebtes Kunstprodukt ohne Basis. Diesen Auftritt peinlich zu nennen, ist schon das beste was man sagen kann, denn eigentlich dürfte man sowas nicht mal ignorieren.

Peinlich unterbesetzte Gästekurve

Auflaufen der Mannschaften

Mit einem Gesamtergebnis von 6-2 und dem aktuellen Tabellenstand hat die Fortuna jedenfalls mehr als deutlich gemacht, wer in dieser Stadt die Nummer zwei nach dem Effzeh ist. Und wenn nächste Saison voraussichtlich weniger Geld nach Zollstock fließt und vielleicht noch mehr nach Höhenberg, dann wird der aufrechte Fußballfan in Erinnerung behalten, wie das Duell dieser beiden Mannschaften ausgeht, wenn Waffengleichheit herrscht: 6-2 für die gute Seite der Macht.

Video des Spiels beim Stadtanzeiger: http://www.ksta.de/videos/15189544,15189544.html?bctid=2374453741001

Nach dem Schlusspfiff

Derbysieger

Nach dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s