Einzelkritik der Spieler von Fortuna Köln in der Saison 2012/13

Ich hoffe, ich habe nach dem Pokalsieg gestern nicht die rosa Brille auf. Aber nachdem das letzte Spiel der Saison gespielt ist, will ich mich an einer kurzen Einzelkritik aller Spieler versuchen.

Tor

1 – Andre Poggenborg: Der Mann heißt am Ende schon nicht versehentlich Borg statt Burg. Eine Burgfeste war sein Tor nämlich nicht zu jedem Zeitpunkt der Saison, auch wenn er natürlich ein guter Torwart ist und auch ein paar Punkte rettete. Aber wenn einer seiner Kameraden sich Poggenborgs unbedingtem Sieges- und Perfektionswillen nicht unterordnen wollte, dann wurde der in höchster Lautstärke assimiliert. Lieferte im Pokalfinale seine beste Saisonleistung ab.

12 – Alexander Monath: Musste nach einer Sperre von Poggenborg für zwei Partien ran und machte seine Sache sehr ordentlich.

Verteidigung

2 – Tobias Fink: Für mich ist der Außenverteidiger, vielleicht noch zusammen mit Lukas Nottbeck, der kompletteste Fußballer im Team: Kampfstark, konditionsstark, tolle Antizipation, hervorragende Ballbehandlung, dribbelstark und immer gefährliche Vorstöße. War nicht zufällig der Siegtorschütze zum Pokaltriumph.

3 – Daniel Flottmann: Eine sichere Wette in der Innenverteidigung. Manchmal ein bisschen hüftsteif, aber immer verlässlich.

6 – Oliver Laux: Obwohl offiziell noch als Mittelfeldspieler geführt, lief er genauso verlässlich in der Innenverteidigung auf wie Daniel Flottmann. In der Spieleröffnung entsprechend besser, ging auch mal mit nach vorne.

14 – Dominique Ndjeng: Der  vielleicht bedauernswerteste Bankdrücker der Saison. In den ersten Spielen war er noch gesetzt und lieferte für meinen Geschmack brillanteLeistungen ab: Körperlich extrem stark, tolles Stellungsspiel, sehr gute lange Bälle, kopfballstark und auch noch Linksfuß. Wer so jemanden nicht immer aufstellt, der hat einen sehr guten Kader.

19 – Ozan Yilmaz: Kongeniales Pendant zu Silvio Pagano vor ihm. Umgeschulter Mittelfeldspieler, zu dessen spielerischer Qualität nach vorne in den vergangenen zwei Saison ein immer geschickteres defensives Zweikampfverhalten kam.

23 – Jan-Andre Sievers: Blieb mir über die Saison hinweg ein Rätsel. Fiel nicht negativ auf, aber auch nicht oft positiv. Das muss nicht das Schlechteste sein.

27 – Mitja Schäfer: Mannschaftskapitän mit keiner Handvoll Spielen in der Saison. Leider erklärbar, weil es auf seiner Position gleich vier bessere Spieler gab.

29 – Eric Schaaf: Ein Wackelkandidat, und das nicht zu unrecht. Defensiv nicht immer sicher, und seine Flügelläufe endeten regelmäßig mit sehr schlechten Flanken. Guter Ergänzungsspieler, gefiel mir bei seinen Einsätzen im Mittelfeld zum Saisonende hin besser denn als Außenverteidiger. Letztlich fehlte ihm aber immer die letzte Konsequenz in seinen Aktionen.

Mittelfeld

7 – Michael Kessel: Fummler. Hatte eine gute, wenn auch kurze Phase in dieser Saison, als er hinter den Spitzen ran durfte. Letztlich mit zu wenig Durchschlagskraft für die erste Elf, weckt aber dennoch immer große Hoffnungen, wenn er eingewechselt wird.

10 – Christian Pospischil: Der gepflegteste Kicker der Mannschaft, der aber aus seinen Möglichkeiten zu wenig macht. Müsste eigentlich in jeder Partie ein Weitschusstor erzielen und drei tödliche Pässe spielen. Da ihm das aber nicht gelingt, war die Rolle als Ergänzungsspieler leider nicht ungerecht. Leider.

11 – Michael Lejan: Der Spieler, bei dem Licht und Schatten am dichtesten beieinander liegen. Hat einen gesegneten linken Fuß, geht aber in manchen Spielen komplett unter. Mit seinem Einsatz macht man nie etwas falsch, aber keine Fehler zu machen bringt nicht immer automatisch den Sieg.

13 – Lukas Nottbeck: Herz, Hirn und Vorkämpfer der Mannschaft, toller Fußballer. Unverzichtbar, bloß dass eben das nächste Saison gelingen muss. Ich habe große Befürchtungen, dass es genau seine Qualitäten sind, die der Viktoria in dieser Saison fehlten, um ganz oben mitzuhalten.

17 – Stipe Batarilo: Bekam seine Chance erst, als es um nichts mehr ging. Zeigte da aber, dass er mithalten kann. An Pagano war für ihn kein Vorbeikommen.

 

24 – Sebastian Zinke: Variabel defensiv einsetzbarer Spieler, der Innenverteidiger, Außenverteidiger, häufiger aber den Sechser gab. Gefiel mir dort als absicherndes Pendant zu Nottbeck immer gut.

28 – Maurice Kühn: Kann bitte jemand Maurice Kühn verbieten, im Spiel den Außenrist zu benutzen? In der Rückwärtsbewegung immer eine Bank, nach vorne aber oft die angezogene Handbremse im Spiel der Fortuna. Wahrscheinlich merkt er sich aber nur, dass es ihm gelungen ist, in dieser Saison ein Mal einen tollen Steilpass auf Thomas Kraus zu spielen. Mit dem Außenrist! Das muss doch jedes Mal gehen? Geht es nicht, Maurice! Spiel mal den einfachen Ball – und zwar schnell!

30 – Silvio Pagano: Wer weiß, wie die Saison geendet wäre, wenn er sich nicht verletzt hätte. Der Dragster im Team, der eleganteste Sportler, die größte Torgefahr (bis Kialka kam). Man kann sich nur wünschen, dass er bleibt, könnte es ihm aber nicht verdenken, wenn er versucht, es eine Liga höher zu schaffen.

Angriff

9 – Massimo Cannizzaro: War als Knipser eingekauft worden, entpuppte sich aber mehr als Wühler. Uneffektiv und ohne Ausstrahlung. Musste sich zu recht hinter seinen Konkurrenten auf der Bank einreihen.

16 – Fabian Montabell: Vielleicht derjenige im Team, der am meisten aus seinen Möglichkeiten macht. Immer mit dem ganzen Herzen dabei, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass die Regionalliga eine halbe Spielklasse zu hoch für ihn ist.

18 – Steffen Moritz: Der größte Pechvogel, zog sich sofort nach seiner Genesung die selbe Verletzung noch einmal zu. (Ich habe immer noch seinen Schmerzensschrei in Bergisch Gladbach im Ohr.) Immer dafür gut, sich bei gegnerischen Verteidigern aller Gewichtsklassen Respekt zu verschaffen. Wenig elegant, aber ein zielstrebiger Brecher.

25 – Matthias Scherz: Ich sag mal so: Einen Transferflop pro Saison darf sich auch Uwe Koschinat leisten. Komplett überflüssig, brachte nicht mal über eine Woche Publicity.

31 – Thomas Kraus: Vom Chancentod zum besten Scorer in derselben Saison entwickelt. Läuft und kämpft sich immer bis in die schlechten Träume seiner Gegenspieler nach der Partie. Lernte während der Saison, wie man aus direkten Duellen gegen den Torwart auch noch Treffer erzielt und wurde in der Rückrunde unverzichtbar. Bleibt glücklicherweise jedenfalls bei uns.

34 – Thiemo-Jerome Kialka: Absoluter Topmann, ein Killer, der nicht vorhandene Chancen zu Toren macht. Dabei noch kämpferisch vorne mit dabei. Brachte allerdings mit seiner volldämlichen roten Karte gegen Leverkusen die Mannschaft vielleicht um die Möglichkeit, bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft zu spielen.

2 Gedanken zu “Einzelkritik der Spieler von Fortuna Köln in der Saison 2012/13

  1. Clemens Reiter schreibt:

    Tja, so verzerrt kann manchmal ein Bild sein. Das sieht man am Kommentar über Thomas Kraus: „Vom Chancentod zum besten Scorer in derselben Saison entwickelt“ und „und wurde in der Rückrunde unverzichtbar“.
    Kraus schoss in der Vorrunde 9 Treffer und in der Rückrunde nur 8 Treffer.

  2. Danke für die Statistik. Das hätte ich ich so tatsächlich nicht vermutet, allerdings bin ich mir dennoch nicht sicher, dass meine Beobachtung komplett falsch ist, denn in der Rückrunde kann ich mich an keine 100%ige Torchance erinnern, die Kraus ausgelassen hätte, wie das zu Saisonbeginn gleich mehrmals in Folge der Fall war. Außerdem hatte er in der Rückrunde mit Kialka einen Sturmpartner zur Seite, der auch seinen Platz beanspruchte.

    Aber dennoch lügen die Zahlen nicht.

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