FVM-Pokalfinale: Alemannia Aachen – Fortuna Köln 1-2

Unfassbar! Die Fortuna ist Mittelrhein-Pokalsieger 2013! In der nächsten Saison spielen wir mindestens die erste Hauptpokalrunde, oder wie im Fortuna-Forum schon vor dem Finale geschrieben wurde: Nur noch sieben Siege bis zum internationalen Geschäft :-)

Das Finale gestern im Bonner Sportpark Nord erinnerte in vielerlei Hinsicht an das CL-Finale vom Wochenende: Wieder spielte Rotweiß gegen Gelbschwarz, wieder war es ein Spiel auf höchstem fußballerischem Niveau, mit großer Intensität, zahlreichen Torchancen, wieder mit der Torfolge 1-0, 1-1 und 2-1 aus rotweißer Sicht. Nur die gelbschwarzen Fans verhielten sich nach dem Spiel gestern nicht so sportlich wie die in Wembley. Doch dazu am Ende mehr.

Es war das Spiel der fast 3.000 Zweitliga-Partien: Der erste und der zweite in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga trafen in Bonn aufeinander, die Fortuna als Vizemeister der Regionalliga West, die Alemannia als insolventer Absteiger aus der 3. Bundesliga. Es schien also schon vor dem Spiel so zu sein, dass in etwa Waffengleichheit herrschen könnte, und so verlief diese Begenung dann auch.

Uwe Koschinat hatte ein sehr variables 4-4-2 aufgeboten: Poggenborg – Fink, Flottmann, Laux, Yilmaz, – Lejan, Nottbeck, Zinke Pagano – Kraus, Kialka. Bei eigenem Balbesitz änderte sich die FOrmation eher zu einem 4-2-4, Pagano und Lejan standen dann mit den beiden Stürmern fast auf einer Linie. In der Defensive, vor allem in der Schlussphase, wurde hinten oft mit einer Fünfer-, manchmal sogar Sechserkette gespielt, um die Zwischenräume der Kette gegen die brandgefährlichen Aachener Steilpässe zu verringern.

Einschwören vor dem Anpfiff

Die ersten 30 Minuten gehörten ganz klar der Fortuna: Sie presste ihren Gegner engagiert, gewann viele Bälle und zog selbst ein gutes und zielstrebiges Angriffsspiel auf. Schon nach ein paar Sekunden wühlte sich Kialka durch zwei oder drei Aachener Verteidiger, kam leider nur mit dem in dieser Situation ungünstigeren Fuß zum Abschluss und schoss knapp neben den Pfosten.

An die Entstehung des Führungstreffers von Thomas Kraus kann ich mich schon nicht mehr erinnern, so groß war der Jubel. Jedenfalls war der Ball endlich drin und drückte die klare Überlegenheit der Fortuna angemessen aus.

Jubel über das 1-0 von Kraus

Kurz darauf hätte Silvio Pagano unbedingt auf 2-0 erhöhen müssen, die Hereingabe von Kialka kam bei einem Konter passgenau, Pagano stand völlig frei 11 Meter vor dem Tor, doch der Ball rutschte ihm über den Spann. Argl!

Dann jedoch besann sich Aachen auf seine natürlich vorhandene spielerische Klasse, begann endlich auch das Kämpfen und drängte die Fortuna immer mehr in die Defensive. Der Pausenpfiff kam keine Sekunde zu früh, der Druck hätte auch schon früher zum Ausgleich führen können.

Nach der Pause änderte sich das Bild kein bisschen: Aachen rannte an, spielte schnell und steil nach vorne und sich eine gefährliche Situation nach der anderen heraus, die die Fortuna teilweise nur mit Glück überstand.

Dennoch  hätte wiederum das 2-0 fallen können: Nach einer schönen Kombination, an deren Ende Kialka (Achtung, weitere Parallele zu Wembley!) den Ball mit dem Absatz in den Lauf von Nottbeck weiterleitete, musste der aus 12 Metern nur noch drauf halten – und zimmerte das Ding in die Wolken.

Der Aachener Ausgleich war anschließend nur eine Frage der Zeit. Er fiel in der 78. Minute, und das Spiel hätte nun endgültig kippen können. Doch es schien, als wollte die Alemannia nach einer Dreiviertelstunde ununterbrochenen Anrennens nun erst einmal verschnaufen, denn plötzlich war wieder Köln am Drücker.

In diesem alles entscheidenden Moment der Saison zeigte sich, welche Mentalität Uwe Koschinat der Mannschaft mitgegeben hat: Sie musste! Sie wollte! Und sie konnte! Der Pokalsieg war das Saisonziel, und dieses Ziel war immer noch zum Greifen nahe, also hieß es angreifen und das Tor schießen. Es war wirklich zutiefst befriedigend, das bis auf die obersten Ränge hinaus zu spüren.

Und es hätte für mich keinen besseren Torschützen zum 2-1 geben können als Tobias Fink, und auch nicht auf eine bessere Art als diese: Angriff der Fortuna über rechts, Pagano will flanken, der Ball wird vor den Strafraum abgefälscht, Fink könnte aus dem Hintergrund schießen, Fink schießt – der Ball wird abgefälscht und fällt unhaltbar ins Netz! Dieses Tor war ein Tor der Entschlossenheit und des Willens. Es war erzwungen, und es reichte in einer hektischen Schlussphase zum Sieg.

Hätte anschließend nur noch Jubel sein können, wurde der erst einmal von einem Massengerangel zwischen den Spielern getrübt. Und sofort danach stürmten rund 100, teilweise vermummte Aachener Hooligans das Feld, liefen mit provozierenden Gesten auf die Kölner Fankurve zu, schlugen wohl auch einen der eigenen Spieler (das Schirigespann war sofort geflüchtet) und mussten schließlich von der Polizei, teilweise unter Einsatz von Reizgas, zurückgedrängt werden. Ich kann nur an den TSV Alemannia apellieren, endlich tätig zu werden und gegen solches, vermutlich noch nicht einmal wirksam entnazifizierbares Pack endlich wirksam vorzugehen. Solidarität mit den ACU!

Platzsturm des Aachener Nazipacks

Platzsturm des Aachener Nazipacks

Nachdem der Rasen endlich wieder frei für Sportliches war, dann also die Pokalübergabe. Endlich! Endlich haben wir was gewonnen. Wir sind Pokalsieger! Wir schlichen nicht mit hängenden Köpfen von einem Ascheplatz in der Voreifel, nicht von einem Rasenplatz noch von einem Kunstrasenplatz am Fuße des Siebengebirges. Nein, wir haben auf dem satten Grün des Sportparks Nord einen Pokal in die Luft gehoben! Wir haben uns durch diese Pokalsaison gekämpft und am Ende triumphiert.

Wir sind der SC Fortuna Köln, Mittelrhein-Pokalsieger 2013!

Siegerehrung

Die Mannschaft feiert in der Kurve

Danke, Sportpark!

P.S.:
Sehr geiler Kommentar des Aachener Fans „Flamebird“ im Fortuna-Forum zum Platzsturm:

Eigentlich schreib ich nicht in den Foren fremder Vereine, aber nach gestern Abend halte ich das für notwendig!
Glückwunsch an euch und eure Mannschaft. Ihr hattet das Glück (abgefälschter Schuss, als ihr eigentlich am Boden lagt) zum (für euch) richtigen Zeitpunkt!

Zu dem was dann kam: Ohne Worte! Sorry! Und noch einmal Danke! Diesmal für die Nazis raus-Chöre! Auch wenn dies bei euch nicht ankam, sie wurden von Teilen der Aachener aufgegriffen. Leider von zu wenigen!

Ich freue mich jedenfalls auf 2 Traditonsduelle, die ich mir 2 Ligen höher gewünscht hätte und hoffe, dass wir im nächsten Jahr das bessere Ende für uns haben!
Und damit es nicht zu kuschelig wird: Natürlich seid ihr Pack, das Unzucht mit Tieren treibt! ;-)

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