Fortuna Köln – KFC Uerdingen 2-0 (0-0)

Da muss man nicht drum herum reden: Dieser Sieg war so wichtig wie unverdient. Zwei Liga-Niederlagen zum Auftakt bei (wegen des Pokals) einem Spiel weniger als mancher Konkurrent: Da hätte sich die Fortuna die Tabelle vielleicht ein Weilchen von unten ansehen müssen. So aber musste Neuling Uerdingen Lehrgeld zahlen, obwohl es die bessere Mannschaft gewesen war, wie hinterher beide Trainer konstatierten.

Uwe Koschinat hatte zwei Spieler aufgeboten, die erst in dieser Saison zur Mannschaft gestoßen sind: Frederic Brill in der Abwehr und Florian Hörnig im defensiven Mittelfeld. Der Rest bildete sich aus dem weitgehend gehaltenen Stamm der letzten Spielzeit: Poggenborg – Sievers, Brill, Laux, Fink – Hörnig, Zinke – Yilmaz, Kessel, Kraus – Kialka.

Auflaufen der Mannschaften

Ozan Yilmaz spielte eine offensivere Rolle als letzte Saison, hauptsächlich auf dem rechten Flügel, aber alle Offensivspieler waren sehr beweglich. Kialka hielt sich hauptsächlich in der Sturmmitte auf, die 10er-Position war aber oft etwas verwaist: Dann klaffte zwischen Zinke und Hörnig und den fast auf einer Linie stehenden Angreifern ein großes Loch. Der Ball ging dann fast zwangsläufig auf den Flügel, aber das ganze Spiel über kam keine einzige gute Flanke in den Strafraum. Das beschreibt schon den einen Teil der Misere dieses Spiels. Der andere Teil war, dass Defensive oft große Probleme hatte, den Ball zum Mitspieler zu bringen. Und das lag nicht nur an den von Uerdingen oft gut zugestellten Passwege, sondern immer wieder auch an fast lächerlichen Stockfehlern.

Die Uerdinger dagegen spielten einen gepflegten Ball, insbesondere ging es nach Ballgewinnen flott, zielstrebig und jederzeit gefährlich nach vorne. Der Abschluss geriet dann aber, zum Glück für Köln, immer wieder zu schlecht. Einmal in der ersten Hälfte hätte es unbedingt rappeln müssen, aber Poggenborg konnte dem angehenden Schützen nach einem Querpass gerade noch vor die Füße hechten, so dass der zu hoch zielte und aus seiner 100%-Position nur die Latte traf.

Die Wende zugunsten der Fortuna kam dann mit der Einwechslung von Ercan Aydogmus. Im Gegensatz zu dem zuvor maximal unglücklich agierenden Kialka warf Aydogmus seine ganze Wucht und Kraft in die letzten 20 Spielminuten. Das 1-0 hätte er eigentlich schon selbst machen müssen, aber der Ball rutschte ihm über den Fuß, glücklicherweise zu Thomas Kraus, der keine Mühe mehr hatte, einzumurmeln.

Auch die Tafel findet den Spielstand zweifelhaft

Das zweite Tor in der Schlussminute aber bereitete Aydogmus traumhaft vor, als er drei Abwehrspieler austanzte, kurz wartete und überlegt auf den kurzen Pfosten passte, wo Batarilo seine zweite Einsatzminute nutzte, um den Ball trocken aus kürzester Distanz unters Tordach zu nageln.

Ich habe die ersten beiden Spiele nicht gesehen, kann mir also noch kein rechtes Bild machen. Mein spontaner Eindruck war, dass insbesondere Nottbeck dem Team doch fehlt, auch wenn das keine Überraschung ist, schließlich waren er letzte Saison oft unter den besten und der unbestrittene Kopf des Spiels. Es wird sich zeigen, wer seine Rolle übernehmen kann oder ob seine Leistung anders kompensiert werden kann. Ein paar Prozent mehr müssen es jedenfalls noch werden, aber die Saison hat ja erst begonnen.

Uerdinger Kurve

Fortuna Köln - KFC Uerdingen

Nach dem Schlusspfiff

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