Fortuna Köln – Sportfreunde Lotte 1-2 (1-2)

Eine unnötige Niederlage, und doch war sie irgendwie verdient. Es war das Spitzenspiel, das sich alle erhofft hatten: Voller Einsatz auf beiden Seiten, druckvolles Spiel, zwei gute Mannschaften, ein knapper und bis zum Schluss umkämpfter Ausgang.  Fortuna hatte die Chancen, den Ausgleich zu schaffen, musste sich am Ende aber der abgezockten Klasse von Lotte geschlagen geben.

Auflaufen der Mannschaften

Fortuna trat wieder im 4-2-3-1 an: Poggenborg – Pazurek, Flottmann, Laux, Sievers – Hörnig, Andersen – Kessel, Yilmaz, Steffen – Kraus. Yilmaz also auf der 10, dahinter eine spielstarke Doppelsechs: Diese Aufstellung sollte genau 26 Minuten lang halten. Da nämlich stand es 0-2 und Aydogmus kam für Hörnig, der in gut vorstellbarer Gemütslage gleich in die Kabine rannte. Mit Aydogmus im Zentrum wurde Kraus beweglicher, Yilmaz rückte von der 10 auf die 8, und die Fortuna bekam das Spiel nun erkennbar in den Griff.

Nur ein paar Minuten später schon fiel der Anschlusstreffer nach einem klar berechtigten Elfmeter, den Yilmaz in souveränster Manier verwandelte.

Apropos Elfmeter: Darüber, ob der Schiedsrichter nach drei Minuten einen solchen (zuzüglich roter Karte) hätte pfeifen müssen, gingen die Meinungen der Trainer auseinander. Ramazan Yildirim meinte in der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass sein bereits umspielter Torwart Thomas Kraus nicht berührt habe. Das bestritt auch niemand, allerdings war die Frage, ob Kraus springen musste, um eine Verletzung zu vermeiden und dann außer Tritt kam, oder ob es eben doch die Schwalbe war, die Schiedsrichter Felix Schmitz gesehen haben wollte.

Diese Meinung des Schiedsrichters hat jedenfalls keine Aussagekraft bei der Beurteilung der Szene, denn was der Kollege ansonsten die ganze Partie über pfiff, hatte mit einer erkennbaren Linie nur insofern zu tun, als es konsequent zufällig war, ob harte Zweikämpfe abgepfiffen wurden oder nicht. Man hat im Südstadion schon viele schlechte Schiedsrichterleistungen gesehen: Diese gehörte zweifellos in die Spitzengruppe, war jedenfalls einer Spitzenpartie nicht angemessen.

Schiedsrichter Felix Schmitz

Nach dem 1-2 hatte die Fortuna nicht mehr viele gute Torchancen, denn Lotte stand in der Defensive gut (und zwar sehr, sehr tief). Aber Ercan Aydogmus kam zwei Mal frei vor dem Tor zum unbedrängten Kopfball, köpfte einmal direkt auf den Keeper und das andere Mal neben das Tor (so dass ein Fortune in Abseitsposition noch den Fuß hinhalten musste). Eine dieser Möglichkeiten hätte er unbedingt verwandeln müssen, aber Aydogmus in dieser Hinsicht einen Vorwurf zu machen, das wäre nach den vergangenen Wochen fast schon ungehörig, in denen er serienweise mit dem ersten Ballkontakt ins Netz traf.

So war die Niederlage also nach Torchancen unnötig, aber den Sportfreunden Lotte gebührt großer Respekt für ihr Offensivspiel. Das 1-0 hätte mich fast zu spontanem Beifall für den Gegner verleitet: Wie Shapourzadeh den Ball aus vollem Lauf mit dem Außenrist auf den Punkt spielte, wie Kotuljac den Ball sanft runternahm und genau richtig über Poggenborg lupfte, das würde in jeder Liga dieser Welt in die Auswahl zum Tor des Monats kommen.

Das zweite Tor dagegen wäre verhinderbar gewesen, denn Freiberger läuft Sievers nach einem Lotter Befreiungsschlag vom Fünfmeterraum (!) einfach davon, Laux joggt trotz 3:1-Überzahl nur locker in die Gegend des Balles, anstatt Sievers wirklich zu helfen , und ob Poggenborg den Kullerball von der Strafraumgrenze, der auch nur mäßig platziert war, nicht doch halten kann?

Die Konter von Lotte in der zweiten Halbzeit verbreiteten dann jedoch wieder Angst und Schrecken auf der Tribüne, und über weitere Gegentore hätte sich niemand gewundert.

Trotz allem hat die Fortuna mit einem Spiel weniger jetzt immer noch die Gelegenheit, mit Lote punktgleich zu ziehen und eine neue Serie zu starten. Denn gegen jeden anderen Gegner aus dieser Liga hätte es gestern keine Niederlage gegeben, und die Saison ist noch lang.

P.S.: Extrem peinlich fand ich übrigens die Aktion der Zuschauer auf Stehplatz Mitte, die zur Pause die wiederkehrenden Schiedsrichter und gegnerischen Spieler mit Wasser (?) überschütteten. Das dient bestimmt nicht dazu, den Schiedsrichter für die zweite Hälfte der Fortuna gewogener zu machen, und schadet am Ende dem Verein, auf den sicher eine Geldstrafe zukommt, und vielleicht den anderen Zuschauern, wenn Stehplatz Mitte vielleicht wieder gesperrt wird.

Schlange an der Kasse

Kristoffer Andersen

Lotte jubelt nach dem Abpfiff

2 Gedanken zu “Fortuna Köln – Sportfreunde Lotte 1-2 (1-2)

  1. Clemens Reiter schreibt:

    Die verantwortungslosen verantwortlichen Schiedsrichtereinteiler wissen leider gar nicht, was sie Vereinen antun, indem sie solche Schieds- und Linienrichter für derartig wichtige Spiele einteilen. Dieses Dreiergespann sollte zunächst einmal für ein Jahr Spiele von D-Jugendmannschaften leiten, aber auch nur solche, bei denen es um nichts geht,

  2. Moniika.Hüsch schreibt:

    Wirklich aufmerksam und konsequent war nur der Linienrichter auf der Stehplatzgeraden. Der Linienrichter Tribünenseitig, war seltenst auf der Höhe. Der Schiedsrichter völlig überfordert mit diesem Spiel. Nach seiner ersten Fehlentscheidung (gelbe Karte für Kraus) reagierte er willkürlich auf „fallende Spieler“, Das machten sich die Lotter zu Nutze und fielen um wie die Fliegen!
    Sehr schade, dass einem Spitzenspiel durch eine solche Schirileistung der Spielfluss oftmals genommen wurde.

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