Fortuna Köln – VfL Osnabrück 0-1 (0-0)

Ich habe gestern Abend lieber nichts geschrieben, da war ich viel zu enttäuscht. Nicht sauer, einfach nur sehr, sehr enttäuscht. Und da ich heute auch keine Zeit für einen längeren Bericht habe, kurz ein paar Beobachtungen:

  • Kämpferisch hat mich die Mannschaft überzeugt. Sie gibt nie auf, wirft sich bis zum Schluss rein.
  • Der große Unterschied, der sich gestern auftat, war auch nicht die Spielanlage: Die der Fortuna ist in der 3. Liga genauso gut wie in der Regionalliga.
  • Aber in Sachen Ballbehandlung habe ich gestern einen Klassenunterschied zu Osnabrück gesehen. Wenn ich sehe, wie Osnabrücker hart aus dem Strafraum geschlagene Bälle an der Außenlinie mit der Brust annehmen und dann sofort weiterverarbeiten, dann ist das einfach meilenweit von fast allen Kickern der Fortuna entfernt. Lediglich Andersen und Rahn konnten in dieser Hinsicht mithalten.
  • Körperlich war Fortuna auch noch keiner Mannschaft überlegen, auch gestern nicht dem VfL.
  • Das logische Resultat sind dann häufige Ballverluste. In der Regionalliga hast du eben die halbe Sekunde mehr Zeit bei der Ballannahme. In dieser Liga müsste man die Zeit mit besserer Technik rausholen, aber das können die Spieler der Fortuna nicht.
  • Rahn ist für mich ein großer Lichtblick. Er versucht manchmal noch zu viel, mit dem Kopf voraus durch fünf Spieler durch geht selten gut. Aber er gewinnt die Mehrzahl seiner Kopfbälle auf dem rechten Flügel, wenn er in die langen Bälle springt. Und mit dem Fuß: s.o.
  • Der Elfmeter war absolut gerechtfertigt: Hörnig trat dem Osnabrücker gegen den Außenrist.
  • Schön zu sehen, dass Souza gleich Verantwortung übernahm. Aber ganz ehrlich: Wenn ich schon jeden ruhenden Ball trete, dann dürfen die auch ein bisschen schärfer in den Strafraum kommen. Über hohe, weite, weiche Bälle lacht doch jeder Innenverteidiger. Dennoch ein Auftritt, der Mut macht.
  • Die Strafraumbeherrschung des Osnabrücker Torwarts fand ich überragend. Schade, dass Fortuna seinen einzigen Klops, als er den Ball fast unbedrängt fallen ließ, nicht ausnutzen konnte. Aber kurz vor Schluss gab es eine Szene, wo er zuerst nur noch knapp mit der Hand an eine weite Flanke kam – und eine Sekunde später schon wieder den Nachschuss abwehrte, weil er durch das Strafraumgetümmel etwas aus dem Tor gerückt war. Unglaublich handlungsschnell.
  • Nachdem ich gestern Abend wirklich sehr deprimiert war, weil mir meine Mannschaft vollständig chancenlos erschien, kann ich heute auch sehen: Selbst solche Spiele gestaltet die Fortuna knapp, hat bis zum Schluss die Möglichkeit zu punkten und setzt alles daran, das auch zu tun.
  • Zum untersten Rand des Punktesolls fehlt nur ein Sieg im nächsten Spiel, dann wären es gleich viele Punkte wie Spiele. Das wird auf Dauer nicht ganz zum Klassenerhalt reichen, aber letzte Saison hätten 41 Punkte aus 38 Spielen genügt.

Nach sieben Jahren, in denen wir in unserer jeweiligen Liga immer mindestens mithalten konnten, meist sogar um die Spitze spielten, fühlt sich Abstiegskampf etwas ungewohnt an. Aber komm ruhig her, du blöde Sau!

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