Fortuna Köln – SpVgg Unterhaching 2-0 (1-0)

Von den fünf Gegnern, die sich bisher im Südstadion vorstellten, war Haching eindeutig der schwächste. Nicht zuletzt deshalb reichte es für die Fortuna endlich, endlich zum ersten Heimsieg. Nach den gezeigten Leistungen wäre ein Unentschieden auch vertretbar gewesen, andererseits hatte Fortuna auch nach besseren Leistungen schon die Punkte liegen lassen,  in gewisser Hinsicht also ausgleichende Ungerechtigkeit.

Südstadion

Gleich fünf Wechsel hatte Uwe Koschinat gegenüber der Niederlage bei den Kickers vorgenommen, und die meisten fruchteten. Insbesondere Markus Pazurek brachte als Sechser mehr Stabilität ins Defensivverhalten, wo die Kombination aus Andersen und Marquet zuletzt doch hauptsächlich nach vorne gedacht hatte. Thiemo-Jerome Kialka belebte das Offensivspiel, obwohl er keine große Torgefahr ausstrahlte, sich aber gut bewegte und einige gute Ablagen zeigte.

Rechts hinten durfte sich nach Sievers und Kwame zum ersten Mal Dennis Engelmann versuchen, 19 Jahre, aus der A-Jugend von Bayer Leverkusen ausgeliehen. Leider blieb sein Auftritt genauso erfolgsarm wie die seiner beiden Vorgänger. Diese Position bleibt aus meiner Sicht die größte Baustelle im Kader, die auch durch die Rückkehr der verletzten Spieler nicht geschlossen werden wird. Mehrere Male ließ Engelmann seine Seite sperrangelweit offen stehen, und hatte schon nach zehn Minuten Glück, als sein Gegenspieler auf einmal 40 Meter Feld vor sich hatte, dass der mit seiner Hereingabe nur Uaferro fand.

Dennis Engelmann

Das wiederum war nicht nur Zufall, denn Boné Uaferro war gestern der beste Mann auf dem Feld: Wie ein Turm stand er in der zentralen Defensive, wie ein magnetischer Turm obendrein. Er schien die Bälle anzuziehen und entschied sich dann immer richtig, entweder unter Druck für den klaren Befreiungsschlag, oder mit einem bisschen Zeit für den klugen und präzisen Kurzpass. Herausragend!

Offensiv war Kialka bemüht und quirlig, genauso wie Kessel, dem aber wenig Durchschlagendes gelang und der zurecht ausgewechselt wurde. Cauly Souza zeigte eine solide Leistung. Wenn auch noch Johannes Rahn einen guten Tag erwischt hätte, dann hätte das Spiel früher entschieden sein können. Rahn erzielte zwar den Führungstreffer, aber sonst gelang ihm nicht viel, inbesondere mit dem Rücken zum Tor misslangen ihm Ablagen auf Mitspieler in Serie.

So gehörte der Fortuna die erste Halbzeit, nachdem sie die Anfangsphase überstanden hatte und später ein Hachinger Kopfball nach einem Freistoß aus dem Halbfeld nur auf die Latte getropft war.

Ups, der war auf der Latte

Nach dem Köln Führungstreffer kam Haching phasenweise kaum aus der Abwehr heraus, die abgewehrten Bälle landeten postwendend wieder bei der Fortuna, die zu diesem Zeitpunkt druckvoll nach vorne spielte den Sack schon hätte zumachen können.

Mit der Einwechslung von Sascha Bigalke allerdings bekam Haching nach der Halbzeit den Spielverlauf weitgehend in den Griff. Es schien manchmal so, als hätten die Mannschaften in der Pause nur die Trikots getauscht. Doch wer bei einem Konter selbst einen ordentlichen Querpass nicht im leeren Tor unterbringen kann, sondern nur ans Außennetz setzt, der kassiert dann nach alter Fußballerregel selbst das Tor: Ein sehr weiter Abschlag von Poggenborg (insgesamt verbessert!) landete Mitte der gegnerischen Hälfte bei Dahmani, der schlug eine wolkenhohe Bogenlampe über den Torwart hinweg, und der Hachinger Verteidiger versuchte gar nicht erst nicht, den herabfallenden Ball zu erwischen, sondern stellte sich auf die Linie und überließ das Thomas Kraus, der ihn im Netz unterbrachte.

Dieser Sieg war nicht unvermeidlich, aber nach einigen Enttäuschungen der letzten Wochen auch nicht unverdient. Hoffentlich geben die Punkte der Mannschaft Auftrieb. Die Geschlossenheit stimmte jedenfalls wieder einmal. Es werden aber auch wieder Gegner kommen, die besser Fußball spielen. Am kommenden Wochenende in Dortmund jedoch scheint es den bisherigen Ergebnissen zufolge eine erkennbare Chance zu geben, den nächsten Schritt aus dem Keller zu tun.

Spielbericht des BR: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/blickpunkt-sport/spvgg-unterhaching-der-favorit-strauchelt-beim-aufsteiger-100.html

Alle meine Fotos vom Spiel: https://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-posted/2014/09/14/

Fortuna Köln - SpVgg Unterhaching

Konsequente Blockbildung in der Auswärtskurve

Klaus Ulonska, drei Punkte im Blick

Schreibe einen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s