Fortuna Köln – Hallescher FC 2-2 (2-2)

Das war zum Jahresabschluss noch mal ein echtes Feuerwerk, in dem beide Mannschaften alles raushauten, was sie noch hatten und am Ende ein gerechtes Ergebnis erspielten.

Fortuna war von großen Personalsorgen geplagt: Offensiv fehlten Kessel und Andersen schmerzlich, defensiv fiel Tobias Fink aus, drei der Besten also. Markus Pazurek, zuletzt sensationell auf der Sechs, rückte deshalb nach links hinten, im offensiven Mittelfeld durften sich Marquet und Dahmani versuchen, Kialka durfte auch mal wieder von Beginn an auflaufen und absolvierte seinen ersten 90 zusammenhängenden Minuten in der Saison.

Es zeigte sich schnell, warum Halle so eine grandiose Auswärtsbilanz hat: Die Mannschaft kann sehr entschlossen und schnell kontern, so dass sie den frühen Rückstand noch schneller ausglich.

Zunächst sah es nämlich in der 5. Minute recht ulkig aus, als Kialka im Strafraum scheinbar über die eigenen Beine stolperte und der Schiedsrichter auf den Punkt zeigte. Allgemeines Kichern auf den Zuschauerrängen und Dank an den Schiri für ein vorweihnachtliches Wichtelgeschenk? Nein, tatsächlich hatte der Hallenser Verteidiger Kialka auf den Fuß getreten, was der gut positierte Unparteiische besser sah als alle 1.800 Zuschauer. Rahn verwandelte maximal souverän.

Doch eben bereits kurz darauf rutschte ein weiter Schlag aus der Hallenser Abwehr bis zu einem Angreifer, der legte elegant quer auf Furuholm, der noch lockerer nach einem kurzen Schlenker versenkte. 1-1 also nach nur sieben Minuten.

Es sollte nicht ruhiger werden, beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Fortuna machte die fehlende Ruhe im Spielaufbau, die Andersens Ausfall verschuldet hat, durch Direktheit und Geradlinigkeit wett.

Erst mal war aber wieder Halle dran: Deren Ecken waren durchweg furchterregend gewesen, oft scharf und flach auf den ersten Pfosten geschlagen. Ärgerlicherweise fiel der Ausgleich dann durch eine eher gut zu verteidigende Variante, die hoch und weit geschossen auf dem Elfmeterpunkt landete. Von dort ein Kopfball, den Poggenborg noch gut rausfischte, aber genau auf den Kopf von erneut Furuholm am langen Pfosten, der ungelogen im Umkreis von 10 Metern keinen Gegenspieler hatte und einköpfte.

Den Ausgleich legten Pazurek und Kialka dann als kleines Remake dieses 1-2 an: Eine lockere Halbfeldflanke auf den Elfmeterpunkt, wo Kialka inmitten von zwei Verteidigern unbedrängt zum Kopfball hochstieg und dieses Mal direkt ins lange Eck versenkte.

Mit dem 2-2 ging es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ging es dann zwar ohne Tore ab, aber keineswegs ruhiger. Halle hatte etwas mehr vom Spiel, traf noch einmal den Pfosten. Fortuna hatte zwei sehr gute Gelegenheiten in Kontersituationen: Einmal fehlte Thomas Kraus nur eine Zehenlänge, sonst hätte er den Ball am Torwart vorbei gelegt und das leere Tor vor sich gehabt. Und ein anderes Mal spielte Hamdi Dahmani einen 3:2-Überzahlkonter nicht aus, sondern versuchte völlig unnötig, an einem Gegner vorbei zu gehen und blieb dabei hängen.

Das 2-2 war gegen Halle („Auswärtsmeister wird nur der HFC!“) ein ordentliches Ergebnis. Beide Mannschaften wirkten keineswegs kraftlos, wie man das zum Jahresende auch hätte erwarten können, und zeigten, dass in der 3. Liga ansehnlicher, zuschauerfreundlicher Fußball gespielt wird. Einen Langweiler habe ich in dieser Saison von der Fortuna jedenfalls nicht gesehen.

Am Ende dieses unglaublichen Jahres stehen also 30 Punkte nach 22 von 38 Spielen, was für einen sehr guten 11. Platz reicht. Mehr konnte man sich als Fortuna-Fan zu Jahresbeginn nicht erhoffen: Erst der Aufstieg, dann mit einer kaum veränderten Mannschaft nach schwierigem Beginn die sichere Mittelfeldplatzierung in der neuen Liga, zuletzt sechs Spiele in Folge ungeschlagen.

Eine Einzelkritik verbietet sich angesichts dieser herausragenden Teamleistung, zu der natürlich ganz ausdrücklich natürlich auch das Trainerteam gehört. Danke für ein tolles Jahr! Ich freue mich auf 2015.

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