Fefe ist gegen Impfgegner, nutzt aber ihr Argumentationsschema

Das ist auch nicht verwunderlich. Denn selbst wenn ich Fefe so sehr schätze wie der nächste Blogger, so steht er doch meist mehr oder weniger weit auf der Verschwörungsseite der politischen Beobachtung.

Am Donnerstag reproduzierte Fefe ein Impfgegnerargument, obwohl er in Sachen Impfen voll auf der anderen Seite steht. Unter  http://blog.fefe.de/?ts=abeaa4b1 schreibt er zum Absturz der Germanwings-Maschine:

Die Cockpittür hat den Panikmodus wegen 9/11. Das ist eine Antiterrormaßnahme.

Wenn sich also die Geschichte so bewahrheitet, wie sie gerade aussieht, dann hat es in Deutschland mehr Tote durch Antiterrormaßnahmen als durch Terrorismus gegeben.

Das kann sein. Es ist aber ein variiertes Impfgegnerargument: Wenn Impfungen hochwirksam und weit verbreitet sind, dann wird es mehr Tote aufgrund von Impf-Komplikationen geben als aufgrund der Krankheit selbst – denn die tritt ja nicht mehr auf.

Und falls Terrorschutzmaßnahmen wirksam sind, aber „Nebenwirkungen“ haben, und falls es weiterhin überhaupt verhinderte oder abgeschreckte Terrorversuche gab, dann erliegt Fefes Betrachtung demselben Fehlschluss wie diejenige der Impfgegner.

5 Gedanken zu “Fefe ist gegen Impfgegner, nutzt aber ihr Argumentationsschema

  1. Roland schreibt:

    Die Wirkung von Impfungen kann man belegen, die Wirkungsmechanismen sind bekannt. Für die Antiterrorwirkung verschlossener Cockpittüren scheint es aber keine Belege zu geben. Wenn Terroranschläge daran gescheitert wären, hätte es doch sicher wenigstens mal Erpressungsversuche gegeben – man droht zum Beispiel, alle paar Minuten einen Passagier zu töten, wenn der Kapitän nicht öffnet. Gab’s aber wohl nicht, weil vermutlich die anderen Maßnahmen bereits funktionieren. Das kann man durchaus so interpretieren, daß die Maßnahme keine weitere Sicherheit bedeutet, aber eben durchaus das Risiko durch eine andere Art von Bedrohung erhöht.

    1. Kann sein, dass du Recht hast, ich halte das auch nicht für unwahrscheinlich. Aber letztlich belegen lässt es sich nicht. Ich halte es ebenso für ernsthaft möglich, dass 9/11-ähnliche Entführungen gar nicht mehr versucht wurden, eben weil es jetzt deutlich schwerer und damit weniger Erfolg versprechend ist.

  2. Es ist bekannt wieviele Terrorismustote es pro Jahr ohne die Sicherheitsmaßnahmen gab und es ist bekannt wieviele Terrorismustote es nach den Sicherheitsmaßnahmen gab.

    Jetzt nimmst du davon die Differenz (= 0) und guckst, ob die Größer ist, als die Anzahl an Toten durch die Sicherheitsmaßnahmen (= 150). Et voila.

    1. Bei so seltenen Ereignissen wie großen Terroranschlägen greift die Statistik wohl nicht. Das ist im übrigen auch ein anderes Argument gegen Fefes Argumentation: Bei so seltenen Ereignissen wie 150 Toten, die ohne eine Terrorschutzmaßnahmen möglicherweise noch leben könnten, ergibt eine Betrachtung zu einem Stichtag ein verzerrtes Bild.

  3. ffsahjkbhfb schreibt:

    halte die Argumentation für nicht ganz sauber. Bei Impfungen gibt es ein statistisches Modell, die Anzahl der Menschen mit Nebenwirkungen steigt linear (in geringem Maße) mit dem Anteil der geimpften Personen, die Anzahl der erkrankten Personen (nichtlinear) mit dem Anteil der nicht-geimpften Personen. rechnerisch optimal wäre geschätzt der Anteil der geimpften Personen um 99-100%.

    Bei den Terrorschutzmaßnahmen ist es so, dass meines Wissens nach Gesetze die Maßnahmen anordnen, und so der Anteil der Flugzeuge mit den dementsprechenden Maßnahmen 100% beträgt. Das Optimum ist demnach nicht mehr quantitativ, sondern qualitativ zu erreichen. Die Maßnahmen müssen im Grunde so gestaltet sein, dass beide Szenarien ausgeschlossen sind.
    Die derzeitigen Terrormaßnahmen haben aber genau das erlaubt, was geschehen ist. Wenn die Gesetze anders wären, hätte dieser Ablauf nicht geschehen können. Dennoch hätte ein Absturz auch dann herbeigeführt werden können, nur nicht auf diese Weise. Möglicherweise mit Überschreitung einer erhöhten Hemmschwelle als nur dem Betätigen von Knöpfen.

    Weitere „Nebenwirkungen“ sind bei zu starken Terrorschutzmaßnahmen die Freiheiten der einzelnen Personen (Regelungen zu den Getränkeflaschen, Nacktscanner, etc..), die sich nur schwer quantitativ erfassen lassen. Hier ist es sehr schwer, eine Abwägung zwischen Freiheiten und möglichen Menschenleben zu treffen. Standardisierte Tests wie bei Impfstoffen kann es hier nicht geben.

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