Medien im Dezember 2015

Diese Medien habe ich im Dezember 2015 konsumiert:

Musik

Franz Ferdinand: Late Night Tales

Ich mag Franz Ferdinand ja immer noch, auch und gerade ihre letzte Platte wieder. Und die „Late Night Tales“-Reihe mag ich auch, nachdem ich sie irgendwann vor zwei, drei Jahren als Ersatz für die immer mehr Richtung Techno driftenden DJ-KICKS entdeckt hatte. Konnte also nicht viel schief gehen, ist auch nicht. Die totale Erleuchtung bleibt aus, aber man versteht nach dem Hören ein bisschen besser, wo Franz Ferdinand her kommen. Und unterhaltsam und abwechslungsreich ist die Zusammenstellung allemal.

G. Love & Special Sauce: Love Saves The Day

G. Love ist einer der Musiker, denen ich einfach nicht untreu werden kann. Seit 1997 (also nach der „Yeah, it’s that easy“) frage ich mich bei jeder neuen Platte, ob ich die jetzt wirklich brauche? Und dann kaufe ich sie doch wieder, finde sie mittelmäßig und bin etwas enttäuscht. Und dann geht es wieder von vorne los. Vielleicht ist es ungerecht, immer wieder auf ein neues I-76, ein neues Shooting Hoops (sehr schön, wie die Kids selbstverständlich auf dem Offbeat klatschen) oder auch ein neues Kiss And Tell zu hoffen. Aber irgendwann kommt so ein Song vielleicht noch mal.

Film/DVD

A World Beyond

Ich hatte irgendwie keinen Kinderfilm erwartet. Wahrscheinlich mein Fehler.

A Girl Walks Home Alone At Night

Ich war erstaunt, dass sogar die Liebste einen Vampirfilm gucken wollte, obwohl sie sonst eher auf Filme mit Explosionen steht. Oder Minions. Oder Elben. Und jedenfalls in Farbe. Und ohne Vampire. Doch auch sie war am Ende glücklich. Aber trotzdem ich offene Enden mag, war mir dieses zu offen. Eigentlich war es weniger offen als unvermittelt. Der Film fing doch gerade erst richtig an?

Shine A Light

Ich hatte gedacht, dass es mehr Dokumentation als Konzertfilm ist. Mein Fehler.

5 Zimmer Küche Sarg

Mein Film-Highlight des Monats! So etabliert das Mockumentary-Format inzwischen ist, war es hier einfach sehr lustig umgesetzt: The Office trifft Kleine Morde unter Freunden. Ich lachte sehr.

Serie

Making A Murderer

Natürlich. Muss ich hier wohl niemandem mehr etwas zu erzählen. In drei Tagen weggebingt. (Ist es noch bingen, wenn auch nur eine Nacht dazwischen liegt?)

Fargo, Season 2

Vielleicht die perfekte Fernsehserie. Was soll da noch besser werden? Schauspieler nicht, Story nicht, Soundtrack nicht (alleine die Intro-Sequenz zur letzten Episode mit Black Sabbath (Achtung, kleinere Spoiler)), Stilistik nicht (die Splitscreens mit leicht verschobener Perspektive, manchmal auch Zeit). Ich will Staffel 3! Jetzt!

The Leftovers, Season 2

Fand ich sehr gut, aber nicht so überragend wie die erste Staffel. Was mir immer noch extrem gut gefällt, ist die unvergleichliche Erzählweise, die ich fast lyrisch nennen möchte: Es geht kaum um die Handlung, sondern nur um die Figuren und ihre Gefühle. Alles, was an Handlung geschieht, bietet nur Anstöße für menschliches Verhalten, ist für sich genommen aber ziemlich egal. Gefiel mir.

The League, Season 7

Irgendwie eine kleine „guilty pleasure“. Einfach nur albern, pubertär und grotesk, aber das auf einem seit Jahren bewährten Niveau.

Transparent, Season 2

Die erste Staffel habe ich geliebt und am Ende ein paar Tränchen verdrückt. Diese hatte zu viele Bälle in der Luft, wollte außer jedem einzelnen Buchstaben von LGBTI dann auch noch nebenbei den Holocaust mitnehmen. Trotzdem lohnend, warm und menschlich, lustig und ernst zugleich. Und für das schöne Ende waren die Rückblenden ins Berlin von 1933 dann doch noch fast sinnvoll. (Zusätzlich: Ein Wiedersehen mit Jason Mantzoukas alias „Rafi“ aus The League in artverwandeter Rolle!)

The Walking Dead, Season 6.1

Vielleicht die bisher schlechteste (Halb)staffel der Walking Dead – und nicht nur wegen dem Desaster rund um Glenn, das hoffentlich dazu geführt hat, dass bei den Schreibern etwas gesiebt wurde. Das wirkte alle zu oberflächlich, nutzte billige erzählerische Tricks und brachte die Figuren nicht nach vorne, mit Ausnahme von Morgan, aber wenn man schon eine Bottle Episode drehen muss, dann wenigstens eine über eine Figur.

Bücher

Andy Weir: Der Marsianer

Gute Grundprämisse: Einen realistischen Science-Fiction-Roman schreiben. Leider gab es da sonst nichts, insbesondere keine Figuren, die irgendwelche menschlichen Eigenschaften hatten, die nicht für die Story gebraucht wurden. Und dass auf dem Mars ständig was kaputt geht, glaube ich ja sogar, aber es ermüdete über die vielen hundert Seiten dann doch wie ein Zauberer, der während derselben Show sieben Mal ein Kaninchen aus dem Hut zieht.

Daniel Suarez: Daemon

Hatte ich von einem sehr geschätzten Kollegen empfohlen bekommen, gefiel mir aber gar nicht. Suarez hat eine Profession aus derselben Grundprämisse wie Andy Weir gemacht: wirklichkeitsnahe Science Fiction zu schreiben. Leider hapert es beim Schreiben. Auch hier handeln Pappfiguren statt Menschen, und den Trick, in spannenden Situationen an einen anderen Schauplatz zu schneiden, bevor man die Situation auflöst, lernt man wahrscheinlich schon im Grundkurs „Kreatives Schreiben“. Leider hat Suarez die Aufbauseminare nicht mehr besucht. Und das Ende der Geschichte ist dann dermaßen überdreht und unglaubwürdig, dass dagegen jeder Mission-Impossible-Film eine Dokumentation über den erstaunlich hohen Anteil von Schreibtischarbeit im Agentenmilieu ist.

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