Kurz reingeschaut: „Troilus und Cressida“ im Schauspielhaus Köln (2016)

Gestern habe ich etwas getan, was ich in den über zehn Jahren, die ich jetzt ein Abo am Kölner Schauspielhaus gabe, noch nie getan habe: Ich bin in der Pause gegangen. Ganz so schrecklich war die Aufführung nicht, das Stück aber schon. Hinzu kam: Ich kenne es und weiß, dass es nach der Pause nur unwesentlich besser wird.

Schon 2007 inszenierte das Kölner Theater dieses als schwierig geltende Stück von Shakespeare, und schon damals fand ich es wie gestern: Eine recht simple Story, die sich vor der Pause in ungebührlicher Länge ausbreitet, dabei aber textlich für die Zuschauer extrem fordernd ist. Immer wieder tauchen Verben auf, von denen man nur vermuten kann, dass der Satz, zu dem sie gehören, vor geraumer Zeit begonnen haben muss.

Immerhin der Bühnenbildner hat sich Mühe gegeben und einen schönen Kasten erschaffen, der sich in der Mitte der ansonsten nackten Bühne mit echt wirkenden, hohen Bäumen mit Blattwerk und unten mit Waldboden im Anschnitt umgrenzt. Wenn die vor Troja lagernden Griechen hier auftreten und von Spots mit langsam wechselnden Farben fokussiert werden, dann wirkt das fast magisch – aber nur, bis die erste Figur ihren Mund aucfmacht. Denn dann geht es wieder nur um Belangloses, wie eitel Achilles doch ist.

Die Kölner Rundschau fragt sich, ob die Langeweile und Belanglosigkeit an der Regie oder am Stück liegt? Nach dem zweiten Durchlauf kann ich sagen: Es ist das Stück. Mir ist nicht klar, was mir das heute sagen soll, und zudem ist es auch einfach keins von Shakespeares bestgelungenen.

Da meine Mitabonnenentin wegen Krankheit verhindert war, sparte ich mir dann den Teil nach der Pause und testete stattdessen lieber die ersten Chips von myChipsBox.

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