Ich las, ich sah, ich hörte: Medien im Mai 2016

Bücher

Adrian Tomine: Eindringlinge

Der Erzählungsband unter den Graphic Novels. Adrian Tomine fasst hier sechs Geschichten zusammen, die er in teilweise recht unterschiedlichen Stilen über mehrere Jahre hinweg gezeichnet und veröffentlicht hat. Alle Geschichten sind episodisch, erzählen jeweils nur einen kurzen oder speziellen Aspekt aus dem Leben ihrer Hauptfiguren. Da ist beispielsweise ein Gärtner, der die „Hortiskulptur“ erfindet und damit zu Erfolg kommen möchte. Eine Studentin sieht einer Pornodarstellerin ähnlich und wird laufend mit ihr verwechselt.

Die Geschichten haben offene Enden, sind nicht auserzählt, bleiben mehr erzählerische Skizzen – aber nicht zeichnerische. Tomine ist ein großartiger Zeichner, bringt die melancholische Stimmung der Geschichten auf den Punkt.

Besonders erwähnenswert ist noch das sehr, sehr schöne Cover, das der Reprodukt-Verlag dem Buch spendiert hat: der Schutzeinband ist aus durchsichtigem Plastik und hat den Titel aufgedruckt, das Titelbild ist auf das eigentliche Hardcover gedruckt. Das macht einen schönen Effekt, ist sehr wertig und originell.

Filme / TV / Serie

Der Plan – The Adjustment Bureau

Die Liebste wählt die Filme ihres DVD-Abos auch mal nach Schauspielern auf. Nachdem ich mit der Ankündigung, die hätte da noch einen Bourne-Film mit seltsamem Titel auf die Couch gelockt worden war, stellte sich heraus, dass nicht jeder Film mit Matt Damon aus der Bourne-Reihe ist. Hier spielt Damon den Politiker David Norris, der sich in eine Tänzerin verliebt. Da läuft aber entgegen den aktuellen Plänen des Schicksals – und dieses Schicksal ist hier eine real existierende Agentur mit Agenten, die dafür sorgen, dass alles der Vorsehung folgt. Norris bekommt das mit, widersetzt sich aber zugunsten der Liebe seiner Vorsehung und wird vom Adjustment Bureau gejagt.

Der Grundgedanke ist so absurd, dass man sich schon fast wieder auf ihn einlassen kann. Leider sind die Agenten des Schicksals aber zu überzeichnet dargestellt, fast schon albern, aber auch wiederum nicht so, dass sie quasi märchenhaft als Graue Herren durchgehen würden. Am Ende wirkt der Film zu beliebig zusammengeklaut: etwas romantische Komödie, etwas Momo, etwas Inception, etwas Bruce Allmächtig. Ich war zwischendurch kurz weggenickt und habe es nicht bedauert.

Musik

Melt Yourself Down: Melt yourself down

Ich bin über eine Rezension der neuen Platte dieser Band auf ihre erste gekommen. Melt Yourself Down erinnern mich an Balkan Beat Box und ähnliche Bands, die einen Mix aus Punk, Jazz und Folklore machen. Bei MYD dominiert das Saxophon viele Songs, darunter nervöse, nordafrikanisch inspirierte Rythmen, darüber ein hochenergetischer Dance-Punk-Gesang, der teilweise wie bei Radio 4 oder The Rapture klingt. Insgesamt eine sehr gelungene Platte.

Golf: Playa Holz

Als Golf anfangen, in  „Coconut“ italienisch zu singen, frage ich mich kurz, ob Tele vielleicht einfach nur plötzlich wieder cool geworden sind? Tatsächlich ist Golf die Band aus Köln, die den Ruhm verdient hätte, den die gräßliche Platte von AnnenMayKantereit bekommt.

Alleine „Macaulay Culkin“ ist das Lied, das bitte bitte der Indie-Sommerhit dieses Jahres wird und für das sich er Kauf der Platte lohnt. Aber auch die anderen Songs sind einfach gut: gut getextet, und auf angenehme Art und Weise zwischen elektronisch und handgemacht changierend. Platte des Monats.

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