Star Trek als Doktorarbeit

Was heutzutage nicht alles möglich ist.

Aber warum nicht eine Habilitation über Perry Rhodan? Dat Dingen spiegelt immerhin den bundesdeutschen Zeitgeist seit 1961 wieder?

Advertisements

Musikqualität

Ich nehme den Kommentar von andreas drüben im bubbleboy von Kollege Surfguard mal zum Anlaß, dies hier zu schreiben.

Ich kenne Platten noch aus einer Zeit, als man sie aufgelegt und gehört hat und sich dabei die Plattencovers angeguckt hat. Dabei hat man sich das Artwork angeschaut, die Texte durchgelesen, wenn sie als zusätzliches Blatt in der Hülle waren, und sie gegebenfalls auch nicht verstanden und sich gefragt, wie die diesen Sound wohl hingekriegt haben – wie auch immer, man hatte was vernünftiges in der Hand, irgendwie was grosses, wertiges, was die zwanzig Mark rechtfertigte.

Ich will jetzt mal nichts dazu sagen, daß aus den zwanzig Mark jetzt mal locker zwanzig Euro geworden sind, das haben andere auf dem Zettel.

Auch will ich nichts dazu sagen, daß ein CD Booklet (zumindest in der Standardform) nicht wertig ist (auch wenn’s da Versuche gibt das zu ändern, beispielsweise bei der letzten Tool CD oder bei Radiohead). Zum Schluß gibt’s vielleicht auch keinen so grossen Unterschied, wenn man ein CD Booklet in die kleinen Plastikzungen versucht hineinzubekommen und es dabei zerstört, wie früher, wenn man versuchte die Hülle in das Cover zu bekommen, nur um die Klebung damit aufzuspalten.

Auch will ich nicht erwähnen, was ich mit jemandem gemacht hätte, der versucht hätte, eine meiner Platten während sie auf dem Plattenteller liegt mit den Fingern anzufassen und gegen den Strich zu drehen, und das am besten noch schnell hin und her („Mir scheissegal, ob das in zwanzig Jahren scratchen heisst! Du gehst jetzt schön zum Habuzin und kaufst die neu!“)

Viele Jahre später rippt jeder seine eigenen CDs zu MP3s (einige überspringen den Step mit den ‚eigenen‘ CDs) und hört Musik auf dem Computer oder auf dem MP3 Stick oder dem IPotz.

Nachdem iTunes auf dem Markt war, dachte ich mir: prima, kein Grund mehr beim freundlichen Raubkopierer ein paar IP Adressen weiter einzuholen, jetzt kauft man sich die Files endlich legal.

Das habe ich dann auch gemacht. Mein Fehler: mein erster Erwerb war ausgerechnet eine Pat Metheny Platte (Moment, Platte, eben nicht, download halt). Nun muß ich vorweg schicken – ich bin kein HiFi Freak, ich hatte auch nie High End Geräte und eine Radio komprimierte Cassettenversion bei der Mal Sondock reinquatscht, konnte mir auch reichen.

Aber – genau beim Herrn Metheny hört man die Komprimierung und zwar ausgerechnet bei einem wunderbaren sanften ‚Palim‘ Klavierausklang, bei dem die langsame Ausblendung aufs ekligste verzerrt wird. Das mag daran liegen, daß er immer mit 192 KHz aufnimmt oder gottweißworan, aber man hört’s halt.

Gut, daß hat mich nicht daran gehindert sowohl bei iTunes als auch beim Amazon zu kaufen. Aber es fiel mir folgendes auf: ich habe im gesamten letzten Jahr CDs beim Amazon gekauft, die als erstes zu MP3s konvertiert und mir dann nie die eigentliche CD angehört!

Dabei tendiere ich jetzt dazu Musik mit grösserer Wertigkeit des Klangs als CD zu kaufen. Aber zum Schluß höre ich sie als MP3s, und gut, einige als OGGs.

Aber in Zeiten grösserer Bandbreite und billigeren Plattenplatzes gibt es eigentlich immer weniger Grund, seine Musik komprimiert zu hören – destruktiv komprimiert heißt das.

Also, kleiner Tipp an die Musikindustrie – ein Dienst, der ein unkomprimiertes Format unterstützt (z.B. FLAC), müsste ein echtes Alleinstellungsmerkmal haben. Ob das ausreicht, ist natürlich fraglich, insbesondere, wenn sich dabei herausstellen sollte, daß die CD Verkäufe nicht wegen der bösen Raubkopierer zurückgehen, sondern wegen der mangelnden Qualität. Der Musik – nicht der Kompression, versteht sich.