Kölnpfad, Etappe 6: Vom Wiener Platz nach Schlebusch

Die 6. Etappe des Kölnpfads sind wir vor nun schon drei Jahren gewandert. Ich verblogge sie auch deswegen erst jetzt, weil uns in der Folge leider ein beschädigtes Knie daran hinderte, weitere Etappen zu gehen. Inzwischen könnte das Knie so langsam wieder in Ordnung sein, und im Frühjahr ist auch der neue Hund alt genug, dass er längere Strecken mit uns gehen kann. Dann setzen wir das Projekt hoffentlich fort. Vorher aber zur 6. Etappe:

Es beginnt am Wiener Platz, von dem aus man direktemang runter zum Rhein marschiert und den dann erst mal ein ganzes Stück entlang. Der Rhein ist ja immer schön, die Strecke macht also erst mal Spaß, auch wegen kleiner Accessoire-Funde am Wegesrand.

Neckischer Spaß am Wegesrand

Am Rhein entlang

Nach einiger Zeit passiert man den Stammheimer Schlosspark, der mit zahlreichen Kunstwerken Ablenkung bietet.

Kunst im Stammheimer Schlosspark

Kunst im Stammheimer Schlosspark

Es folgt dann aber, quasi zum negativen Ausgleich, eine der drögesten Passagen des Kölnpfads: zunächst der scheißlange, schnurgerade, langweilige Flittarder Damm. Wenn man dann in Flittard angekommen ist, wird es nicht besser. Man trottet über den Bürgersteig einer Straße, die außer ihrem Straßesein nicht viel zu bieten hat.

Der scheißlange Flittarder Damm

Langweiliger Weg durch Flittard

Anschließend wird es wieder abwechslungsreicher: Man überquert Eisenbahnstrecken und ein Bächlein, unterquert eine Autobahn, schlägt sich auf einem Feldweg durch Dornengestrüpp und passiert den Leverkusener Golfplatz.

Zwischen Feld und Bahn

Über den Mutzbach

Leverkusener Golfplatz

Am Ende wird es noch wirklich schön. Der Weg führt in den Wald, zunächst an einem großen Baggersee vorbei, dann über einen unbeschrankten Bahnübergang und endlich ins schöne, manchmal fast verwunschen wirkende Naturschutzgebiet Am Hornpottweg.

Unbeschrankter Bahnübergang

Baggerloch

Naturschutzgebiet "Am Hornpottweg"

Für die 14 km brauchten wir mit Pausen rund viereinhalb Stunden. Es ist nicht die schönste oder spannendste Kölnpfadetappe, aber man macht das ja schließlich nicht zum Spaß, sondern weil man wandernd erleben möchte, was Köln alles zu bieten hat – oder eben nicht. Gar fürchterlich ist es aber auch nicht, wenn man die Flittarder Passage ausblendet.

Hier ist eine Liste mit meinen Beiträgen zu andere Kölnpfad-Etappen: Kölnpfad-Etappenführer.

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Kölnpfad abgewandert: Mein kleiner Etappenführer

Meine Beschreibungen der Etappen des Kölnpfads, inklusive zahlreicher Fotos:

Kölnpfad, Etappe 3: Von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven

Kölnpfad, Etappe 4: Von Roggendorf/Thenhoven nach Merkenich

Kölnpfad, Etappe 5: Von Merkenich zum Wiener Platz

Kölnpfad, Etappe 6: Vom Wiener Platz nach Schlebusch

Kölnpfad, Etappe 7: Von Dünnwald nach Thielenbruch

Die restlichen Etappen folgen, sobald wir sie erwandert haben.

Kölnpfad, Etappe 5: Von Merkenich zum Wiener Platz

Wie angekündigt haben wir begonnen, die zwei übersprungenen Etappen des Kölnpfads nachzuholen. Auf der 5. Etappe ging es von Merkenich, der Endhaltestelle der 12, nach Mülheim zum Wiener Platz. Hier die ungefähre Streckenführung.

Vom Startpunkt aus geht es schnell an das Ufer des Fühlinger Sees, immer daran entlang, bis zur Kreuzung mit der Neusser Landstrasse. Der folgt man dann, allerdings auf einem parallel führenden, netten Feldweg, bis man an der Kantine plötzlich wieder im hässlichsten Großstadtverkehr steht. Von dort aus steuert man auf das Niehler Ei zu, das man schon aus dem Auto nur ungerne sieht, unterquert es und stößt endlich auf den Rhein. An dem geht es dann immer weiter entlang, über eine Fußgängerbrücke auch auf die Rheinseite des Niehler Hafens, immer weiter, bis schließlich die Mülheimer Brücke erreicht ist.

Wir hatten angesicht der Streckenführung befürchtet, dass diese Etappe etwas unschöner, asphaltöser und vor allem weniger vor der Sonne geschützt werden würde als die bisherigen. Tatsächlich führt der Weg aber fast durchgängig unter Bäumen entlang, wenn man auch tatsächlich viel über Asphalt läuft, insbesondere das lange Schlussstück am Rhein entlang, was meine Hüfte mich gegen Ende des Wegs auch deutlich spüren ließ.

Der Pilz kennt den Weg

Ansonsten ist diese Etappe wieder mal sehr abwechslungsreich. Man sieht den Fühlinger See mit der Regattastrecke, entdeckt die Felder neben der Neusser Landstraße, quert das Niehler Ei, kommt an der Merzenich-Zentrale und einem Hundeauslaufplatz vorbei und kann die protzigen Wohnhäuser am Rheinufer bestaunen (und mit etwas Glück auch ihre neureichen Bewohner).

Fühlinger See

An Feldern entlang der Neusser Landstraße

Es geht nicht nur über schöne Wege

Am Herzen von Kölns Backwarenversorgun

Der Niehler Hafen bietet dann einiges Augenfutter, und am Ende wartet die Mülheimer Brücke mit einem prächtigen Ausblick auf das Kölner Panorama mit Dom, Colonius und Axa-Hochhaus.

Niehler Hafen

Niehler Hafen

Das ersehnte Ziel: Die Mülheimer Brücke

Blick auf die City

Insgesamt eine solide Etappe, die man in den angegebenen 3,5 Stunden plus Pausen gut bewältigen kann. Vrlaufen haben wir uns nur an einer Stelle, als wir nämlich den Abzweig zur Brücke über den Hafen verpassten. Hier heißt es: Genau hingeschaut! (Immerhin konnten wir unseren Frust dann aber im McDonald’s auf der Amsterdamer Straße bewältigen, dessen goldene Bögen wir auf unserem Irrweg unversehens leuchten sahen.)

Die Golden Arches leuchten nach Erfrischung!

Kölnpfad: I love you!

Alle Fotos von der 5. Etappe.

Mein kleiner Führer zu den restlichen Etappen.

Kölnpfad, Etappe 7: Von Dünnwald nach Thielenbruch

Zwei Etappen des Kölnpfads haben wir angesichts des Wetters am vergangenen Sonntag übersprungen: Die 5. und 6. werden wir demnächst mal nachholen, aber bei hellem Sonnenschein wollten wir lieber durch den schattigen Wald wandern als durch den Niehler Hafen oder entlang des Rheins.

Die 7. Kölnpfad-Etappe beginnt in Leverkusen-Schlebusch an der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 4. Schon wenige Meter später aber steht man buchstäblich im Wald, den man bis zum Endpunkt in Thielenbruch nur noch selten verlässt. Hier geht es im Wesentlichen lang:

Abwechslungsreich ist die Etappe allerdings nicht. Breite Waldwege wechseln sich mit schmaleren Waldwegen ab, dichtere Belaubung mit etwas weniger dichten, mal haben die Schutzhütten am Wegesrand Dächer, mal nicht.

Kölnpfad

Kölnpfad

Kölnpfad

Versuchung am Wegesrand

Das war’s aber auch schon fast mit der Abwechslung. Die kleinen Highlights am Wegesrand sind ein Fischteich mit Reiher, das Dünnwalder Waldbad und der Wildpark, zu dessen Wildschweingehege man einen wenige hundert Meter weiten Abstecher machen kann. Dann noch die Diepeschrather Mühle (naja, hauptsächlich wegen der Möglichkeit, hier für eine Zwischenrast einzukehren) und schließlich der historische Thielenbrucher Bahnhof, in dem ja auch das KVB-Museum untergebracht ist, und der sich für ein Abschlussbierchen anbietet.

Endstation Thielenbruch

Mit insgesamt 12 Kilometern ist die Etappe nicht übermäßig lang und man kann sie auch ohne längere Rast problemlos durchwandern.

Allerdings geben die Wegmarkierungen auf dieser Etappe ein paar Rätsel auf. Zweimal verpassten wir einen Abzweig: Ein Mal, weil der Kölnpfad über einem anderen Wanderwegzeichen stand und unklar war, ob der Abbiegepfeil für beide galt. Und an der Stelle, wo man auf die Diepeschrather Straße trifft, sagt der Pfeil eindeutig „linkherum“, während das Buch rechtsherum sagt. Wir verließen uns auf die Wegmarkierung, was ein Fehler war. Unser Glück war nur, dass im Endeffekt beide Wege zum Ziel führen, nämlich zur Diepeschrather Mühle. Aber auch andere Markierungen waren teilweise schon zugewachsen oder nicht so eindeutig wie auf anderen Etappen.

Ja was denn jetzt?

Unterm Strich ist die 7. Kölnpfad-Etappe ein langer Waldspaziergang durch Dünnwald und den Thielenbruch. Hier sind alle meine Fotos unseres Wegs.

Die 8. Etappe werden wir wohl Ende Juli angehen, eventuell schon vorher die 5. und/oder 6. Etappe nachholen.

Mein kleiner Führer zu den restlichen Etappen.

Kölnpfad, Etappe 4: Von Roggendorf/Thenhoven nach Merkenich

Nun hat es also doch fast ein ganzes Jahr gedauert, bis wir gestern endlich die nächste Kölnpfad-Etappe in Angriff genommen haben. Hier entlang führt der Weg:

Startpunkt ist der S-Bahnhof Köln-Worringen. Von dort aus geht es durch den Worringer Bruch, in einem langen Bogen zwischen dem Bruch und dem angrenzenden Feld entlang, dann auf relativ direktem Weg zum Rhein und dann ein sehr langes Stück den Deich hinunter bis vor der Leverkusener Autobahnbrücke, wo man rechts abbiegt und die Endhaltestelle der 12 in Merkenich erreicht. Insgesamt geht man 11 km, die wir mit einer kurzen Rast auf einer Bank, immer wieder mal einem Fotohalt und einer Kaffeepause im Kasselberger Gretchen locker in vier Stunden schafften.

Im Worringer Bruch

Weg entlang dem Rand des Worringer Bruchs

In meiner Wegbeschreibung habe ich nicht viele Details der Strecke weggelassen, so dass man schnell erkennt: Die abwechslungsreichste Etappe ist diese vierte nicht. Der Bruch zu Beginn ist schön, aber auch sehr schnell durchquert. Das anschließende Feldstück ist nett, vom alten Römerweg erkennt man außer dem Straßenschild nicht viel, und den Rhein hinunter ist es, wie es am Rhein in Köln halt ist: Schön, aber auch direkt nicht wild romantisch.

Über den Deich

Am Rhein

Am interessantesten sind, außer dem Bruch, dann noch die Hinterhöfe der Häuser, an denen man nach der Hitdorfer Fähre vorbeigeht.

Auf dem Kölnpfad

Auf dem Kölnpfad

Auf dem Kölnpfad

Und ansonsten gilt, dass man sich auf dem Kölnpfad eben an den kleinen Dingen erfreut: Sauerampfer, der auf dem Weg wächst, ein kreisender Raubvogel, eine Gruppe von Reiter auf den Rheinauen, Schafe am Wegrand, Hochwasserstands-Markierungen. Und daran, dass man im Kasselberger Gretchen zum Kaffe ungefragt ein Eierlikörchen mit Sahne dazu serviert bekommt.

Kuchen, Kaffee - und Eierlikör!

Ich bin gespannt auf die nächste Etappe, für die ich jetzt mal keine Versprechungen mache, die uns dann jedenfalls von Merkenich zum Wiener Platz in Mülheim führen wird.

Die Zielflagge in Merkenich

Alle meine Fotos von der 4. Etappe auf Flickr.

Mein kleiner Führer zu den restlichen Etappen.

Kölnpfad, Etappe 3: Von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven

Das war mal ein schöner Sonntagsausflug: Einmal rund um Köln führt der „Kölnpfad„, 171 km lang. Zum Einstieg des Projekts nahmen wir die Etappe, die von uns aus mit der kürzesten Anreise erreichbar ist, nach offizieller Zählung die Etappe 3, über 16 km von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven.

Dom in der Ferne

Zum Glück knubbelte sich das ganze Pech dieses Ausflugs gleich zu Beginn. Kaum an der Endstation aus der Stadtbahn-Linie 4 ausgestiegen, erwischte uns in Downtown Bocklemünd erst mal ein ordentlicher Regenschauer. An der dritten Kreuzung, als unsere Sinne noch nicht auf die Wegmarkierungen kalibriert waren, verpassten wir dann auch noch eine Abzweigung, bemerkten unseren Irrtum, kehrten um, nur um auf dem rechten Weg zu bemerken, dass eine Überquerung des Militärrings, zu dem wir parallel gelaufen waren, auch genügt hätte.

Das ganze kostete uns aber nur 10 Minuten Zeit, und in der Folge entsponn sich eine schöne Wanderung, entlang Industriegebieten, durch alte Wäldchen, durch Vororte, an Seen entlang und über Felder. Die Idee des Kölnpfads ist es nicht, die schönsten Stellen Kölns zu zeigen, sondern den Wanderer durch Stellen der Kölner Peripherie zu führen, die er sonst wohl nie entdecken würde.

So beginnt der Weg mit einem Schlenker durch das alte Bocklemünd, der alles andere als buchstäblich zielführend ist, sondern der nur das Dörfliche dieses Vororts zeigen soll. Weiter geht es durch junge Wäldchen vorbei am Industriegebiet Ossendorf, durch Mengenich hindurch, an den Escher und Pescher Seen vorbei, mitten durch ein Escher Wohngebiet.

Kölnpfad-Markierung

Es geht nicht nur durch romantische Gegenden

Chorweiler am Horizont

Man verlässt Esch mit einem bedrohlichen Blick auf die Chorweiler Hochhäuser, biegt aber weit vorher links ab, schlägt sich über Felder und durch schöne, alte Wälder bis zum Wasserwerk Weiler.

Wasserwerk Weiler

Von dort aus geht es über ein endlos weites Feld bis zum Zielort Roggendorf/Thenhoven. Am Ende der Etappe verlässt man den Kölnpfad, um von der wenige hundert Meter entfernt gelegenen S-Bahnstation Worringen den Heimweg anzutreten.

Die 16 km schafften wir in gemäßigtem, aber nicht trödeligem Tempo in vier Stunden plus zwei Pausen. Mit An- und Abreise (die S-Bahn fuhr uns vor der Nase weg) waren wir sechs Stunden unterwegs.

Das Schöne an der Kölnpfad-Wanderung sind nicht die großen Dinge, sondern gerade die kleinen: Ein exotisch aussehender Vogel auf einem Ast an den Escher Seen. Zwei exotisch aussehende Ureinwohner, die in einen Smart in der Escher Suburbia steigen. Eine Serie von Banken, gestiftet vom lokalen Bürgerverein. Ein Wasserspender am Wasserwerk. Ein paar aztekisch aussehende Ruinen in einem Mengenicher Waldstück. Die alte Buche, die im Kölnpfad-Führer noch als Markierungspunkt ausgegeben wird, die nun aber gefällt und zerlegt am Wegesrand liegt und ihre aufgemalten Markierungspfeile ins Leere zeigen lässt.

Exotischer Vogel am Wegrand

Escher Eingeborene

Wasserwerk Weiler

Für alle Fälle gerüstet

Unterm Strich ein sehr schönes Erlebnis. Voraussichtlich am Vatertag geht’s auf Etappe 4.

Zivilisationsspuren

Walk on!

Alle Kölnpfad-Fotos in meinem Flickr-Set.

Mein kleiner Führer zu den restlichen Etappen.