Vorbildlicher Reklamationsprozess bei Schuh Gress

Man muss auch loben können! Ich hatte über Amazon bei Schuh Gress ein Paar Schuhe bestellt. Die wurden gestern auch geliefert, aber nicht in der bestellten Farbe. Also meldete ich mich gestern Abend per Mail, reklamierte die Lieferung und fragte nach, wie die Abwicklung passieren soll. Prompte Antwort heute morgen:

Hallo Herr [surfguard],

wir entschuldigen uns für unseren Fehler und diedamit verbundenen Unannehmlichkeiten.

Wir senden Ihnen schnellstens den richitgen Schuh zu, im Paket liegt dann eine Freimarke um den falsch gelieferten Schuh an uns zu senden.

Vielen Dank und Gruss
Stefan Gress

Respekt! Zum einen schreibt der Chef hier seine Kundenmails noch selbst und offensichtlich von Hand (siehe kleine Tippfehler), und zum anderen ist das ein Reklamationsprozess, wie ich ihn mir wünsche: Ich bekomme sofort die richtige Ware, habe die also so schnell wie möglich und nicht erst, nachdem meine Rücksendung beim Lieferanten eingegangen ist. Derjenige, der einen Fehler gemacht hat, korrigiert den also auf eigenes Risiko.

Könnt Ihr euch das bitte mal zum Vorbild nehmen, T-Mobile?

Kunde: unbekannt

Schon seltsam, wie wenig vorbereitet Premiere anscheinend in die Umstellung auf Sky gegangen ist, wenigstens was die Kunden angeht.

Vor ca. vier Wochen bestellte ich, vorher bereits Premiere Kunde (Pakete: Bundesliga, Internationaler Fußball, Doku)  telefonisch die Pakete Sport und Bundesliga. Und natürlich unfreiwillig auch Sky Welt. Der Hotline-Mitarbeiter kündigte mir an, dass ich demnächst eine Bestellbestätigung bekommen solle, auch per Email.

Die Mail kam nie an. Zwei Wochen nach meiner Bestellung erhielt ich ein Dankesschreiben für meinen Auftrag. Ohne, dass meine Bestellung aufgeführt worden wäre, bekam ich mitgeteilt (im Volltext zitiert):

Sehr geehrter Herr [SurfGuard],

wir freuen uns über Ihr Interesse an Sky. Wir haben Ihren Wechsel auf unsere neuen Angebote wunschgemäß vorgenommen. Sobald die Umstellung erfolgt ist, erhalten Sie eine umfassende Vertragsbestätigung mit allen Informationen rund um Ihr neues Abonnement.

Mit freundlichen Grüßen.

Das Schreiben hätte man nun wirklich auch einen Tag nach meiner Bestellung eintüten können, und nicht erst zwei Wochen später, aber gut.

Inzwischen, wiederum gute zwei Wochen später, also vier Wochen nach meiner telefonischen Bestellung, habe ich immer noch nicht die angekündigte „Vertragsbestätigung“erhalten. Dafür flatterte mir heute ein anderes Schreiben von Sky ins Haus. Betreffzeile:

Tauchen Sie ein in die neue Welt des Entertainments und rufen Sie uns an

Was zur Hölle? Die wissen heute nicht mal, dass ich vor vier Wochen auf Sky umgestellt habe und senden mir Werbung?

Immerhin kann ich gerade auf Sky 1 die DFB-Pokal-Konferenz sehen. Aber ich glaube, morgen rufe ich mal an und frage, ob die wissen, wer ich bin.

Kurz reingeklickt: G1, das Google Phone

Nach schwierigem Bestellprozess bin ich seit nun zwei Wochen Besitzer eines G1, des „Google Phones“, zusammen mit einer T-Mobile-Daten-Flatrate. 44,95 € kostet die Datenflat, einschließlich kostenlosen Anrufen ins Festnetz (wahlweise zu D1). Außerdem habe ich noch einmalig 15 € gezahlt.

Nach den Schmerzen bei der Bestellung erst mal ein Lob an T-Mobile: Das Gerät wurde sofort versendet, am Montag nach meiner samstäglichen Bestellung, es war wertig verpackt an und binnen weniger Minuten startklar. (Wenn die Tatsache, dass sich die 2-GB-Mini-SD-Karte schon im Gerät befindet, auch der Kurzanleitung bekannt wäre, wär’s sogar noch schneller gegangen.)

Im Gegensatz zum amerikanischen Ableger liefert T-Mobile Deutschland das G1 mit Zubehör aus: die erwähnte Mini-SD-Karte, natürlich ein Ladegerät, eine Schutzfolie für’s Display (allerdings ohne Aufbring-Anleitung, hab ich dann drauf verzichtet), ein paar Aufkleber (naja, hab mal einen benutzt, bin aber nicht überzeugt) eine Schutztasche/-hülle für das Gerät und insbesondere auch ein Kopfhörer/Freisprechdingsie. Da das G1 nur einen Mini-USB-Port hat, aber keinen Mini-Klinken-Anschluss für normale Walkman-Kopfhörer, ist das auch extrem sinnvoll. Ein USB-Verbindungskabel gibt’s auch. Seltsamerweise passt dessen kleiner Stecker aber nur auf’s G1, nicht auf andere Geräte. Mit einem normalen Mini-USB-Kabel kommt man dagegen auch erfolgreich ins G1. (Getestet mit einem „normalen“ USB-Verbindungskabel zum Computer und mit dem Auto-Ladegerät meines Navis mit Mini-USB-Ausgang, das auch das G1 lädt.)

Eine Kurzanleitung ist ausgedruckt dabei, die Komplettanleitung gibt’s nur auf CD-ROM (und auf der SD-Karte).

Verarbeitung und Design

Das G1 ist nicht extrem elegant, aber es hat durchaus seinen eigenen, etwas clumsig-nerdigen Charme. Vielleicht so, wie eine Datasette ihren eigenen Charme hatte. Dem iPhone ist es in Sachen Design natürlich meilenweit unterlegen, aber hässlich ist es wirklich nicht, wirkt in echt noch mal ein bisschen sympathischer als auf Fotos.

G1

G1

Das Gehäuse ist aus Plastik, die Verarbeitung ist aber sehr solide. Einen Sturz aus Überkopfhöhe auf den Linoleumboden einer Küche an Karneval (ähem…) überstand mein Gerät schon ohne irgendwelche Spuren, nicht mal Kratzer. (Auch wenn ich etwas Glück hatte, und das Gerät nicht auf der Glasseite über den Boden schlidderte.)

Die Tastatur, die wohl einer der größten Vorteile gegenüber dem iPhone ist, schnappt mit einer sehr angenehmen, sich gleichzeitig fest und leichtgängig anfühlenden Bewegung aus.

Die Kamera auf der Rückseite ist komplett eben verblendet. Schönes Detail: Ein winziger, spitzer Noppen neben den Lautsprechlöchern lässt einen beim Fotografieren erfühlen, wo man mit seinen Finger jetzt die Linse bedecken würde, selbst wenn man’s im Display natürlich auch sofort sähe.

Rückseite (mit Aufkleber)

Anschlüsse und Bedienelemente

Das G1 hat an der Seite den üblichen Laut-Leise-Kippschalter, für Rechtshänder beim Telefonieren mit dem Zeigefinger leicht zu bedienen. Das Ding dient aber auch außerhalb eines Telefonats zur Lautstärkeregelung und zur Einstellung der Klingeltonlautstärke. Selbst stumm kann man das Gerät mit dem Schalter bekommen, sehr praktisch!

Laut-Leise-Schalter

An der schmalen Unterseite des G1 gibt’s den erwähnten Mini-USB-Port. Er ist der einzige Anschluss für externe Geräte, logischerweise auch die Verbindung zum Computer, wenn gewünscht. Negativer Nebeneffekt: Man kann das Gerät nicht gleichzeitig aufladen und Kopfhörer anschließen. (Übrigens kann man auch nicht gleichzeitig eine USB-Verbindung zum Computer auf haben und über das G1 auf die SD-Karte zugreifen. Die ist dann gesperrt. Eventuell eine notwendige Maßnahme, um konkurrierende Zugriffe vom Computer und G1 zu vermeiden?)

USB-Port

Ein anderes, echtes Highlight sind die fünf festinstallierten, physischen Tasten und der Trackball. Sieht eigentlich genauso aus wie beim Palm (hab ihn selig), und ist auch genauso sinnvoll wie da, weil häufig benutzte Features über einen einfachen Klick jederzeit angesteuert werden können:

  • eine Taste zum Anrufen,
  • eine Taste zum Auflegen bzw. Ablehnen und Ein-/Ausschalten des Geräts,
  • eine Taste, die den Nutzer auf den Startbildschirm/Desktop zurück bringt,
  • eine Zurück-Taste, die in praktisch allen Applikationen genau das macht: den Nutzer einen Screen zurück führen. Total super!
  • Dann eine Menü-Taste, die in allen Applikationen das jeweilige Kontextmenü aufruft.
  • Und schließlich der Trackball, der zwar winzig klein ist, sich aber völlig überzeugend anfühlt und insbesondere beim Browsing eine von mir zunehmend mehr geschätzte Hilfe zum Ansteuern kleiner Elemente auf dem Screen ist.

Funktionstasten

Nicht vergessen darf ich die kleine LED über dem Bildschirm, die dezent aber doch gut sichtbar in jeder beliebigen Farbe blinken und leuchten kann, wenn eine Benachrichtigung vorliegt. Das können angekommene SMS oder Mails sein, das kann der Ladestand der Batterie sein; aber auch jede Applikation kann diese LED auslösen, wenn man es ihr erlaubt. Bei mir ist das zum Beispiel „Astrid“, eine To-Do-Applikation, die mich so an Deadlines erinnert. (Seltsamerweise lösen verpasste Anrufe keinen LED-Alarm aus, auch wenn’s dafür natürlich schon eine Helper-Applikation gibt, die genau das ergänzt.)

Die Hinweis-LED leuchtet

Die Tastatur des G1 ist schon ein echter Hammer – überhaupt, und auch in der konkreten Ausführung. Nach kurzer, ca. zweitägiger Lernphase hat man die Tastenabstände drin und trifft, obwohl die Tasten nicht stark erhaben sind, praktisch alle Buchstaben. Nach dieser Zeit hat man sich außerdem an die „Treppe“ rechts neben der Tastatur zu den festen Bedientasten gewöhnt und hält die Hände nicht im 45°-Winkel zum Gerät, sondern parallel zur Längsachse. Klingt erst mal komisch, funktioniert aber erstaunlich gut. Andererseits ist es auch notwendig, weil man sonst laufend mit dem Daumen an die Treppe stößt. (Wenn allerdings das Ladegerät drin steckt, geht diese Haltung nicht mehr. Dann wird’s schon echt blöd.)

Wer einmal die Soft-Keys des iPhones mit der echten Tastatur des G1 verglichen hat, wird diese bestimmt nicht mehr missen wollen.

Tastatur

Schließlich das natürlich wichtigste Bedienelement: Der Touch-Screen. Der ist gut, fühlt sich in Ordnung an, auch wenn er manchmal ein kleines bisschen hakelig wird. Das liegt dann zwar weniger an irgendwelchen physikalischen Eigenschaften des Screens, sondern daran, dass schon die Browsing-Applikation den Prozessor des G1 beim Aufbau einer Seite in der Spitzenlast zu fast 100% braucht. Kommt für den Nutzer aber auf’s selbe raus. Starker Fingerdruck ist jedenfalls nicht nötig, und nach dem Putzen hilft ein bisschen Benutzung, dass der Screen etwas „leichtgängiger“ wird, weil die Finger dann nicht mehr so am Glas haften, sondern besser gleiten.

Die Helligkeit des Bildschirms ist in Ordnung (und mit 32% als Default-Einstellung für die bequeme Benutzung ohne direkte Sonneneinstrahlung mit genügend Reserve ausgestattet).

Größter Nachteil gegenüber dem iPhone ist, dass der Screen kein Multi-Touch unterstützt.Das ist wirklich extrem schade. Ein bisschen kleiner ist er im Vergleich ebenfalls, wenn auch nicht viel.

Display

Netzwerke

Das G1 kennt sich mit UMTS, WLAN, Bluetooth und GPS aus. Die Standortbestimmung funktioniert übrigens auch ohne GPS, wenn auch nur auf einen knappen Kilometer genau.

WLAN funktioniert völlig schnafte, wie es sein muss, und mit guter Bandbreite. Bluetooth dient zurzeit leider nur zum Anschließen kabelloser Headsets; eine Dateiübertragungsapplikation ist noch nicht vorhanden, kommt vielleicht mal mit einem Android-Update. Das GPS hat sich nach dem Aktivieren erstaunlich schnell gefunden und ist maximal präzise.

Haken: Alle Netzwerke, die aktiviert werden, fressen enorm viel Strom. In aller Regel wird man deswegen nur UMTS aktiviert haben, wenn man keinen USB-Anschluss zum Aufladen in Reichweite hat.

Verbindungsmöglichkeiten (plus natürlich UMTS)

Benutzung

Nach dem ersten Einschalten verlangt das G1 logischerweise erst mal die SIM-Karten-PIN, und dann die Google-Credentials. Sich das Ding ohne Google-Account zu holen ist eher sinnlos, aber mit einem solchen, hat das Gerät sich nach ein paar Sekunden Synchronisation die Emails, den Kalender und auch die Kontakte aus dem Google-Account gezogen. (Man kann auch die Kontakte von der SIM-Karte importieren, muss das allerdings einen nach dem anderen tun.)

Das Bedienkonzept orientiert sich grundsätzlich an einem Computer-Desktop mit Applikationsmenü. Alle Applikationen sind in einem großen, alphabetisch sortierten Start-Menü aufgelistet. Jede Applikation kann man sich aber auf den Desktop ziehen, genauso geht das auch mit Kontakten, die dann mit einem „Finger-Tipp“ zur Verfügung stehen. (Der grüne Desktop-Hintergrund unten ist übrigens ein von mir installierter; das geht natürlich wie inzwischen bei allen anderen Handys auch hier.)

Desktop

Öffnen des Anwendungsmenüs

Ein Feature-Vorsprung gegenüber dem iPhone ist die wirklich extrem praktische Statusleiste am oberen Rand des Bildschirms. In ihr stehen nicht nur der Batteriestand und die Uhrzeit und die aktuelle Netzwerkstärke. In diese Zeile können alle Applikationen kleine Benachrichtigungs-Icons setzen. Der Nutzer kann die Leiste dann wie eine Jalousie nach unten ziehen, die jeweilige Benachrichtigung lesen (Email angekommen, Anruf verpasst, 5 Tweets angekommen, was auch immer) und mit einem Klick zur auslösenden Applikation kommen. Hammerpraktisch, das Ding!

G1 (mit Email-Benachrichtigung inkl. leuchtender LED)

Eine Benachrichtigung ausklappen

Um mehr Platz zu haben, steht auf dem G1 nicht nur ein Desktop zur Verfügung, sondern drei zusammenhängende, die man mit dem Finger hin und her schieben kann. Hier mal ein kleines Bedienungsbeispiel von Desktop, Browser und Maps:

Insgesamt muss man sagen, dass sich das G1 sehr gut und vor allem intuitiv verständlich anfasst. Das einzige Konzept, das man lernen muss, ist der „Long Click“: Hält man den Finger auf ein Element gedrückt, dann springt nach einer knappen Sekunde ein Kontextmenü auf, falls denn für dieses Element eins verfügbar ist. Das kann natürlich auch mal schief gehen, andererseits lernt man schnell, wo es geht und wo nicht. (Meistens geht’s, wenn irgendetwas sinnvolles mit dem Ding anzustellen ist.) Bei den Desktop-Icons löst ein Long Click ein kleines Brummen aus, und dann hat man das Icon „in der Hand“, um es zu verschieben oder zurück ins Anwendungsmenü zu schubsen.

Applikationen

Das Gerät kommt mit Mail, Kalender, natürlich Telefon/Kontakten/SMS, Kamera, Browser, Google Maps und YouTube vorinstalliert.

  • Mail und Kalender sind nicht hübsch, tun aber ihren Zweck, Google-Style eben. Erwähnenswert: Die Mails fühlen sich wirklich „gepusht“ an, sind oft eher im Handy als im Webclient.
  • Die Kamera kann nicht zoomen, hat auch keinen Blitz, macht bei Licht aber ganz okaye Bilder. Ein Fotohandy ist das G1 aber definitiv nicht.
  • Der Browser ist völlig in Ordnung, kann aber kein Flash, genausowenig wie andere mobile Browser.
  • Damit aber wenigstens YouTube geht, hat Google dem G1 eine eigene YouTube-Android-Applikation spendiert, die ziemlich gut funktioniert und Videos fullscreen abspielt.
  • Instant Messenger: Google-Talk-Chat
  • Musik: was wohl?
  • Google Maps ist schon in Verbindung mit der Mobilfunk-Zellen-Ortung eine tolle Sache für unterwegs, mit GPS wird’s kaum schlagbar.

Google Maps (mit netzwerkbestimmter, ungenauer Standortanzeige und Anwendungs-Menü)

Ebenfalls auf dem Desktop vorinstalliert ist logischerweise ein Google-Suchfeld (mit Auto-Suggest). Die Tastatur hat ein kleines Lupensymbol, das ebenfalls die Google-Suche aufruft.

G1 ausgeklappt mit Google-Suchfeld

Aber natürlich gibt’s auch bei Google einen App-Store, der hier „Market“ heißt und jetzt schon eine wirklich große Zahl an kostenlosen Applikationen bietet. Erste Bezahlapplikationen sind in Amerika angeblich in den letzten Tagen im Market erschienen, in Deutschland finden sich noch keine. Das müssten aber wirklich schon extreme Kracher sein, wahrscheinlich Spiele, für die man bezahlen wollte, da das Umsonst-Angebot recht groß ist.

Market

Ich habe mir aktuell installiert:

  • Twidroid: eine Twitter-Applikation, die allerdings mit ständigen Updates und teilweise auch mit Inkompetenz und Abstürzen nervt. (Eine bessere Option gibt’s meines Wissens aber leider noch nicht.)
  • Alice: eine ziemlich umfangreiche To-Do-Verwaltung.
  • The Weather Channel: alles Wetter der Welt, personalisierbar und in eine gute Oberfläche gepackt
  • Quickpedia: Wikipedia in etwas einfacher und besser für’s mobile Endgerät aufbereitet als in der mobilen Wikipedia.
  • ShopSavvy: scannt Barcodes und bietet dann eine Produktbeschreibung, Web- und lokale Preise sowieso Rezensionen an. Relativ umfangreich bei allem, für das sich ein Preisvergleich lohnt. Deutsche Margarine-Sorten sind hingegen nicht in der Datenbank.
  • MyTracks: ein guter GPS-Tracker, ich berichtete bereits (am Ende des Artikels).
  • QypeRadar: Im Zusammenspiel mit der Selbstortung des Geräts ziemlich coole Vorschlags-Enginge von Qype-rezensierten Locations in der Umgebung
  • Useful Switchers: eine Applikation, die die wichtigsten Netzwerkeinstellungen mit zwei Klicks (Applikation aufrufen plus eins) verfügbar macht.
  • Note pad: ebendas
  • Rechner: genauso
  • Missed Call: Helferlein, das die LED blinken lässt, wenn man einen Anruf verpasst hat (s.o.)
  • Bookmarker: Helferlein, das den Nutzer die Browser-Bookmarks sortieren lässt. (Das geht unglaublicherweise nämlich nicht out of the box…)

Ein großer, erwähnenswerter Nachteil: Aktuell können Applikationen nicht auf der SD-Karte installiert werden, sie müssen in den Festspeicher des G1 gepackt werden. Der ist aber nur 80 MB groß, so dass der Applikationsgröße zurzeit noch sehr enge Grenzen gesetzt sind. Zum Größenvergleich: die Google-Mailapplikation hat etwa 2 MB, ebenso Twidroid und ShopSavvy. „Astrid“ hat 580 k, Google Maps begnügt sich mit 216 k, ein Helferlein wie Missed Call will aber auch schon 212 k haben. Aktueller MB-König unter meinen Applikationen ist Quickpedia mit 4 MB. Von meinem internen Speicher sind mit all den oben aufgeführten Applikationen noch 38 MB verfügbar, also etwa 50%.

Performance und Akkuleistung

Die Performance der meisten Applikationen ist ordentlich, aber auch nicht überragend. Man merkt doch immer wieder mal, wie das G1 an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht wird. Extreme Hänger gibt’s zwar nicht, aber hin und wieder, eher selten wartet man doch mal zwei, drei Sekunden, bis der Desktop wieder da ist. Oder das Scrollen einer Seite hakt etwas.

Mal schauen, wie sich das auf Dauer entwickelt, ob das System auch „verschmutzt“. Erwähnenswert nämlich: Android-Applikationen werden nicht vom Nutzer beendet, habe ich wenigstens den Eindruck. Man verlässt die Applikation nur so, wie man das auf einem PC tut, wenn man sie minimiert. Ein Beenden ist bei Android einfach nicht vorgesehen, und tatsächlich sind Applikationen nach dem Verlassen noch in der Liste aktiver Programme zu finden. Andererseits verschwinden nicht verwendete Applikationen nach einiger Zeit dann doch von alleine, wenn sie nicht explizit im Hintergrund weiterlaufen, wie zum Beispiel das Missed-Call-Helferlein. Es scheint da einen Selbstreinigungsmechanismus von Android zu geben. Ich bin gespannt, ob der so auf Dauer funktioniert oder doch hier und da mal was wegzuräumen vergisst.

Zum Akku: Der ist nach einem Tag (im Sinne von: nicht inklusive der folgenden Nacht) leer. Natürlich hängt die Laufzeit extrem von der Benutzung ab. Wenn ich an einem freien Tag zuhause rumhänge und das G1 als verlängerten Rechner benutze, WLAN aktiviert habe und beim Fußball-Gucken immer wieder mal die Tweets checke oder einen Kicker google, dann ist das Gerät nach 12 Stunden ziemlich runter mit dem Strom. Wenn ich dagegen nicht viel mache, ein paar Mal am Tag die Mails checke und beim Warten auf die Bahn ins und vom Büro mal durch die Nachrichten surfe, dann sind auch nach 16 Stunden noch 30% Akku übrig. Ein Dauerbrenner ist das G1 aber wahrlich nicht, tägliches bzw. nächtliches Aufladen ist unvermeidlich.

Fazit

Das G1 funktioniert einfach. Wie man das von Google-Applikationen kennt, sind sie nicht extrem schön, aber sie erfüllen ihren Zweck auf meine meist okay benutzbare Art und Weise.

Alles fasst sich ordentlich an und ist vernünftig responsiv, nur manchmal ein kleines bisschen hakelig.

Die Desktop-Metapher lässt das G1 sich zwar eher nach Rechner denn nach Telefon anfühlen, aber irgendwie ist es das ja auch mehr.

Ich bin bislang zufrieden. Wenn die Akkulaufzeit besser wäre, dann wäre ich sogar sehr zufrieden.

Alle meine Fotos vom G1 auf Flickr.

Blade Master, der Test: Tag 14 und erstes Fazit

Jetzt bin ich verwirrt: Heute habe ich, nachdem ich mich gestern nicht rasiert hatte, Tag 14 des Blade-Master-Tests nachgeholt. Und nachdem in den letzten Tagen das Rasiergefühl merklich stumpf war, ging das Messer heute morgen durch die Stoppeln wie durch Butter. Fühlte sich zwar nicht sehr scharf an, aber definitiv auch nicht mehr stumpf.

Ich weiß nicht, ob ich miner Wahrnehmung der letzten Tage nicht trauen soll, oder ob die zweitägige Ruhezeit auf dem Blade Master der Klinge gut getan hat?

Nachdem ich jedenfalls schon vor hatte, heute in eher negatives Fazit des Blade Masters zu ziehen (kaum verlängerte Lebensdauer, zwei Wochen hält eine Klinge auch sonst, wenn man mit mittlerer Schnittqualität zufrieden ist), muss ich mich heute revidieren: Das war ein überraschend gutes Rasiererlebnis für eine zwei Wochen alte, an 13 von 14 Tagen benutzte Klinge.

Dummerweise fliege ich morgen für zwei Wochen in den Urlaub, so dass ich den Test nicht fortsetzen kann, was jetzt wohl angebracht wäre. (Der Transport oder die lange Ruhezeit würden die Testergebnisse wohl so oder so verfälschen.)

Eins kann man aber wohl auch jetzt schon festhalten: Der Blade Master ist kein Wunderwerk, aber er verbessert das Rasiererlebnis von einige Tage alten Klingen definitiv. Ob einem das 15€ wert ist, kann jeder für sich entscheiden.

Ich denke, nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub werde ich doch noch einen Paralleltest einer ungemasterten gegen eine gemasterte Klinge veranstalten, jeden Tag eine Gesichtshälfte mit einer der beiden Klingen rasieren und den direkten Vergleich ziehen.

…alle Testberichte zum Blade Master…