Das Imperium schlägt zurück: Wie die FAS die Piraten versenken will

Im Wirtschaftsteil launcht die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung heute einen doppelseitigen Generalangriff auf die Piratenpartei. Dass sie das unter Einsatz von Splitter- und Nebelbomben versucht, macht die  orientierunglose Verzweiflung überdeutlich, mit der das Establishment dieser Republik den Piraten begegnet. Wenn die einzigen Anwürfe, die eine intelligente Zeitung wie die FAS zustande bringt, auf zwei Strohmann-Argumenten und auf dem Schüren von Sozialneid beruhen, dann ist das im Kern wohl das Eingeständnis, dass die Piraten tatsächlich eine politische Lücke besetzt haben, die von den anderen Parteien nicht zu schließen sein wird.

Gleich drei Artikel bemüht die FAS für ihre Attacke. Der Reihe nach.

Im Haupt-Text will Rainer Hank den Piraten nachweisen, dass sie gegen die Marktwirtschaft seien. Mal abgesehen davon, dass man das a) ja durchaus sein kann und dass es b) eine uralte Polemik ist, einen Gegner in die Sozialismus-Ecke zu stellen, der das Indidualwohl nicht über alles stellt, ist das von Hank bemühte Argument auch noch denkbar albern. Das geht nämlich so:

Wenn es aber um den harten Kern des Rechts auf Privatheit, den Schutz des privaten (geistigen) Eigentums geht, dann werden die Piraten windelweich. Kein Argument ist ihnen zu schade, das Urheberrecht (das Recht auf die Wahrung und Verfügung über die eigene Kreativität) madig zu machen. […] Dabei ist, sich schadlos zu halten an dem, was andere Leute geschaffen haben, nichts anderes als Diebstahl, wie der Schriftsteller Sven Regener (gefolgt von 51 Tatort-Autoren) in seiner berühmten „Wut-Rede“ jüngst drastisch bekannte. […] Ein Parteiprogramm, das Privateigentum ignoriert, missachtet die Grundregeln der Marktwirtschaft.

Das könnte perfide sein, wäre der argumentative Trick nicht so durchschaubar: Wer gegen geistiges Eigentum ist, der klaut auch kleine Kinder und ist irgendwie mindestens ein Sozi. Dass alleine das Quaken des Froschs Regner als Beleg für die These herhalten muss, die Trockenleger des Verwertungssumpfes seien Mörder, hätte Hank schon peinlich genug sein müssen. Dass über die Ursprünge, die seinerzeit sinnvollen Absichten und die heutige Problematik der Metapher vom „geistigen Eigentum“ zuletzt viel geschrieben wurde, verschweigt Hank lieber. Selbst einem Neoliberalen wie ihm wäre es wohl peinlich, vom „geistigen Eigentum“ als dem Monopolrecht zu sprechen, das es im Kern ist. Denn staatlich garantierte Monopole: das klänge doch allzu nach dem Sozialismus, den er ja gerade dem Gegner in die Schuhe schieben möchte.

Dass aber schlussendlich das (entgegen penetranten gegenteiligen Behauptungen existierende) Parteiprogramm der Piraten explizit sagt, dass Urheber „berechtigte wirtschaftlichen Interessen“ haben, auch wenn diese Interessen neu gegen das „öffentliche Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur“ ausbalanciert werden sollen – das zuzugeben, hätte wohl das private Eigentum von Herrn Hank zu sehr gefährdet. Schließlich hätte er dann seinen ganzen schönen Artikel in die Tonne treten und sein Honorar in den Wind schreiben müssen.

Im zweiten Artikel lässt die FAS den Karlsruher Philosophie-Professor Byung-Chul Han im Interview mit Rainer Hank zu Wort kommen. Prof. Han darf sich wortreich darüber auslassen, wie gesellschaftlich bedenklich eine völlige Transparenz der Bürger wäre. Er stellt dar, dass Transparenz und Vertrauen gegensätzliche Pole seien, dass eine vollständig transparente Gesellschaft den Wert des Vertrauens verlöre und wirtschaftspolitisch gerade dem Neoliberalismus Vorschub leiste.

Das ist alles schön und vielleicht sogar richtig – nur hat es nichts mit den Piraten zu tun. Denn auch hier gilt: Ein Blick ins Programm erschwert die Argumentationsfindung. Das Wort Transparenz taucht im Piratenprogramm nämlich erstmals im Kapitel „Transparenz_des_Staatswesens“ auf.

Die Piraten sind keine Post-Privacy-Propheten, auch wenn es solche bei ihnen sicherlich gibt, so wie es einen Arbeitnehmerflügel in der CDU gibt. Die Piraten fordern die Transparenz staatlichen Handelns, sprechen sich aber ganz ausdrücklich für das Recht jedes Menschen auf Privatsphäre aus, sogar für dessen Erweiterung, und natürlich für informationelle Selbstbestimmung.  Wer das Gegenteil behauptet, der lügt schlicht und einfach, egal ob aus politischem Kalkül oder aus fahrlässiger Unwissenheit, so wie noch eimal Rainer Hanke selbst, wenn er schreibt: „Dass nämlich die Kehrseite vollkommener öffentlicher Transparenz das Recht auf Privatheit des Einzelnen sein muss, will die neue Partei konsequent nicht zur Kenntnis nehmen.“ Doch, das will sie, und sie hat es sogar in ihr Programm geschrieben.

Das Interview mit Professor Han ist eine publizistische Splitterbombe, ganz nach dem Motto: Irgendwas bleibt schon hängen.

Der letzte Vorwurf, den die FAS den Piraten macht, ist der billigste. Tatsächlich hält dieses gut- und großbürgerliche Blatt den Mitgliedern der Piraten schon in der Überschrift vor, „nicht prekär“ zu sein und das herrschende Wirtschaftssystem nicht umstürzen zu wollen. Doppelmoralischer geht es wohl nicht, als in einer Zeitung, die in ihrem Wirtschaftsteil regelmäßig Tipps für Privatversicherte abdruckt, die Mitglieder einer neuen Partei damit zu dissen, dass manche von ihnen Mieteinnahmen haben und auch die anderen generell nicht den Klassenkampf betreiben wollen.

Es ist völlig richtig: Die Piraten sind eine Partei, die ihre Wähler wohl ausschließlich im postmaterialistischen Mileu finden kann, also unter Menschen, die wirtschaftlich abgesichert sind. Das ist nicht verwerflich, und es gibt im übrigen noch eine andere Partei, auf die dasselbe zutrifft: Nein, nicht die FDP, liebe FAS-Wirtschaftsredakteure, sondern die Grünen. Es ist nämlich kein Zufall, dass diese Partei Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger entstand, als die Bundesrepublik ihre wirtschaftliche Konsolidierung geschafft und die gesellschaftlich allergrundlegendsten Fragen ausdiskutiert hatte. Und es ist auch kein Zufall, dass die Grünen ihren ersten Ministerpräsidenten im wirtschaftlich stärksten Bundesland stellen kann. Um die Umwelt und andere zentrale Grünen-Themen will man sich nämlich erst Gedanken machen, wenn man genug zu Essen und einen sicheren Platz in der Gesellschaft hat. Das gleiche gilt für Urheberrechte und Privacy.

Eine Doppelseite hat die FAS so für eine argumentative Seifenblase hergegeben: Schön schillernd, kunstvoll geblasen – aber doch durchsichtig, zerbrechlich und nach dem Platzen nur noch schmierig.

57 Gedanken zu “Das Imperium schlägt zurück: Wie die FAS die Piraten versenken will

  1. […] surfguard.wordpress.com: Das Imperium schlägt zurück: Wie die FAS die Piraten versenken wi… "Im Wirtschaftsteil launcht die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung heute einen doppelseitigen Generalangriff auf die Piratenpartei. Dass sie das unter Einsatz von Splitter- und Nebelbomben versucht, macht die orientierunglose Verzweiflung überdeutlich, mit der das Establishment dieser Republik den Piraten begegnet. Wenn die einzigen Anwürfe, die eine intelligente Zeitung wie die FAS zustande bringt, auf zwei Strohmann-Argumenten und auf dem Schüren von Sozialneid beruhen, dann ist das im Kern wohl das Eingeständnis, dass die Piraten tatsächlich eine politische Lücke besetzt haben, die von den anderen Parteien nicht zu schließen sein wird." […]

  2. Ja, der Professor der Philosophie, Byung-Chul Han, versucht sich durch mehrere Zeitungen durchzuschreiben, um sein Buch zu bewerben.

    Schon den Zeit-Artikel hatte ich mal mit einem deutlichen Rant belegt:

  3. Thoraq schreibt:

    Nur weil man die Meinung eines anderen nicht schätzt, ihn mit „Quaken eines Frosches“ herabzusetzen, zeugt vom schlechten Stil.

    Egal, welche Argumente dieser Text hervorbringen mag, so bleibt ihm der schale Beigeschmack einer Gehässigkeit kleben.

    Soll so die gewünschte Diskussionskultur aussehen?

    1. ujf99 schreibt:

      Erst pinkeln einem die Leute ins Gesicht, dann nennen sie einen Frosch – unglaublich, was für Sitten hier einreißen. Früher hätte man sich fürs Anpissen entschuldigt. Aber das haben die Arroganzbestien aus dem Freundeskreis der Storchenpartei nicht nötig.
      Naja, für besonderes Feingefühl standen Sehräuber, äh, Seeräuber ja noch nie.

    2. Thoraq schreibt:

      @surfguard

      Genau … und wenn einer das Niveau einer Diskussion durch einen Beitrag herabsenkt, macht jeder gleich bereitwillig mit …

  4. tranquillo schreibt:

    „Es ist völlig richtig: Die Piraten sind eine Partei, die ihre Wähler wohl ausschließlich im postmaterialistischen Mileu finden kann, also unter Menschen, die wirtschaftlich abgesichert sind.“

    Meinen sie das ernst, oder hab ich das falsch verstanden? Sie sagen das alle Piratenwähler (und damit auch alle Mitglieder, wenn man davon ausgeht das die Mitglieder ihre Partei auch selbst wählen) wirtschaftlich abgesichert sind, wenn das einen Harz4 Regelsatz oder Sozialhilfe meint, dann wäre es richtig. Das trifft aber auch auf alle Menschen in Deutschland zu. Aber eigentlich meint „wirtschaftlich abgesichert“ doch das man Einkünfte hat aus denen das eigene derzeitige Leben auch unter der Premisse des akuten Totalausfalls bis zum Ende unverändert weiterbestehen würde. Und das trifft höchstens auf einzelne Piraten und deren Wähler zu. Wobei mMn. zu attestieren ist das die Piraten noch nicht die Millionärspartei ist. ;-)

    Ansonsten sehr guter Artikel. Hätten wir ein piratigeres Urherberrecht und Urheberberpraxis wäre es mir jetzt möglich sie irgendwie dafür zu entlohnen.

    Gruß
    Robert

    1. Ich meine, dass wahrscheinlich nicht die Piraten wählt, wer aus politisch zu verantwortenden, strukturellen Gründen Angst um seinen Arbeitsplatz haben muss. Der wird SPD oder Linke oder CDU wählen, weil die sich seit jeher um Beschäftigungspolitik kümmern. Piraten finden ihre Kundschaft in gebildeten Schichten, die nicht um ihre Existenz kämpfen. Ich kann das (noch) nicht belegen, es kommt mir nur extrem schlüssig vor.

  5. akbwl schreibt:

    Im Bezug auf das Parteiprogramm der Piraten zum Thema Urheberrecht muss schon die komplette Passage zitiert werden. Und dort ist neben der Neugewichtung der Interessen auch die Aussage, dass es heute gar keine wirklichen Neuschaffungen geben kann, die Schöpfer quasi nur bereits vorhandenes neu aufschreiben. Das würdigt die erbrachte Kreativleistung ab, unterstellt ihr nur geringen Wert. Wenn es so wäre, müsste Deutschland sprichwörtlich ein Volk der Dichter und Denker sein, ist es aber nicht. Und den Schutz der erbrachten Leistung mit dem negativ Formulierten Begriff des Monopols zu belegen, und dessen Abschaffung zu fordern, ist nicht anderes als Enteignung. Im nächten Schritt müsste dann auch der Handwerker umsonst arbeiten. Schließlich wurde er kostenfrei ausgebildet, das Wissen war schon vorher da. Mit welcher Berechtigung verlangt er seinen Lohn ?

    1. Gräßliches Zwicken im Knie schreibt:

      Denkfehler. Ein Handwerker nutz sein Wissen um etwas materielles zu schaffen. Nicht um andere daran zu hindern es zu tun.

    2. Beon schreibt:

      hihihi… schön fabuliert, aber um auf das Beispiel einzugehen:
      Wie würden Sie es finden, wenn Ihr Schlosser jedesmal einen Betrag dafür kassiert, dass sie sich am Treppengeländer festhalten? Oder sein ehemaliger Meister, oder dessen Meister, oder dessen…?

      Den Unterschied erkannt? Nochmal über das Urheberrecht nachdenken?

  6. Dolph schreibt:

    @Thoraq:

    Mal ganz ehrlich, ist Herr Regner nicht mit dem Frosch-Euphemismus noch recht gut bedient? So ein Frosch ist doch ein vergleichsweise sympathisches, harmloses Tier. Mir fielen jedenfalls ganz andere, treffendere Umschreibungen ein.
    Und viel wichtiger, welches Niveau der Auseinandersetzung hat er denn mit seiner „Wut-Rede“ vorgelegt? Um mit Schramm zu sprechen, das was er sagt, könnte er auch mühelos rülpsen.

  7. 10hoch15 schreibt:

    Ein sehr schöner Artikel, wie ich finde.
    Und einfach nur mehr als wahr.(Ja ich kann Ultimaten steigern;-))

    @akbwl
    NEIN! das Handwerk ist eine Dienstleistung welche entlohnt werden muss.
    Es geht in der Urheberrechtsdiskussion um den Punkt der Rechteverwerter welche einen unberechtigt großen Teil der Einnamen erhalten, z.B. Spiele Publisher wie Ubisoft oder EA, da kommt viel zu wenig beim Autor(dem Entwicklerteam) an. Und dem soll entgegengewirkt werden Google hat da einen Schritt in die richtige Richtung gemacht mit Google Music dort hat jeder Künstler die Möglichkeit seine Werke zum Verkauf anzubieten und zwar im Verhältniss 70:30 FÜR den Künstler/die Band.

    @tranquillo
    Ich glaube das haben sie wirklich falsch verstanden, meines erachtens geht es in diesem Absatz nur um die Hauptwählerschaft bzw. Klientel der Partei und diese kommt denke ich Hauptsächlich aus der IT Branche und/oder ist Wrtschaftlich abgesichert denn die Piraten stellen sich dem System wie es besteht entgegen, und das tun nun Leider größtenteils sozial und wirtschaftlich abgesicherte, schade Eigentlich den Politik betrifft alle und geht deswegen jeden etwas an.

    MfG
    P.Peter

    1. Morothar schreibt:

      Kleine Anmerkung: Da ich lange Zeit als Spieleentwickler gearbeitet habe, lass mich Dir sagen: Publisher und Rechteverwerter kann man nicht gleichsetzen. Dass Entwickler oft nicht genug Kohle kriegen, das hat seine ganz eigenen Gründe.

      Stimmt aber trotzdem, dass digitale Märkte den früher lebensnotwendigen Publisher weniger relevant machen, sofern man weiß, wie man das Thema Marketing angeht, und man diesen „weglassen“ kann.

      Aber, Publisher ungleich Rechteverwerter

  8. Thoraq schreibt:

    @Dolph
    Das Niveau der Diskussion um geistiges Eigentum ist nicht erst durch Herrn Regeners „Wut-Rede“ dort angelangt – da gab es schon vorher glanzvolle Unterbietungen des Niveaus von beiden Seiten.

    Ich würde seinen Monolog eher mal als „emotionales Dampfablassen“ betrachten – seinen Argumenten nüchtern betrachtet kann ich persönlich durchaus nachvollziehen.

    Ich finde seine „Wut-Rede“ deshalb so bemerkenswert, weil sie offensichtlich macht, wie sehr die Fronten verhärtet sind. Und anstatt konstruktiv Lösungen für die Probleme zu finden, wird weiter nur hemmungslos aufeinander eingeschlagen.

  9. tranquillo schreibt:

    @Peter
    Mittlerweile bezieht sich die Wählerschaft sicherlich auch aus den Rängen der BGE, kostenfreien Bildung und kostenlosen ÖPNV Beführwortern.

    Gruß,
    Robert

    1. 10hoch15 schreibt:

      @Robert
      Ja das stimmt wohl,aber wenn man eine klassische Einteilung der Wähler, welche garantiert nicht auf die Piratenpartei passt ,vornimmt dann würde sie denke ich so aussehen.
      MfG
      P. Peter

  10. akbwl schreibt:

    @10hoch15: Das steht so aber nicht im Parteiprogramm. Dort ist explizit nur vom Schutz des Urheberrechtes die Rede. Ob an der Tantiemenverteilung etwas geändert werden muss, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Stellung der Rechteverwerter (Plattenfirmen, Verlage) ist evtl. Diskussionswürdig. Aber wenn die Piraten das meine, sollen sie es so ins Parteiprogramm schreiben. Dort steht jedoch etwas anderes.
    @Gräßliches Zwicken im Knie: Das Urheberrecht ermöglicht, auch „nur“ geistig arbeitenden Menschen, von ihrer Leistung zu leben. Oder ist deren Leistung weniger wert ? Sollen Lehrer unentgeltich unterrichten ? Nein. Wieso wird aber die Leistung von einem Künstler so geringgeschätzt ? Mozart und Konsorten und andere können vom Urheberproblem ein Lied singen.

    1. 10hoch15 schreibt:

      Freies Kopieren und freie Nutzung
      Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken
      technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die #ächendeckende
      Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich
      als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die
      Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt
      und genutzt werden. Wir sind der Überzeugung, dass die
      nichtkommerzielle Vervielfältigung und Nutzung von Werken
      als natürlich betrachtet werden sollte und die Interessen der
      meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen
      von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert.
      Es konnte in der Vergangenheit kein solcher Zusammenhang
      schlüssig belegt werden. In der Tat existiert eine Vielzahl von
      innovativen Geschäftskonzepten, welche die freie Verfügbarkeit
      bewusst zu ihrem Vorteil nutzen und Urheber unabhängiger
      von bestehenden Marktstrukturen machen können.
      Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen,
      Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu
      legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine
      Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern,
      denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für
      die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung
      unserer Gesellschaft dar.
      Förderung der Kultur
      Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Scha!ung von
      Werken, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu
      fördern. Positive E!ekte der von uns geforderten Änderungen
      sollen im vollen Umfang genutzt werden können. Mögliche,
      aber nicht zu erwartende negative Nebenwirkungen
      müssen bei deren Auftreten nach Möglichkeit abgemindert
      werden.
      Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der
      Ö!entlichkeit
      Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem
      Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte
      wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten
      wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem
      ö!entlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch
      nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Scha!ung eines
      Werkes in erheblichem Maße auf den ö!entlichen Schatz an
      Schöpfungen zurückgegri!en. Die Rückführung von Werken
      in den ö!entlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern
      im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten
      von essentieller Wichtigkeit.
      Es sind daher Rahmenbedingungen zu scha!en, welche eine
      faire Rückführung in den ö!entlichen Raum ermöglichen.
      Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der
      Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke
      unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.

      Da steht meiner Ansicht nach das Rechte beim Urheber liegen sollen und der Wert am Nutzen für die Allgemeinheit festgemacht wird,die währe zu messen z.B. Anhand der Verbreitung des Werkes. Dementsprechend sehe ich keinen Contrapunkt in meiner Argumentation sondern eher eine definiertere Ausführung des Parteiprogramms zu Demonstrationszwecken und so wollte ich es auch verstanden wissen. Tut mir leid falls dies durch meine Ausdrucksweise nicht deutlich wurde ich wollte sie nicht persönlich affektieren, sondern meinen Standpunkt in der Debatte erklären.

      Und ich glaube natürlich das ein Künstler von seinen Werken leben darf aber niemand sollte daraus Vorteile ziehen außer der Künstler selbst denn er hat es erdacht.

    2. Polemisches und unfaires Gegenargument: Mozart hat sich von Urheberrechtsproblemen offensichtlich nicht aufhalten lassen, kunsthistorisch bedeutende Werke zu schaffen.

      Ernsthaftes Gegenargument: Der Lehrer ist angestellt. Das war früher auch für Künstler ein gängiges Modell: Lohn/Auftragsarbeit zum Geldverdienst, und in der Freizeit das machen, was (erst mal) keiner bezahlen will.

      Polemische Schlusswendung: Ich selbst habe übrigens auch einen Job, in dem ich jeden Tag kreative Leistungen bringe. Ich bin aber Projektmanager, und nicht Musiker, also muss ich morgen auch wieder kreativ sein. Und übermorgen. Wenigstens dann, wenn ich mit meiner Kreativität Geld verdienen will. Wäre ich Künstler, würde ich einmal einen Projektplan schreiben und dann alle abmahnen, die auch einen Projektplan schreiben, weil ich den als Geschmacksmuster habe schützen lassen. Und meine Kinder würden auch 70 Jahre nach meinem Tod noch von den Projektplantantiemen leben.

  11. Thoraq schreibt:

    @10hoch15
    Du vergleichst Äpfel mit Birnen: Es geht darum, welche Leistungen der Publisher übernimmt. Die Marketing-Kosten sind der größte Faktor, der für eine Veröffentlichung aufgewendet wird. Wenn Google Music für 70:30 die Distributionsdienstleistung übernimmt, ist das sogar eher ein schlechterer Deal, denn es gibt viele professionelle Plattformen mit Offline- (sprich: Läden) und Online-Anbindungen, die man für 80:20 schon bekommt.

    Google Music übernimmt aber keine Promotionleistungen wie Marketing, Booking oder eine Vorfinanzierung der Aufnahmen.

    1. 10hoch15 schreibt:

      Achso oh dann möchte ich natürlich nicht dieser Art zu denken wiedersprechen denn nichts liegt mir ferner als meine Meinung frei zu äußern.(Sorry für den Sarkasmus nicht böse gemeint)

      Nun ja das Problem ist das z.B. Vorfinanzierungen im Falle eines finanziellen nicht Erfolges leider oftmals zurückgefordert werden und dies ist nicht zulässig denn dies sollte kein Indikator für die Güte eines Produktes sein und damit muss man rechnen und somit den Verlust in kauf nehmen finde ich.

      Und ganz ehrlich seit wann ist denn ein Offline Vertrieb für Musik wieder sinnvoll? Oder bin das nur Ich der seine Musik nur noch Online und/oder digital kaufen möchte?

      Und das Marketing übernimmt Google schon denn wenn ich Musik höre und mir ähnliche empfohlen wird ist das schon eher ein Kaufgrund und damit sinnvolleres Marketing im Gegensatz zur P.R. großer Labels. Oder wirkt dies abermals nur auf mich so.

      Wie gesagt nur meine persönliche Meinung. Aber vielleicht bin ich einfach zu Technikverrückt um es aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten der mich umstimmen würde.

      MfG
      P.Peter

    2. Thoraq schreibt:

      Der Sarkasmus sei verziehen xD

      Eine Promotion ist eine reichlich komplizierte Angelegenheit, die man nicht unterschätzen darf. Man benötigt „Spezialisten“ mit den richtigen Kontakten in eine Szene, die einem Zugang zu den Medien bieten. Man muß die ganzen Maßnahmen wie Bemusterung von Radios, Zeitschriften, Blogs koordinieren und Termine abstimmen. Denn wenn man den potentiellen Käufer nicht erreichen kann, wird man auch keine Alben verkaufen. Und wenn die Verkaufszahlen nicht stimmen, wird man auch für keine Konzerte gebucht. Denn die Booker wollen ja auch Geld verdienen und können das nur, wenn sie das Gefühl haben, dass der Künstler entsprechend Leute anzieht.

      Diese Promotionarbeit kann keine Distributionsplattform wie Google Music bieten. Denn sie erfordert persönlichen Kontakt zum Künstler und eine auf den Künstler bzw. Album ausgerichtete Promotionstrategie. Und natürlich entsprechende Ressourcen, diese dann auch umsetzen zu können.

      Und das müssen nach wie vor Menschen erledigen, die Geld kosten. Und Promotionarbeit ist der größte Posten, wenn es um die Finanzierung eines Albums geht.

    3. 10hoch15 schreibt:

      Mag ja sein aber ich halte die promo sowieso für unnötig und größtenteils verwerflich aber klar das das Arbeit ist keine Frage.

    4. Thoraq schreibt:

      Wie wäre es dann mit einem kleinen Gedankenspiel?

      Nehmen wir mal an, es gibt eine fiktive Band ‚UltraSound‘, fünf Personen im Alter 18-28. Sie haben ein paar Lieder geschrieben und nach ein paar kleineren Gigs sind zu der Überzeugung gekommen, dass sie Potential haben, „was zu rocken“.

      Jetzt haben sie ein Angebot auf dem Tisch liegen, für ca. 15k Euro ihr erstes Album aufzunehmen. Dies beinhaltet Studiomiete, Mischung, Mastering und Pressung von 1000 CDs (wobei 15k relativ günstig angesetzt sind).

      Nehmen wir weiter an, dass jeder von der Band 3k Euro auf den Tisch legt (einer nimmt nen Kredit auf, der andere plündert sein Sparbuch, usw.)

      Nun zur Frage: Wie kann eine Band in der heutigen Zeit das Geld wieder erwirtschaften?

  12. Chris schreibt:

    Wer kann denn schon Frankfurt leiden?Da ist es doch nur gut, das die lokalen Leidmedien weiter das klare Bild einer Stadt ohne Herz und Seele zeichnet. Handkäs mit Musik mag ja auch niemand wirklich, trotzdem behaupten manche es wäre eine lokale Spezialität mit Existenzberechtigung. Und obwohl die Deutsche Bank auf Lebensmittelpreise spekuliert oder in Tretminen investiert haben ja sicherlich auch noch ein paar ewiggestrige ein Konto bei Herrn Ackermann.
    Wie soll denn da die Presse in Frankfurt den aufrechten Gang lernen?

    1. ujf99 schreibt:

      @jp: „Vielleicht könnte die Kritiker ja mal konkret auf diese Vorschläge antworten?“

      Gerne. Ich picke mir mal das Erstschlimmste raus:

      „12 – Bearbeitung und Remix von geschützten Werken zu nicht kommerziellen Zwecken.
      (§23) Bearbeitung, Umgestaltung und Weiterentwicklung von geschützten Werken sollte zu nicht kommerziellen Zwecken jederzeit erlaubt sein. Dies sollte für alle Werksarten gelten, sofern mit der Veröffentlichung kein finanzielles Interesse verfolgt wird.“

      Ich bin Journalist. Wenn ich einen Bericht schreibe, rede ich mich Menschen, denen gegenüber ich eine Verantwortung dafür übernehme, wie ich sie zitiere und wo das erscheint. Oft gibt es explizite oder implizite Absprachen. Zum Beispiel möchte niemand, mit dem ich rede, seinen Namen gerne beim Googlen auf einer NPD-Website wiederfinden. Nach Euren dusseligen Vorschlag dürfte aber jeder Neonazi sich meinen Text schnappen, eine Passage oder ein Zitat meines Gesprächspartners aus dem Zusammenhang reißen und so zusammenmontieren, dass das Gegenteil dabei herauskommt. Oder dass ich und mein Gesprächspartner als Idioten dastehen.

      Mit dieser Forderung, vom Guttenbergschen Plagiat (das im Gegensatz zum Axolotl eindeutig nicht kommerziell war) bis zur agitatorischen Textcollage jeden Mist zu legalisieren, killt Ihr das Urheberpersönlichkeitsrecht. Mir ist egal, ob Ihr das aus Bösartigkeit oder aus Dummheit macht, aber ich muss mich gegen so etwas wehren, weil es nicht nur mir eine gewissenhafte Arbeit unmöglich macht, sondern insgesamt der Demokratie schadet: Wenn so etwas Gesetz wird, redet kaum noch jemand mit den Medien. Der Informantenmarkt trocknet aus. Und die Mächtigen können tun und lassen, was sie wollen. Glaubt nicht, dass Wikileaks & Co. das ausgleichen können, was da verloren ginge.

      Überaus lustig finde ich, dass hier eine Formulierung („nicht kommerzielle Zwecke“) eingebracht wird, die doch wohl jeder anständige Pirat im Zusammenhang mit Acta oder LSR mit Verve attackiert, weil sie ihm nicht eindeutig erscheint.

      Wenn es Euch um nur Musik ginge, würdet Ihr es schreiben, nicht wahr? Nein, Ihr schert wissentlich alles über einen Kamm, weil Ihr die vermeintliche Macht der Mainstreammedien brechen wollt. Oder irre ich mich? Dann würde ich hierauf gerne eine überzeugende Antwort lesen und keine Ausrede. Danke.

    2. jp schreibt:

      @ujf99
      Ich muss vorab zugeben, dass ich kein Pirat bin, sondern nur ein Sympathisant der sich wundert, warum immer ein konkreter Vorschlag gefordert wird, aber nie (auch nicht von Seiten der Piraten) dieses PDF verlinkt wird.

      Ich denke nach diesem Vorschlag dürfte ein Neonazi dass neu zusammenwürfeln, aber das heißt noch nicht, dass er das als die Aussage des Gesprächspartners darstellen darf. Außerdem denke ich das hier andere Gesetze besser greifen als das Urheberrecht (eventuell üble Nachrede, etc). Aber wie gesagt, ich bin kein Pirat, und erst Recht kein Experte im Urheberrecht.

      Wahrscheinlich wäre es das beste sich mit dieser Frage an die AG Urheberrecht zu wenden:
      http://wiki.piratenpartei.de/AG_Urheberrecht#Mitarbeit.2FKontakt
      Die kann dann auch hoffentlich konkretere Antworten geben.

      BTW: „nicht kommerziell“ wird in der aktuellen Fassung des UrhG bereits benutzt, bei den Creative Commons Lizenzen (und wahrscheinlich auch bei den meisten Software/OSS-Lizenzen), und wenn man google glauben darf auch noch ein paar anderen Gesetzen. Ich gehe also davon aus, das Juristen eine eigene Definition haben, der Duden sagt „keine geschäftlichen Interessen verfolgend, nicht auf Gewinn bedacht“. Die genaue Auslegung ist dann aber natürlich sehr schwierig – jemand, der Spenden annimmt arbeitet meiner Meinung nach noch nicht kommerziell, eingeblendete Werbung ist da schon kritisch.

    3. @ujf99 Die Neonazi-Keule kommt häufiger. Abgesehen davon, dass Godwin’s Law auch hier gelten sollte, frage ich mich, ob das Urheberrecht in seiner heutigen Ausgestaltung wirklich zur Abwehr politisch unerwünschter Reproduktion ausgestaltet wurde. Ansonsten noch. Was jp sagt. Es gibt da noch andere Gesetze, die verhindern, dass ein Interview-Zitat entstellt und dem ursprünglichen Autor als echt in den Mund gelegt wird.

    4. ujf99 schreibt:

      @ surfguard

      „Die Neonazi-Keule kommt häufiger. … Godwin’s Law“

      Stop. Godwin’s Law ist nur, wenn man Mitdiskutanten mit Nazis vergleicht. Das war hier nicht der Fall.

      Hier geht es um eine ganz reale Gefahr. Ich habe schon Texte von mir auf fremden Seiten entdeckt. In einem Fall hatte eine rechtslastige (noch verfassungsgemäße) Website (zu meiner großen Überraschung) gedacht, sie kann einen Text von mir komplett übernehmen. Ich konnte das aufgrund des Urheberpersönlichkeitsrechts verhindern. Bei einer Freigabe nach dem Piratenvorschlag hätte die Junge Freiheit jede Möglichkeit, sich überall zu bedienen – und wohin die Reise von da aus nach rechts weitergeht, wenn auch für die dort angesiedelten Spacken das gleiche Recht gilt, möchte ich mir lieber nicht ausmalen.

      Ich behalte lieber die Kontrolle. Jeder, der etwas von mir übernehmen möchte, kann mich fragen. Jetzt schon, ohne anderes Urheberrecht. Wenn die Sache koscher ist und ich nicht Geld verliere, sage ich auch gerne ja.

      „gibt noch andere Gesetze, die verhindern, dass ein Interview-Zitat entstellt und dem ursprünglichen Autor als echt in den Mund gelegt wird.“

      Wenn man alle Zäune abreißt, wird man kaum noch damit nachkommen, das zu verfolgen, im direkten wie im strafrechtlichen Sinn. Es ist schon gut, wenn es Normen gibt, die Hemmschwellen setzen. Ich habe noch nie eine nachvollziehbare Begründung gelesen, warum jemand das Recht haben soll, Passagen aus Texten von Journalisten oder Schriftstellern copy-and-paste-mäßig wiederzuverwenden. Die Mühe, gute Gedanken in eigene Worte zu fassen, ist wohl zumutbar. Und mehr als meine Formulierungen ist eh nicht geschützt. Die Informationen und Argumentationslinien sind ja frei.

      Mit anderen Worten: Ich freue mich doch, wenn jemand anders so toll findet, was ich schreibe, dass er es sich am liebsten zu eigen machen möchte. Die Menschheit bringt das aber nur weiter, wenn er sich seine eigenen Gedanken dazu macht, sich also von mir dazu inspirieren lässt, die Sache weiterzudenken. Das bisschen, was fürs Verständnis an wörtlicher Wiedergabe nötig ist, ist durchs geltende Zitatrecht bereits gedeckt.

      Deshalb verstehe ich auch nicht, warum uns Autoren so viele Leute ans Leder wollen. Uns reicht völlig, dass manche Großverleger uns mit ihren Full-Buyout-Verträgen den Arm auszureißen versuchen.

  13. Marcello Granata schreibt:

    Das stand da echt auf ner Doppelseite? Am Sonntag? Repekt. Echt viel Aufwand damit es am 1.April (!) Glaubwürdig erscheint. Wer is da alles drauf reingefallen?

  14. […] Das Imperium schlägt zurück: Wie die FAS die Piraten versenken will. 50.732704 7.096311 Teilen Sie dies mit:FacebookTwitterTumblrPinterestDiggRedditStumbleUponLinkedInDruckenE-MailGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Internet, Medien und verschlagwortet mit "Media", "Nachrichten", "News", Allgemein, Allgemeines, Blog, Blogger, Deutschland, FDP, loslabern, Medien, Montagskolumne, Piraten, Politik, Printmedien, The European von gsohn. Permanentlink. […]

  15. Sigmund schreibt:

    Aso wenn ich das richtig verstanden habe, wirft die FAS den Piraten also erst vor, sie seien „Sozialisten“, und danach, sie seien „Kapitalisten“?

    Mmmhh…

    1. ujf99 schreibt:

      Ja. Kann ich gut nachvollziehen. Wenn Piraten mein geistiges Eigentum sozialisieren, benehmen sie sich wie Sozialisten: Sie enteignen mich. Wenn sie meine Arbeit ausbeuten und sich einen Dreck darum scheren, wie ich dann noch leben soll, benehmen sie sich wie Manchesterkapitalisten. Soll ich mir doch ein anderes Geschäftsmodell ausdenken (im Klartext: eines, bei dem dann Dritte dafür bezahlen, dass sie meine Texte und Fotos gratis nutzen können). Wobei wir wieder zurück im Sozialismus wären.
      Tja, ich wüsste auch nicht, wie ich Piraten einsortieren soll. :-(
      Ach ja: unter die Sehräuber.

      Intellectual Property Rulez! 8-)

    2. @ujf99
      „Intellectual Property Rulez! 8-)“
      Also bei der letzten Zeile Ihres Kommentars muss ich mich doch nun sehr wundern, da ich nicht weiß, wie man Sie einordnen soll?
      Sind Sie:
      a) die Implementierung eines voll-Egoisten-der-Gedanken
      oder
      b) einfach neu im Netz und schreiben mit unpassendem Stil seltsame Parolen mit Smileys

      Wenn Sie sich zu a) wundern sollten, was das denn bedeuten soll – und meiner aktuellen Einschätzung nach, tun Sie das mit p>99% – stellen Sie sich doch mal folgende Fragen:
      – wie können Sie von etwas immateriellen behaupten weder Besitzer noch Schöpfer zu sein? Beweisen Sie mir für den Rest der Menschheit, dass *Ihr* Gedankenwerk einzigartig ist.

      – erklären Sie mir bitte, worin genau Sie den Vorteil darin sehen *sein* Wissen ungeteilt mit seinen Mitmenschen zu lassen? Vorsprung sichern durch Vorteil? Weil Sie Angst haben?

      Wie gesagt, vielleicht trifft ja auch einfach b) zu und Sie haben einfach unbedacht einen Satz abgeseilt.

    3. ujf99 schreibt:

      @ Alexander Rau:

      Tut mir schrecklich leid, wenn ich Sie mit meiner Ironie irritiert oder überfordert habe.
      Der Brillenträgersmiley bezog sich darauf, dass ich meine Provokation, mich quasi mitten in der Höhle des Löwen als Verfechter von Urheberrechten zu bekennen, mittels des sonst nicht zu meinem Sprachgebrauch zählenden Wörtchens „rulez“ artikuliert habe. Ich hätte das Gesicht auch weglassen können.

      Nun entscheiden zum Glück nicht Sie, was wo im Web „unpassend“ ist und was passend.

      Wenn aus meiner Sicht etwas völlig unpassend ist, dann die Formulierung „Egoist der Gedanken“. Es gibt Gedanken von mir, derer Sie völlig kostenlos teilhaftig werden können, nämlich hier:
      http://wortpresse.ujf.biz
      oder auch hier:
      http://wp.ujf.biz/?p=45

      Andere meiner Gedanken können Sie, solange sie einigermaßen frisch sind, nur in gedruckten Zeitschriften lesen, deren Redaktionen mir für diese zumindest temporäre Exklusivität Honorare bezahlen, mit denen ich meine Miete und das Essen für meine Familie bezahle. Das ist nicht mehr und nicht weniger egoistisch als jeder andere Broterwerb.

      Im Netz bin ich mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit länger als Sie. Oder haben Sie sich 1991 bei Btx und 1992 bei Compuserve bewegt und zu den ersten Nutzern des Netscape Navigator in Deutschland gehört?

      „- wie können Sie von etwas immateriellen behaupten weder Besitzer noch Schöpfer zu sein?“

      Ich behaupte im Gegenteil, dass ich sehr wohl Schöpfer immaterieller Güter bin, so wie ja überhaupt jedes immaterielle Gut (betriebswirtschaftlicher Sammelbegriff: „intangible assets“) irgend jemandes Hirn entsprungen ist und sich nicht selbst erschaffen hat. Vielleicht meinen Sie ja das Gegenteil von dem, was Sie schreiben, à la Karl Valentins „nie nicht“.

      Dass ich der Besitzer meiner Ideen sei, würde ich nie behaupten; wohl aber: Eigentümer. Das ist der Unterschied. Wenn Sie lesen, was ich hier schreibe, besitzen Sie die Information, wie ich denke und mich ausdrücke. Der Gedanke selbst ist aber meiner, ist mir im Wortsinne eigentümlich. Schreibe oder fotografiere ich für einen Verlag, wird auch der nicht Eigentümer der Texte oder Bilder; er erwirbt nur eine Lizenz dafür, sie an sein Publikum zu verkaufen.

      Wie absurd Ihre Auffassung ist, dass Kreativität an etwas Materielles gebunden sei, zeigt sich an der bekannten Weisheit, dass jedes Bild im Kopf des Künstlers entsteht. Der eine malt es auf Leinwand, der andere am Computer, der eine setzt es fotografisch in Szene, der andere meißelt eine Skulptur. Die Kunst liegt nicht in dem Stück Holz, Marmor oder Bronze, sondern in der Idee des Künstlers, der visuellen Vorstellung, die er handwerklich umsetzt. Kreativität ist grundsätzlich, immer und ausnahmslos immateriell; das physische Kunstwerk ist nur das physische Abbild der Idee.

      „Beweisen Sie mir für den Rest der Menschheit, dass *Ihr* Gedankenwerk einzigartig ist.“

      Das haben Sie gerade selbst getan, denn das gilt für Sie wie für mich. So einen verqueren Satz wie diesen werden Sie mit einer Google-Stringsuche vermutlich im ganzen Web kein zweites Mal finden. Sie denken anders als ich, und das ist auch gut so. (<- Halbsatz geklaut!)

      "erklären Sie mir bitte, worin genau Sie den Vorteil darin sehen *sein* Wissen ungeteilt mit seinen Mitmenschen zu lassen?"

      Ich verstehe nicht, wer hier er oder es ist ("sein"). Der liebe Gott?
      Oder meinten Sie etwa "Ihr Wissen"? Vielleicht drücken Sie sich mal klar aus, dann kann ich Ihnen vielleicht antworten.

      Auf jeden Fall kann ich Ihnen versichern, dass ich keine Angst habe. Sonst würde ich hier nichts posten.

  16. brokenwooster schreibt:

    „Der Zweck des Urheberrechts sollte es sein, den Urheber von Werken mit einer gewissen Schöpfungshöhe zu schützen, und nicht jeder unbedeutenden Fotografie ein eigenes Leistungsschutzrecht zuzusprechen.“

    Und wer entscheidet darüber? Die neue Kunstkommission, die paritätisch mit Vertretern aller gesellschaftlicher Gruppen besetzt ist? Ich lach mich krank.

  17. Ist es nicht wie schon immer eine journalistische Tration (nicht nur der FAS), zunächst einmal relativ neue Parteien in die Schusslinie zu nehmen. War es nicht beim B90/Die Grünen ebenso? Dass die etablierten Parteien wohl vom Erfolg der Piraten mehr als überrascht waren und sind, ist offensichtlich. Es ist nicht das Parteiprogramm der Piraten, die den o.g. Sorgen bereiten. Es ist eher die Geschwindigkeit mit der die Piraten die 5% überschritten haben. Die Landtagswahlen im Saarland ein weiterer Wink mit dem Zaunpfahl. Als relativ unbedeutend heruntergespielt. Deshalb kann es aus Sicht der Piraten nur als äußerst positiv bewertet werden, eine „doppelseitige“ Diskussion auszulösen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Piraten im Laufe der politischen Entwicklung nicht von denen gebeugt werden, die weltweit den politischen Rahmen vorgeben. Einmal davon abgesehen, dass es nach Ende der „Wulf“ Geschichte auch an Füllmaterial fehlt, um davon abzulenken, dass sich sowohl der Kapitalismus als auch die Demokraitie am Scheideweg befinden.

    ulmcomputer

  18. Jo schreibt:

    Wichtig, dass es solche Artikel als Gegenmeinung zum Meinungsbildungsprozess gibt und durch den Bildblog auch einer (vielleicht) ebenso großen Öffentlichkeit leicht zugänglich gemacht wird, wie es FAS-Leser gibt.
    Was mich stört: Wenn man in der Rage selbst das ordentliche recherchieren vergisst. Denn wie der Link zum Profil ja auch zeigt, ist Rainer Hank Leiter der Wirtschaftsredaktion und wird daher nicht pro Artikel bezahlt. Es gibt sie noch, die Festgehälter. Was diesem „in den Wind schreiben“-Satz irgendwie den sprichwörtlichen Wind aus den Segeln nimmt.
    Und ja, es ist wirklich nur eine Kleinigkeit. Aber auch auf die darf hingewiesen werden.

  19. Emmy schreibt:

    Den Piraten auf derselben Zeitungsseite einerseits vorzuwerfen, gegen das Privateigentum & die Marktwirtschaft, andererseits als gutversorgtes Nichtprekariat die herrschenden Wirtschaftsverhältnisse nicht umstürzen zu wollen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Diese journalistische Schizophrenie offenbart nur eines, die Ohnmacht und Ratlosigkeit der etablierten Gesellschaftselite.

  20. davidweb1 schreibt:

    Ich verstehe schon, dass einige Menschen Ängste haben. Jedoch erwarte ich das nicht bei Politikern und Journalisten.
    Erstere können doch eh aufatmen. Jeder Mensch will in seiner Zeit etwas erleben und zu etwas beitragen.
    Die Politiker bekommen von allen Seiten gesagt wo der Schuh drückt. Hätten sie einfach die Tagesordnung abgearbeitet, dann Ständen wir heute vlt. vor weniger Problemen.
    Solange den Piraten „ernsthafte“ Themen nicht zugetraut werden können die doch von den Alteingesessenen bearbeitet werden. Das wäre der Weg sich vor dem Wähler als bessere Alternative darzustellen.
    Solange die Bringschuld nicht bei den Piraten ist können sie aus der 2 .Reihe Vorschläge vorbringen.

    Zu den journalistische Tätigen: Niemand gräbt euch das Wasser ab. Und es wird auch keine Kostenloskultur von den Piraten propagiert. Vieles hat seinen Preis. Am Markt existieren viele Modelle des Broterwerbs.
    Ich verstehe bei den „Musikern“ nicht, warum 2 oder 5 Hits oder Alben ausreichen sollten für ein finanziell abgesichertes Menschenleben. Warum sollte mir Moby, Madonna oder S. Regener soviel wert sein? Das soviel verdient wird liegt doch nicht an deren „Verdienst“, sondern dem Abspielverhalten der Anstalten (nur ein Players).

  21. Frito schreibt:

    Dieser Artikel wäre es wert, einem größeren Publikum, der Generation Internetausdrucker bzw. Bürgerliche-Partei-Wähler, zugänglich gemacht zu werden. Hier werden ihn leider nur „die Falschen“, sprich jene entdecken, die schon hinlänglich über die Piraten und ihre Ziele informiert sind. Schmierblätter wie die FAS lesen hingegen auch jene, die sich über eben solche „informieren“ — darüber sowie über Tagesschau und heute journal.
    Traurig …

    1. Zum einen muss ich die FAS mal verteidigen. Ich halte sie nicht generell für ein „Schmierblatt“, lese sie jeden Sonntag, und zwar gerne. Ich erinnere auch daran, dass sie im Zusammenspiel mit dem CCC den Staatstrojaner aufgedeckt haben. Für den Abdruck dieser an vielen Stellen unsachlichen Doppelseite musste ich sie natürlich trotzdem kritisieren.

      Und natürlich hast du Recht, dass meinen Post nicht viele FAS-Leser zur Kenntnis nehmen werden, die nicht ohnehin in der Blogosphäre aktiv (oder wenigstens rezeptiv) sind. Dennoch lohnt es sich immer, seine Meinung zu äußern. Dass sich das lohnt, konnte man zuletzt am Verhalten der Bundesregierung zum Thema ACTA sehen: Erst voll dafür, dann auf einmal der Rückzug. Der Verzicht auf Internetsperren ist ein weiteres Beispiel.

      Dass sowas dann als vermeintliches Diktat der Netzgemeinde oder „Tyrannei der Masse“ gedisst wird, ist ja nur die überraschte Empörung derjenigen, die schon geglaubt hatten, dass sie die Partizipation der Bürger an der Politik mit dem Befördern von Politikverdrossenheit erfolgreich ausgeschaltet hätten.

  22. Zu viel Wirbel um Piraten. Man könnte auch abwarten, bis sie gesellschaftspolitisch relavente Inhalte haben und fundiert vertreten können. Geduld hilft.

  23. Derzeit ist mal wieder eine Kommentarspam-Flut unterwegs. Ich empfehle dagegen das WordPress-Plugin Antispam Bee, das mir heute nacht wieder ein rundes Dutzend solcher Dinger wie „Dentist Union City“ vom Hals gehalten hat.

    1. Ich finde, dass der Spamfilter von wordpress.com schon recht gut funktioniert. Gelegentliche Ausreißer nehme ich da hin. Aber danke für den Tipp!

  24. Drubal schreibt:

    Tja, Eigentor, liebe Piraten. Eigentum ist ein Monopolrecht. Das kommt davon, wenn man nicht weiß, wovon man redet.

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