Von der Kunst des Alleinseins, oder: Wie ein paar mehr Burkas den öffentlichen Raum verbessern würden

Ich blogge seit einiger Zeit auch deshalb so wenig bis gar nicht mehr, weil das, was ich sagen möchte, nach ein paar Stunden oder Tagen schon jemand anders aufgeschrieben hat und ich dann nur noch den Link twittern muss.

Ähnlich geht es mir mit dem (prinzipiell erfreulich differenzierten) Artikel von Johan Schloemann gestern in der Süddeutschen Zeitung, in dem er sich mit dem Burka-Urteil des EuGH auseinandersetzt. Die Argumente für das Burkaverbot, die Schloemann entgegen seiner eigentlichen Überzeugung vorträgt, halte ich für wenig tragfähig. Und so geht es auch Maximilian Steinbeis, der in Schloemanns Artikel ausdrücklich erwähnt wird und nun im Verfassungsblog antwortet: “Ich darf für mich sein. Ihr müsst das aushalten.

Ich möchte zu Maxmilian Steinbeis’ Ausführungen nur einen Lesetipp ergänzen, der mir in solchen Zusammenhängen immer wieder einfällt: Jonathan Franzens wunderbares Buch “How to be alone”. Franzen fügte der Privacy-Diskussion schon 2002 einen sehr wichtigen Aspekt hinzu:

Franzen is chief mourner for the loss of public space. He sees American – our – culture not as a place in which privacy has been eclipsed, but as an arena in which it has exploded to fill every civilised area: an autocracy of confession and emotion. ‘Privacy is protected as both a commodity and a right; public forums are protected as neither…’

Und so sehe ich das auch. Die Öffentlichkeit war mal ein Raum, in den man Privates nicht, oder nur sehr dosiert getragen hat. Das aber ändert sich seit nunmehr zehn, zwanzig Jahren: Die Öffentlichkeit wird mit Privatem zugemüllt, mit Handytelefonaten, mit sich schminkenden Frauen in der Straßenbahn, mit Public Viewing, mit Dauerparties auf dem Brüsseler Platz. Es gibt keine gesellschaftliche Tendenz, nur noch für sich zu sein, der man nun entgegenwirken müsste, schon gar nicht mit einem Gesetz. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Und angesichts dieser Entwicklung würde ich mir wünschen, dass im öffentlichen Raum ein paar mehr Burkas getragen werden würden.

P.S. zum Vorbeugen von Missverständnissen: “Burka” meine ich hier polemisch als Symbol für eine Kommunikationsverweigerung. Dass Frauen, sei es auch “nur” durch religiöse Konventionen, verpflichtet werden (im Gegensatz zu: aus eigener Entscheidung), sich zu verhüllen, halte ich für verachtenswert.

Bayern München U23 – Fortuna Köln 2-1: Warum die Fortuna aufstieg.

Vielleicht hätte Ylli Sallahi das Tor nicht schießen sollen, sein zweites in diesem Spiel, locker aus dem Unterschenkel ins Tor gekickt, aus 25 Metern Entfernung. Vielleicht wäre es besser für Bayern II gewesen, wenn es in die Verlängerung gegangen wäre: Hohe Temperaturen, ein bis dahin schon überlegenes Spiel der U23, die Spieler der Fortuna hatten viel laufen müssen und waren seit der 80. Minute in Unterzahl.

Oliver Laux köpft das Tor zum Aufstieg für Fortuna Köln

Oliver Laux köpft das Tor zum Aufstieg für Fortuna Köln

Jedenfalls hätte Sebastian Zinke dann nicht diesen letzten langen Ball geschlagen, und wahrscheinlich hätte Oliver Laux, hauptberuflich Innenverteidiger, dann auch nicht am gegnerischen Strafraum gestanden. Lukas Raeder hätte diesen Ball nicht durch die Hände gleiten lassen, Oliver Laux hätte ihn nicht über die Linie gewuchtet. Und vielleicht wäre dann am Ende die U23 des ruhmreichen FC Bayern München aufgestiegen, und nicht die 1. Herrenmannschaft des ewig kleinen, leisen, leidgeplagten, des auf immer schängschen SC Fortuna Köln.

Aber andererseits gibt es so Momente, auf die, rückblickend betrachtet, eine ganze Saison hin steuert, vielleicht sogar eine ganze Ära: nämlich die von Uwe Koschinat bei der Fortuna. Dieses Tor war Ausdruck der Philosophie, die Uwe Koschinat dem Team seit drei Jahren aufprägt. Nicht besser sein wollen als der Gegner, nicht den schöneren Fußball spielen wollen, sondern mit Geradlinigkeit, Dynamik und Einsatz vor allem eins tun: gewinnen.

Ich kann meine Bayern-Timeline bei Twitter natürlich in gewisser Hinsicht verstehen: Von einem so späten und entscheidenden Tor kann man nur geschockt sein, gerade als Fan dieses Vereins. Das war 1999 und 2012 all over again. (Aus Fortuna-Sicht war es eher Hamburg 2001.) Aber nachdem ich das Hinspiel im Südstadion mit eigenen Augen sah, hinterher die Pressekonferenz und Interviews mit Bayern-Spielern, nachdem ich das Rückspiel auf FCB.tv sah und den Kommentator hörte, kann ich eines ganz sicher sagen: Keiner von denen hat mein Blog gelesen ;-) Hätten sie nämlich, dann wären sie gewarnt gewesen, dass diese Fortuna eine herausragende Qualität hat: Spiele zu gewinnen, in denen sie die vermeintlich schlechtere Mannschaft war. Zuletzt im März beim 3-1 gegen Schalke II.

Aber was heißt das schon: die “schlechtere” Mannschaft gewesen zu sein, wenn man am Ende den Platz als Sieger verlässt, und zwar nicht ein Mal, sondern immer wieder: 2,1 Punkte im Durchschnitt pro Ligaspiel, der beste Angriff der Regionalliga West. Ralf Rangnick sagte einmal, dass es nicht auf die Quantität des Ballbesitzes ankäme, sondern auf die Qualität. Über beide Relegationsspiele gegen Bayern hinweg muss man am Ende konstatieren, dass beide Mannschaften ungefähr die gleiche Zahl sehr guter Tormöglichkeiten hatten. Ich zähle

  • sechs Chancen für Fortuna: Drei 1:1-Situationen gegen den Torwart in HZ 1 des Hinspiels, das Tor aus HZ 2, im Rückspiel dann der Lattenschuss von Pazurek und natürlich das Tor von Laux,
  • und fünf Chancen für Bayern II: Im Hinspiel Friesenbichlers Pfostenschuss, im Rückspiel die beiden Tore von Sallahi, der Schuss von Friesenbichler in HZ 1 und die Chance von Chassa, die Hörnig von der Linie kratzt.

Klar hatte Bayern wesentlich mehr Ballbesitz und auch mehr Fast-Möglichkeiten, die von einem Fortunen vereitelt wurden, kurz bevor sie wirklich gefährlich werden konnten. Aber über zwei Partien kann es kein Zufall sein, wenn das immer wieder gelingt, sondern Einsatz, Kampfkraft und schierer Willen.

Aus meiner Sicht erkannte Bayern die Qualität der Fortuna nie an. Man wiegte sich, angeführt vom Trainer, im sicheren Bewusstsein, die bessere Mannschaft zu sein und es deswegen sowieso verdient zu haben, wenn man nur auftreten würde wie eine Männermannschaft. Erst nach dem Hinspiel erkannte Bayern, dass die Fortuna eine echte Chance hat, aber selbst da war man im Bayern-Lager noch der Meinung, dass die Niederlage ungerecht gewesen sei und dass der Schiedsrichter, den übrigens auch die Fortuna-Fans massiv kritisierten, schlecht gepfiffen habe. Irgendwie habe der die Bayern-Spieler nicht aureichend geschützt, dabei zähle ich über beide Spiele hinweg nur drei harte Fouls der Kölner. Ansonsten ging Fortuna durchaus robust und nach Jeremies-Art in die Zweikämpfe: Der andere sollte wissen, dass jeder Ballbesitz weh tun kann. Aber wirklich unfair war das selten.

Bayern trat implizit auf dem Platz und expressis verbis abseits des Platzes auf, als müsse man nur auf sich schauen. Die Fortuna dagegen wusste um die Stärken des Gegners und stellte ihr Spiel darauf ein. Am Ende war das ein bisschen wie Atlético gegen Real im CL-Finale – nur dass am Sonntag das Atlético des Westens kurz vor Schluss das Tor schoss. Ein solches Tor ist immer glücklich, das würde ich nie abstreiten. Aber dass sich die Fortuna über zwei Spiele betrachtet durchsetzte, war nicht unverdient. Bayern hätte es natürlich auch schaffen können, die Auseinandersetzung stand in jedem Moment Spitz auf Knopf. Am Ende konnte es aber (Warum eigentlich, DFB?) nur einen geben, und das war eben die Fortuna.

Ich kann kaum beschreiben, wie tief zufrieden mich dieser Sieg macht. Nicht nur, weil das Glück dieses letzten Balls angefangen hat, das Pech aus vergangenen Jahrzehnten auszugleichen.

Sondern eben weil dieser Sieg der vorläufige Endpunkt einer Entwicklung ist, die mit einem Mann begann, dem ich hier seine verdiente Würdigung zukommen lassen will: Dirk-Daniel Stoeveken. So sehr ich immer die Halbwahrheiten und die Pseudodemokratie kritisiert habe, mit denen sein DFC die zahlenden Kunden betrog, so sehr erkannte ich immer an, dass Stoeveken als DFC-Macher die unterklassigen Finanzstümpereien der damaligen Vereinsoberen beendete.

Aber das war nur der erste Schritt. Den viel wichtigeren Beitrag leistete Stoeveken, als er Michael Schwetje ins Fortuna-Boot holte: Einen Mann, der das hatte, was der Fortuna noch fehlte: a) Geld und b) Ahnung davon, wie man es nüchtern und gut anlegt. Weil der Mann außerdem noch ein Fortuna-Herz hat, ist es umso schöner, dass die einzige Entscheidung, die er nicht mit wirtschaftlicher Perspektive im Kopf traf, sondern einfach mit dem rotweißen Herzen, jetzt so vergoldet wird: die Entscheidung, nach dem verpassten Aufstieg der letzten Saison, aber dem gewonnenen Pokalfinale noch eine Saison als Investor dran zu hängen.

Weil das Tor von Oliver Laux also der Endpunkt dieser Entwicklung ist, bei der seit 2008 aus einem rumwurschtelnden Verbandsligisten ein in jeder Hinsicht klar und zielstrebig agierender Favorit für den Drittligaaufstieg gemacht wurde: Darum bin ich so zufrieden.

Wenn irgendjemand noch verstehen möchte, wie dieser Verein inzwischen tickt, dann muss er sich nur das Video der Pressekonferenz nach dem Spiel bei Bayern ansehen: Da sitzt Uwe Koschinat, wird um sein Statement gebeten. Einige Spieler kommen reingehüpft und fordern ihn auf, ein Lied zu singen. Koschinat sitzt da, er freut sich, lacht, weiß aber nicht so recht, was er tun soll. Dann fängt er, noch im Sitzen, das Mailand-Lied zu gröhlen, springt auf, hüpft, die Faust geballt wie ein Hooligan, mit den Spielern auf und ab. Und dann setzt er sich wieder hin und konstatiert 30 Sekunden später staubtrocken, dass Bayern die Fortuna in der ersten Hälfte an die Wand gespielt hat. Es ist genau dieses Miteinander von überschäumender Emotionalität und nüchterner Wirklichkeitsbetrachtung, das diese Fortuna auf jeder Ebene auszeichnet.

Ich freue mich jetzt wie Bolle auf Spiele gegen die Stuttgarter Kickers, gegen Preußen Münster, den Meidericher Sportverein, Arminia Bielefeld, Haching – und weil ich dort Freunde habe ganz besonders auch auf die Partien gegen Dresden und Cottbus. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass wir in der 3. Bundesliga spielen.

Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieser Sonntag möglich wurde. Ihr wurdet zu Legenden.

Fortuna Köln – Bayern München II 1-0

Ein großes Spiel im Südstadion: Zum ersten Mal seit über 30 Jahren ausverkauftes Haus (so sieht das aus), ein ganz großer Name zu Gast (wenn auch nur die Jugendabteilung), und für die Fortuna die ganz große Chance, endlich das Ziel zu erreichen, von dem seit vielen Jahren gesprochen wird – wieder den bezahlten Fußball zu erreichen.

Auflaufen der Mannschaften

Und wie die Mannschaft diese Aufgabe anging, das verdient höchsten Respekt. Jeder Spieler schien perfekt auf seine Aufgabe auf dem Spielfeld fokussiert, jeder machte genau das, was ihm der Trainer aufgetragen hatte, und wenn überhaupt Nervosität sichtbar war, dann “nur” bei den drei vergebenen hunderprozentigen Torchancen in Halbzeit 1.

Schon nach sechs Minuten hätte Hamdi “Hamdienicht” Dahmani treffen und seine Rückkehr zur Fortuna krönen können. Und auch wenn der Linke nicht sein stärkster Fuß ist, hätte der Ball doch wenigstens zwei Meter niedriger über’s Tor streichen dürfen, nachdem er alleine und frei vor Raeder zum Schuss kam.

Ercan Aydogmus dagegen merkte man 20 Minuten später die Erfahrung an, die man mit bald 35 Jahren halt hat: Überlegt schob er den Ball mit dem Innenrist auf’s kurze Eck, am Torwart vorbei. Die zehn Zentimeter, die dann fehlten, um nicht den Vollpfosten zu treffen, sondern den Ball vom Innenpfosten ins Netz trudeln zu lassen, will ich ihm nicht vorwerfen. Das passiert.

Tobias Steffen dagegen verließ, wiederum etwas später, sichtbar der Mut: Wer den Anspruch hat, in einer höheren Liga zu spielen, weil er so ein überragender Techniker ist, der muss in einer solchen Situation den Ball entweder entschlossen mit dem Vollspann reindreschen, oder wenigstens einen präzisen Querpass spielen. Das harmlose Heberchen auf den mitgelaufenen Kameraden konnte der Bayerische Abwehrspieler locker abfangen.

Fortuna Köln - FC Bayern München II

Alle diese Situationen entstanden aus Ballverlusten, die sich Bayern II in der Mitte der eigenen Hälfte leistete. Aber als Trainer ter Hag in der Pressekonferenz sagte, dass Torchancen in der ersten Hälfte ja nur aus Fehlern entstanden seien, hatte er zwar sachlich recht. Aber der Unterton war falsch.

Denn die Fortuna hatte eine glasklar zu erkennende Taktik, die eben genau solche Situationen heraufbeschwören und dann ausnutzen wollte. Der Beschwörungsteil gelang, der Nutzen blieb leider aus. Uwe Koschinat hatte eine Viererkette aufgestellt, die aber jeweils auf der ballfernen Seite von entweder Kraus oder Steffen zu einer Fünferkette ergänzt wurde. Wie er erklärte, wollte er so verhindern, dass die Abwehrreihe von den Bayern mit Diagonalbällen zu schnell hin und her geschoben werden konnte. Bei Ballgewinnen war es dann die klare Devise, schnellstmöglich steil nach vorne zu spielen. Das resultierte zwar auch manches Mal in langen Bällen, was nicht imemr attraktiv aussah. Aber zum einen hielt man so den Gegner vom eigenen Tor fern, vermied, eben gerade anders als Bayern, Ballverluste in einem gefährlichen Bereich und konnte vor allem mit der körperlichen Überlegenheit im Angriff (Kraus. Dahmani! Aydogmus!!) versuchen, diese langen Bälle zu behaupten.

Fortuna Köln - FC Bayern München II

Dass auch Bayern sich der eigenen körperlichen Unterlegenheit sehr bewusst war, wurde bei Eckbällen für Fortuna offensichtlich, wenn wirklich jeder Bayernspieler im und am eigenen Strafraum stand. Sievers hatte als letzter Mann an der Mittellinie dann oft 30 Meter freies Feld vor sich.

Die erste Hälfte endete mit einem Pfostentreffer für Bayern nach einem groben Abwehrfehler. Ich hatte schon abgeschaltet und woanders hin gesehen, als der Ball doch noch ans Aluminium klatschte. Das sollte über das ganze Spiel hinweg aber die einzige ganz klare Torchance für Bayern bleiben.

Pause

In Halbzeit 2 bekam das Spiel einen etwas anderen Charakter. Bayern vermied die defensiven Ballverluste, auch weil sie nun häufiger zu ihrem Keeper zurückpassten. Das Spiel wogte nicht mehr ganz so schnell hin und her, es gab längere Ballbesitzphasen auf beiden Seiten. Und dann sah es auch bei der Fortuna gar nicht schlecht aus, was sie anstellte: Klares und sicheres Passpiel mit Andersen als Fixpunkt. Sievers hatte auf rechts ein paar gute Dribblingansätze, kam aber nur einmal bis zur Grundlinie durch. Von Steffen auf links kam mir etwas zu wenig, aber unterm Strich sah das immer sicher aus.

Bayern zeigte zwar, dass sie die technisch bessere Mannschaft waren, aber sie konnten sich keine guten Torchancen erarbeiten, immer war ein Kölner Bein dazwischen, die meisten Angriffe wurden schon zehn Meter vor dem eigenen Strafraum gestoppt.

Die Entscheidung fiel dann durch eine einstudierte Einwurfvariante: Flach an den Fünfmeterraum, Aydogmus verlängert, Kraus nickt ein.

Jubel nach dem Siegtreffer

Aufgrund der Überzahl klarer Torchancen war dieses Ergebnis verdient, wie auch ter Hag hinterher zugestand. Ein 1-0 ist ein sehr gutes, aber kein überragendes Ergebnis. In München wird eine mindestens genauso konzentrierte Leistung notwendig sein, die dieser Truppe aber auf jeden Fall zuzutrauen ist. Ich kann mir, wie vor dem gestrigen Spiel, alles vorstellen: Ein 3-0 für Bayern, und ein 2-0 für Fortuna. Mein Tipp wäre ein 1-1.

Jedenfalls weiß ich,d ass ich mich darauf verlassen kann, dass die Mannschaft nichts unversucht lassen wird, diese ganz, ganz, ganz große Chance zu nutzen, die Fortuna wieder auf die bundesweite Fußballlandkarte zu schreiben.

Auflaufen der Mannschaften

Hermann Gerland

Michael Schwetje im Interview mit dem WDR

Jubel nach dem Spiel

Endergebnis

Fortuna Köln – SC Wiedenbrück 2-2

“Eigentlich konnte es nur so kommen: Ausgerechnet, nämlich. Ausgerechnet Ercan Aydogmus, vor der Saison als Chancentod von Viktoria gekommen, als Held der Hinrunde von den Fortuna-Fans geliebt, seit einigen Spielen im Formtief, der letzten Samstag in Höhenberg mehrfach die Meisterschaft für Fortuna hätte klar machen können. Ausgerechnet Ercan Aydogmus also machte den Siegtreffer für die Fortuna, als er einen Steilpass nach missglücktem Abschlag des Wiedenbrücker Torwarts an dem vorbei ins Tor kullerte: 2-1, das waren die entscheidenden Punkte zur Meisterschaft. Nicht verdient in diesem Spiel, aber hoch verdient über eine lange Saison, gerade für Aydogmus. Grenzenloser Jubel nach dem Treffer!”

Leider sind die Anführungszeichen oben wichtig. Denn so schön die Geschichte ist, so halbwahr ist sie auch. Vier Minuten nach der Führung hackte nämlich Wassey für Wiedenbrück aus 25 Metern den Ball ins Tor. Poggenborg flog, konnte den Ball aber nicht mehr erreichen, und für die fest eingeplante Meisterschaft muss nun noch ein weiterer Punkt her. (Oder ein Punktverlust von Lotte.)

Am Ende war es sogar ein glückliches Unentschieden, denn Wiedenbrück hatte die Mehrzahl an guten Torchancen, spielte nach vorne jederzeit gefährlich und gar nicht wie ein Absteiger. Vielmehr sah das genau so aus, wie man es von Zweitvertretungen gewohnt ist: Schnelles und direktes Passpiel vor dem Strafraum, bis dann der kurze Steilpass auf den durch die Viererkette startenden Stürmer gesteckt wird.

Und vielleicht hatte die Fortuna ihr Glück auch schon vor der Pause aufgebraucht, als Thomas Kraus quasi mit dem Pausenpfiff die Führung erzielte, mit der man zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht mehr rechnen konnte. Das Tor war zwar traumhaft gemacht, weil Kraus erst zwei Abwehrspieler austanzte und dann überlegt ins lange Ecke schlenzte. Aber eigentlich war Fortuna in diesem Spiel nur die ersten 15 Minuten lang die bessere Mannschaft: Da spielte man mit Druck nach vorne und brachte die Wiedenbrücker Abwehr schnell in Verlegenheit.

Anschließend war es dann eher umgekehrt. Der Ausgleich für Wiedenbrück in der 68. Minute war schon verdient. Und auch wenn Tobias Steffen zwei gute Chancen in der zweiten Halbzeit nicht ummünzen konnte, so hatte doch Wiedenbrück die besseren Möglichkeiten.

Woran es lag? Irgendwie am fehlenden Nachdruck. Einzelnen konnte man heute nicht so viel vorwerfen. Nur Kusi Kwame hatte einen gebrauchten Tag erwischt, alle anderen spielten nicht auffällig schlecht. Hamdi wirbelte in einer Art Freigeist-Achter-Rolle durch die gesamte gegnerische Hälfte, Andersen gewann einige Bälle und ließ Gegner mit schnellen Rechts-links-Kombinationen aussteigen, Kraus riss seine üblichen Kilometer ab, die Defensive stand gewohnt mittelsicher gegen schnelle Angreiferfüße, auch wenn besonders im Aufbauspiel Flottmann schmerzlich fehlte.

Aber insgesamt war das zu oft zu nachlässig gespielt, gerne mal mit dem Außenrist, aber viel zu selten steil, viel zu selten mit Druck auf die Schnittstellen der Wiedenbrücker Defensive. Eigentlich spielten heute alle ein bisschen wie Tobias Steffen immer.

Uwe Koschinat fragte sich in der Pressekonferenz, ob es der Kräfteverschließ nach der langen Saison sein könnte? Nerven wollte er jedenfalls nicht gelten lassen. Ich vermute eher, dass die Mannschaft dachte, gegen den Tabellen-Siebzehnten werde es schon irgendwann irgendwie hinhauen. Und fast hätte sie ja auch recht gehabt…

Mir geht jetzt ehrlich gesagt ein bisschen die Düse, denn nun geht es zunächst nach Leverkusen zur U21, die seit zwölf Spielen nicht verloren hat und deren Spieler sich noch für neue Clubs empfehlen wollen. Zweitvertretungen liegen uns auch generell nicht so. Und am letzten Spieltag kommt die U23 von F95 ins Südstadion, gegen die wir in den letzten Jahren regelmäßig ganz schlecht aussahen.

Aber irgendwo wird der Punkt her kommen. Müssen.

Fortuna Köln – Viktoria Köln 0-1 (0-0)

Heute wegen wenig Zeit nur in Stichpunkten meine Beobachtungen bei der Niederlage von Fortuna gegen Viktoria im Viertelfinale des Mittelrhein-Pokals.

  • Viktoria war in der ersten Hälfte klar besser als Fortuna. Besonders die Diagonalbälle auf den rechten Flügel kamen schnell und präzise und brachten die Fortuna-Defensive immer wieder in Verlegenheit. So schnell konnten sie nicht hinterher schieben.
  • Viktoria stand sehr kompakt, schaltete vor allem extrem schnell von Defensive auf Offensive und auch umgekehrt um.
  • Pagano hätte alleine in der ersten Hälfte zwei Dinger machen können/müssen, in der zweiten Hälfte möglicherweise auch eins. Es ist unfassbar, wie schlecht er seit seinem Wechsel zu Viktoria geworden ist.
  • Die zweite Hälfte gehörte klar der Fortuna. Über die rechte Angriffsseite hätte da mehr gehen müssen. Wie Sievers teilweise bis in die Mitte der gegnerischen Hälfte spazieren konnte, ohne angegriffen zu werden, hätte besser genutzt werden müssen. Stattdessen lief zu viel über links, wo Steffen sich nicht gut durchsetzen konnte.
  • Den Kopfball muss Kraus machen. Er MUSS!!!! Aber wenn solche Pannenshow-Momente nicht jederzeit möglich wären, wäre Fußball ein viel langweiligeres Spiel.
  • Kusi Kwame machte im Mittelfeld eine gigantische Partie. Er ist der Philipp Lahm der Regionalliga: Kann sowohl Linksverteidiger wie auch Sechser, unfassbar wendig, dabei extrem ballsicher, defensiv total stabil und nach vorne mit guten Akzenten. Ich will ihn häufiger sehen, auch wenn mir klar ist, dass er meist ein Opfer des guten Kaders wird. Als rechten Verteidiger oder sogar statt Steffen auf dem linken Flügel könnte ich ihn mir gut vorstellen.
  • Das Tor von Candan war schon eine Granate. Toll geschossen!
  • Allerdings hätte es zu diesem Schuss nicht kommen dürfen. Möglicherweise war es der Müdigkeit geschuldet, aber Sekunden vorher war Jan-Andre Sievers vor seinen Gegenspieler gegangen, eroberte aber nicht den Ball und blieb dann dort stehen. Also war sein Platz fünf Meter weiter hinten in der Defensive frei, und er konnte nicht mehr rausrücken oder Flottmanns Rausrücken absichern, als Candan zum Schuss ansetzte.
  • Kann Claus-Dieter Wollitz nicht wenigstens mal die Fresse halten, wenn er gewinnt? Das Plakat, das er kritisiert, war übrigens wirklich scheiße. Es hing aber beim Anpfiff schon nicht mehr, vermutlich war es von Ordnern entfernt worden, also genau so unterbunden, wie er das fordert. Reicht das nicht?
  • Das Plakat “Heul leise Wollitz”, das direkt hinter seiner Bank hing, fand er offensichtlich selbst okay. Ich auch.
  • Das Spiel hätte eine Verlängerung verdient gehabt. Es ging 90 Minuten lang mit Tempo den Platz rauf und runter, Chancen auf beiden Seiten, nicht die höchste spielerische Qualität, aber jederzeit packend.
  • Der Sieg für Viktoria geht aufgrund der größeren Zahl sehr guter Chancen in Ordnung.

Jetzt heißt es bloß aufpassen, sich von dieser Niederlage nicht auch noch das Spiel in Verl am Samstag versauen zu lassen. Da müssen drei Punkte her, wenigstens muss das der Anspruch sein. Jetzt erst recht die Liga gewinnen!

Fortuna Köln – Schalke 04 U23 3-1

Viel muss man gar nicht mehr sagen zu dieser Mannschaft, die nach einer Minikrise zu ihrer Form gefunden zu haben scheint: Wieder ein Sieg, bei dem man nicht besser war als der Gegner, aber entschlossener, kaltschnäuziger – und vor allem effektiver in der Chancenverwertung. 57 Tore hat die Fortuna jetzt schon geschossen, kein Ligakonkurrent hat mehr als 42 (teilweise allerdings mit einem Spiel weniger). Das ist schon sagenhaft.

Vor dem Anpfiff

Gegen die kleinen Knappen stellte Uwe Koschinat die Mannschaft in der Offensive etwas um: um den Kräfteverschleiß aus dem Nachholspiel unter der Woche zu kompensieren, vielleicht aber auch aus taktischen Gründen. Steffen und Kialka durften für Dahmani und Aydogmus ran, obwohl die gegen Uerdingen durchaus überzeugt hatten. Ansonsten blieb es bei der inzwischen bewährten Aufstellung: Poggenborg – Sievers, Flottmann, Hörnig, Fink – Zinke, Andersen, Streit – Kraus, Steffen, Kialka. Die taktische Formation der Mannschaft ändert sich allerdings regelmäßig und an die Spielsituation angepasst: Aus dem Mittelfeld stoßen sowohl Andersen als auch Streit regelmäßig mit in die Spitze vor. Gerade bei gegnerischem Ballbesitz steht Andersen oft erstaunlich hoch. Defensiv dagegen gab es gegen Schalke ab und an eine Sechserkette zu bestaunen, wenn Kraus und Steffen ihren Gegenspielern bis auf Höhe der eigenen Verteidungslinie den Weg versperrten.

Die ersten drei Tore fielen jeweils nach schweren Fehlern der verteidigenden Mannschaft. Beim 1-0 wusste wohl auch der Schalker Verteidiger nicht, warum er da jetzt zum Ball ging, und wenn schon, warum er ihn nicht aus dem Strafraum drosch, anstatt ihn völlig unbedrängt ins eigene Tor abzufälschen.

Das 1-1 war maximal ärgerlich, denn ausgerechnet der sonst so sichere Andersen verlor den frisch gewonnen Ball in der Mitte der eigenen Hälfte gleich wieder, so dass Schalke endlich mal den Raum hatte, den Fortuna ihnen sonst selten ließ.

Beim 2-1 durch Kialka dann die Revanche: Kraus fing einen katastrophalen Pass der blauen Verteidigung ab und bediente den durchstartenden Kialka, der sich durch dieses Tor in die Statistik eintragen konnte, die ihn sonst wohl übersehen hätte. Zweikämpfe konnte er bis dahin jedenfalls nicht gewinnen, war zwar bemüht, aber erfolglos, so dass die “Ercan, Ercan”-Rufe des Publikums nachvollziehbar waren.

Beim 3-1 kann man sich je nach Zuneigung zu der einen oder anderen Farbe entscheiden, ob man Tobias Fink den tollen Tunnel zurechnen oder ihn dem Schalker Verteidiger ankreiden will. Jedenfalls fand Fink den gut eingelaufenen Kraus, der das Ding klar machte.

Jubel über das 3-1

Ein bisschen Einzelkritik:

  • Thomas Kraus müsste der Spieler mit der höchsten Laufleistung in allen deutschen Ligen sein. Unfassbar, wie er nach seinem ständigen Pendeln zwischen allen Linien in der 72. noch die Kraft hat, kurz vor dem gegnerischen Tor präsent zu sein und den Fuß hinhalten zu können.
  • Tobias Steffen geht mir inzwischen wirklich tierisch auf den Keks. Kann dem Jungen mal jemand sagen, dass man in dieser Liga auch mal den eigenen Körper einsetzen darf? Dass man auch mal Druck hinter die eigenen Aktionen bringen darf? Nur der beste Techniker hinter Albert Streit zu sein, reicht mir nicht. Da sind einfach zu viele Ballverluste dabei, in denen Steffen den Ball locker duchstecken möchte, anstatt den Gegner zu blocken und einen klaren Pass zu spielen. Außerdem muss er die fünfte gelbe Karte von Andersen auf seine Kappe nehmen, denn unmittelbar bevor Andersen das taktische Foul beging, hatte Steffen die Möglichkeit, das ebenfalls zu tun und vielleicht sogar den Ball zu gewinnen. Er aber hielt nur alibimäßig die Fußspitze rein, um sich ja nicht zu verletzen. Mann!
  • Hamdi Dahmani zeigt sich als die Granate, als die ich in Erinnerung hatte. Alle Unkenrufe, die Regionalliga sei zu hoch für ihn, erweisen sich als falsch. Körperlich robust, schnell, technisch stark. Ein ganz wichtiger Spieler!
  • Tobias Fink ist, seit er zur Fortuna kam, mein persönlicher MVP. Defensiv souveränst, offensiv brandgefährlich.
  • Kusi Kwame überzeugte mich nach seiner Einwechslung auch auf der (für mich) ungewohnten Sechserposition. Toll, so einen auf der Bank zu haben. Und fast würde ich gerne mal ein Spiel sehen, in dem Tobias Fink als Außenstürmer vor ihm aufläuft.
  • Wenn Gerald Asamoah in die Regionalligamannschaft gesteckt wurde, um den Jungs zu zeigen, dass man auf dem Platz auch mal ein Arschloch sein muss, dann macht er einen großartigen Job.

Weiter geht’s, Fortuna! Immer weiter!

Nach dem Schlusspfiff

Fortuna Köln – SSVg Velbert 3-1 (0-1)

Da hat der Trainer in der Pause wohl die richtigen Worte gefunden. Oder die Mannschaft ihr Spiel wieder. Oder die Spieler ihren Arsch in der Hose. Jedenfalls stand in der zweiten Hälfte der Partie gegen die SSVg Velbert auf einmal wieder der SC Fortuna Köln auf dem Platz, der sich in der Hinrunde eine souveräne Tabellenführung erarbeitet hatte.

Auflaufen der Mannschaften

Die drei Halbzeiten zuvor im Südstadion hingegen, zwei gegen RWO und die erste gegen Velbert, gingen komplett daneben. Da sah man nicht nur albernste Abspielfehler, bei denen aus wenigen Metern unbedrängt der Mitspieler nicht getroffen wurde. Da sah man vor allem auch keinen Nachdruck in den Aktionen. Auch gegen Velbert gab es wieder viel zu viele lässig gespielte Pässe, locker zum Kollegen gechipt, und Zweikämpfe, die durch mehr als lockeres Joggen mit dem Ball von vornherein hätten vermieden werden können (I’m looking at you, Albert!), und die dann auch noch verloren gingen.

Es fehlte schlicht die Energie, mit der die Fortuna sonst den Platz zum Brennen bringt. Gegen RWO hatte Uwe Koschinat die noch versucht, von außen auf’s Feld zu brüllen – was sich während so eines Spiels aber auch erschöpft, wenn es in der 3. Minute beginnt und zwischenzeitlich in Schreiduelle mit dem eigenen Kapitän steigert.

Heute schien mir Uwe Koschinat etwas kontrollierter, wenigstens war er auf der Tribüne nicht zu hören, obwohl weniger als die Hälfte der Zuschauer im Stadion waren wie noch gegen RWO. War halt nur Velbert, war halt nur der Tabellenletzte. Diese Haltung mag auch zur läppischen Einstellung manches Fortuna-Kickers geführt haben.

Velbert präsentierte sich durchaus nicht als mutloses Schlusslicht. Warum auch, immerhin hatte die Mannschaft in diesem Jahr noch nicht verloren und aus drei Spielen fünf Punkte geholt, unter anderem gegen Schalke II. Das Konzept, mit dem Velbert zum Erfolg kommen wollte, wurde recht schnell klar: Sie standen sehr kompakt, zwei Vierereihen meist weniger als  20 Meter auseinander, und davor lauerten zwei Spieler gestaffelt auf Kontermöglichkeiten. Einer von denen war Kevin Hagemann: Kaum größer als ein Windhund, auch etwa so schnell, aber deutlich wendiger und außerdem mit besserer Ballbehandlung. Ein brandgefährlicher Spieler!

Für das Führungstor musste Velbert aber nicht mal auf einen Konter warten, sondern einfach nur ein schlechtes Zuspiel im Kölner Aufbau abfangen, den Ball nach vorne spielen, wo unversehens Ercan Aydogmus im Zentrum gegen zwei Blaue verteidigen musste. Poggenborg stürzte aus dem Tor, wurde von Denis Pozder aber locker überlupft: Führung in der 6. Minute für eine Mannschaft, die ohnehin nicht vorhatte, die Ballbesitzstatistik zu gewinnen.

Velbert jubelt über die Führung

Der Rest der ersten Hälfte war aus Fortuna-Sicht dann so zum Vergessen wie oben schon beschrieben. Man konnte als Fan nur dankbar sein, dass André Poggenborg eine weitere erstklassige Möglichkeit von Velbert entschärfte und es zur Pause nicht 0-2 stand.

Nach der Pause war dann aber endlich wieder der Zug im Spiel, der schon verloren geglaubt schien. Natürlich half dabei auch, dass zunächst Thomas Kraus schon nach zwei Minuten den Kopf in eine Ecke hielt und den Ausgleich erzielte.

Spielstandskorrektur

Nur ein paar Minuten später wurde Thomas Kraus gefoult. Eine alte Krimiweisheit sagt, dass der Täter immer an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, so auch in diesem Fall – allerdings um das Opfer der Simulation zu zeihen. Es sah aus sehr weiter Entfernung so aus, als habe es dabei möglicherweise auch noch einen kleinen Tritt gegeben? Jedenfalls bildete man in der Folge ein sehenswertes Rudel, und abschließend würdigte der Schiedsrichter die Tatgesamtheit mit einer roten Karte für Dimitrios Pappas.

Rote Karte für Dimitrios Pappas

Fortuna benötigte danach immer noch 20 Minuten des Anrennens gegen neun blaue Feldspieler, um endlich in Führung zu gehen: Tobias Steffen (oder Thomas Kraus?) war nach einer schönen Kombination in den Strafraum eingedrungen, wurde von hinten am Arm gezogen und fiel glaubhaft genug. Aydogmus verwandelte sicher.

Nun schaltete die Fortuna kurz etwas zurück und versuchte, Velbert endlich mal kommen zu lassen. Den Gefallen taten die Niederbergischen den Kölner aber nicht. Vielmehr setzten sie weiter auf Konter, zum Glück für Fortuna erfolglos.

Kurz vor Schluss kam dann bei einem Freistoß für Velbert sogar der Keeper mit nach vorn. Der Ball flog aber weit über ihn hinweg bis auf die andere Seite des Strafraums, wo gleich zwei Spieler viel zu frei standen, den Ball aber nur schwach auf’s Tor brachten, so dass Poggenborg mit einem spektakulären Hechtsprung noch abwehren konnte.

Der Velberter Torwart geht mit nach vorne

Eine Minute später, beim vielleicht ersten richtigen Kölner Konter, hoppelte der Ball, so schien es aus der Ferne, nach einem Schuss von Dahmani erst über eine der zahlreichen Unebenheiten im Rasen und dann über die Arme des fangbereiten Velberter Torwarts hinweg. Sah jedenfalls ziemlich dämlich aus, zählte aber und war endlich die Entscheidung.

Hoffentlich hat die Mannschaft nun wieder in die Spur gefunden. Nächste Woche steht ein Auswärtsspiel an, was in dieser Saison ja sogar etwas leichter fällt als zuhause. Mit Wattenscheid hat Fortuna zudem den nominell schwächeren Gegner als die Verfolger, die (Lotte) nach Düsseldorf und (Viktoria) gegen Siegen müssen. Schalke II hat spielfrei.

Klar wurde heute noch einmal, dass diese Mannschaft weiterhin gegen jeden Gegner alles in die Waagschale werfen muss, um erfolgreich zu sein. Mit Spitze, Hacke, einzweidrei geht nicht viel. Das wird Uwe Koschinat hoffentlich auch noch Albert Streit beibiegen, der sich mir in zu vielen Szenen auf seine haushohe technische Überlegenheit zu verlassen scheint und dadurch nachlässig wird. Da geht noch viel mehr.

Nach dem Schlusspfiff